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© Martin Schlu Stand: 2. September 2003 |
Lernbehinderungen durch Gehirnschädigung
Es gibt tausende
Möglichkeiten, warum eine Lernbehinderung vorliegen kann. Es
sind nicht nur die "Frühchen", also die Kinder, die
ab vier Wochen zu früh geboren sind und damit ein mindestens
viermal so hohes Risiko haben lernbehindert zu sein (SPIEGEL 6. Juli
2000), sondern denkbar ist jeder Fehler, der bei der Geburt passiert
sein kann und einen Sauerstoffmangel
auslöst:
- (Verzicht auf künstliche Beatmung in einer
Krisensituation;
- Steckenbleiben des Kindes im Geburtskanal;
- Zangengeburt;
- Nabelschnur um den Kopf;
- Verzögerung bei der künstlichen Beatmung,
- Unschlüssigkeit der Ärzte, ob beatmet
wird oder nicht ... etc.). Hier könnten die meisten Ärzte
erschöpfend Auskunft geben, werden sich aber meistens hüten
zu viel zu sagen.
Generell kann man heute sagen, daß bei Gehirnschädigungen
zwar Teile irreparabel sind, jedoch kann das Gehirn als ein jedem
Computer überlegenes Netzwerk in bestimmtem Umfang Aufgaben in
andere Gehirnteile delegieren oder verlagern, was auch immer. Das
Zauberwort heißt hier "Üben". Grundsätzlich
gilt: je früher die Diagnostik, desto eher kann eine Maßnahme
getroffen werden wie z.B. Frühförderung ab dem 2. Lebensjahr
(Lebenshilfe e.V.), Ergotherapie zur Behebung von Teilleistungsstörungen,
Sensomotorische Übungen wie Motopädie, Therapeutisches Reiten,
Delphintherapie etc.
Einem guten Kinderarzt fallen Verzögerungen spätestens bei
der U5 auf, man kann sich dann weitervermitteln lassen um bestimmte
Entwicklungstest (Denver, Frostig) durchführen zu lassen, die
wiederum Hinweise auf mögliche Hilfen geben können (Beispiel:
ein LB-Kind hat Probleme im kognitiven Bereich, aber der Test ergibt
Stärken im Farbsinn - also lernt das Kind nicht über Erklärungen,
sondern sollte mehr mit Farbhilfen arbeiten z.B. farbiges Unterstreichen,
über Farben bestimmte Zusammenhänge zuordnen).
Ein guter Kinder- und Jugendneurologe kann methodische Hilfen auch
für die Kollegen in der Schule geben - gerade LB-Kinder brauchen
in der Schule eine extrem gute methodische Hilfe, dummerweise ist
dies im Schulbereich noch selten anzutreffen, machen Sie sich also
schlau!
Pflichtlektüre für die, die weitermachen wollen:
Goleman: Emotionale Intelligenz
Spitzer: Geist im Netz
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