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Die
Vorfahren 1619
Kindheit
in Eisenach 1685
Beim
Bruder in Ohrdruf 1695
Michaeliskloster
Lüneburg1700
Arnstadt
und Weimar 1703-1708
Hof
in Weimar 1708-1717
Hof
in Köthen 1717-1723
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1724
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Johann
Sebastian Bach 1685 -
1750
Am Hof in Weimar 1708 - 1717
erstellt von © Martin Schlu - Stand:
September 2002 (Rev. Juni 2004)
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- "Aber schon ein
Jahr darauf (1708) ging er nach Weimar zurück, um
die Stelle eines Hoforganisten und Kammermusikers zu
übernehmen. Als er bei der Neubesetzung der
Hofkapellmeisterstelle übergangen wurde, verlangte
er vom Herzog seine Enthebung. Er wurde festgenommen,
vier Wochen in Haft gehalten und sodann mit allen Zeichen
der Ungnade entlassen. Durch dieses Vorgehen hatte der
Herzog seinem Namen einen Platz in der Musikgeschichte
gesichert."
(Alfred Baumgartner:
J.S.Bach in: Das große Handbuch der Musik, Kiesel
1989)
-
- Der Weimarer Hof hat als
Folge des 30jährigen Krieges seit 1629 eine
Doppelherrschaft: Herzog Wilhelm Ernst, der in der
Wilhelmsburg residiert, ist eher Theologe, Lutheraner und
möchte seine Frömmigkeit auf den Hof
übertragen. Er gründet Prediger- und
Priesterseminare und unterhält ein Kirchenorchester.
Der Neffe Ernst August dagegen residiert im Roten
Schloß als zweiter Herrscher, ist eher
Künstler als Theologe und kann sich mit seinem Onkel
nie einigen, wer über die Dienstboten (und damit
über die Hofkapelle) zu entscheiden hat. Als
extremes Beispiel sei ein Hornist angeführt, der
jedesmal, wenn er um seine Entlassung bat, zu
Schlägen und Kerker verurteilt wurde und, als er
heimlich flüchtete, für vogelfrei erklärt
und gehenkt wurde.
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- 1708
- Bach sitzt hier zwischen
den Stühlen, hält es aber immerhin neun Jahre
in Weimar aus. Finanziell verdient er gut, die meisten
Kinder werden geboren: Catherina Dorothea (1708-1774),
Wilhelm Friedemann (1710-1784), Carl Philipp Emmanuel
(1714-1788) oder sie sterben kurz nach der Geburt wie die
Zwillinge (1713) oder Leopold August (1718-1719). Bachs
Sorgenkind, Johann Gottfried Bernhard, (1715-1739)
muß ein Problemkind gewesen sein, es gibt einige
Briefe Bachs, in denen er dessen Schicksal beklagt und
sein Tod 1739 in Jena ist ungeklärt.
-
- Bach festigt seinen
Namen als Starorganist, Sachverständiger und
Orgellehrer mit ca. achtzig Schülern. Um
1711 erhöht sich sein Gehalt auf
200 Gulden, 1714 auf 250, weil er noch
den Konzertmeisterposten erhält. Dies geschieht als
Ausgleich, weil Bach in Halle an der Liebfrauenkirche
eine Stelle angeboten bekam und in Weimar bleiben sollte.
Als Kapellmeister wachsen Bachs Aufgaben, so hat er
für das Orchester monatlich eine Kantate zu
schreiben und aufzuführen und zwischen 1714 und 1716
entstehen deshalb 20 weitere Kantaten. Als
1715 der Neffe Ernst August stirbt und
Wilhelm Ernst Alleinherrscher wird, hört das Gezerre
um die Hofkapelle zwar auf, aber als am 1. Dezember der
Kapellmeister stirbt und Bach bei der Besetzung der
Stelle übergangen wird, hört er auf zu
schreiben und schaut sich anderweitig um. Im Januar
1716 lernt er den Fürsten Leopold
von Anhalt-Köthen kennen, schließt mit ihm im
August einen Vertrag über 400 Taler jährlich
und bittet danach den Herzog um seine Entlassung. Im
Herbst 1717 kommt es zum berühmten Wettstreit mit
dem Orgelvirtuosen Louis Marchand, den Bach kampflos
gewinnt, weil Marchand abreist, als er erfährt,
gegen wen er antreten soll.
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- Am 6. November versucht
Bach seine Entlassung durchzusetzen und wird vom Herzog
deshalb ins Gefängnis geworfen, allerdings nach vier
Wochen, am 2.12. 1717, auf Drängen
Leopolds wieder freigelassen. Selbst ein Herzog Wilhelm
Ernst kann sich einen Krieg wegen eines Musikers nicht
leisten und Bach zieht eine Woche später nach
Köthen.
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- Orgelwerke aus dieser
Zeit:
- Orgelbüchlein. 46
Choralvorspiele für Orgel, nach dem Kirchenjahr
geordnet,
- Toccata und Fuge d-moll
BWV 537
- Fantasie und Fuge g-moll
BWV 542
- Passacaglia c-moll BWV
582
Orchestermusik aus dieser Zeit:
Orchestersuite Nr. 1 C-Dur BWV 1066, Nr.2 h-moll BWV
1067
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Quellen:
Alfred Baumgartner:
J.S.Bach in : Das große Handbuch der Musik, Kiesel
1989
Martin Geck: Johann Sebastian Bach. rororo-Monographien
Bd. 80, Reinbek bei Hamburg 1993
Malte Korff: Johann Sebastian Bach. dtv-Portrait,
München 2000
Martin Schlu: Ergänzungen zur Matthäuspassion,
Manuskript, 1992/2000
Maarten t'Haart: Bach und ich. Piper, München
2000/TB Piper 3296, München 2002
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