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Die
Vorfahren 1619
Kindheit
in Eisenach 1685
Beim
Bruder in Ohrdruf 1695
Michaeliskloster
Lüneburg1700
Arnstadt
und Weimar 1703-1708
Hof
in Weimar 1708-1717
Hof
in Köthen 1717-1723
Thomaskantor
in Leipzig 1723
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1724
Johannespassion
1724
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1727
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an Georg Erdmann 1730
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Johann
Sebastian
Bach
Der
Thomaskantor 1723
erstellt
von © Martin Schlu - Stand: September 2002
(Rev. Juni 2006)
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Vorgänger
als Thomaskantoren:
Seth Calvisius (geb. 1556, Kantor seit
1594)
- Johann Hermann
Schein
(1586 - 1630)
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- Dienstpflichten und
die ersten Jahre
- Leipzig ist damals die
Messestadt schlechthin in Deutschland, noch vor Frankfurt
und Nürnberg. 30.000 Einwohner machen sie zum
kulturellen Zentrum und die Kirchenmusikstelle, die Bach
antritt, ist nur mit dem Domkapellmeister in Köln
oder dem Maestro di Capella in Venedig zu vergleichen.
Bachs Dienstpflichten sind daher nicht nur die eines
Kantors etwa einer heutigen A-Stelle, sondern gehen mehr
in den Bereich eines Generalmusikdirektors für
Kirche, Stadt und Universität zusammen. Im Einzelnen
handelt es sich um folgende Aufgaben:
-
- Organisation und
Durchführung der Kirchenmusik an den vier
Hauptkirchen Leipzigs, hauptsächlich der
Thomaskirche
und
Nikolaikirche,
außerdem an der Neuen Kirche und der
Peterskirche;
- Kirchenmusik an der
zur Universität gehörenden
Paulinerkirche;
- Kompositionen von
Passionen und Oratorien für die
Hauptgottesdienste Weihnachten, Karfreitag,
Ostern;
- Musikalische
Ausgestaltung etwa von Hochzeiten, Begräbnissen,
städtischen Festlichkeiten, Geburtstag,
Beerdigung etc. von Honoratioren von Kirche, Stadt und
Universität;
- Unterrichtsverpflichtung
an der Thomasschule in Gesang, Musiktheorie,
Instrumentalspiel, Latein, Katechismus
(für
Nicht-Evangelische: Bibelkunde und Auslegung nach
lutherischer Auffassung);
- Bereitstellung von
Kantaten, damit an jedem Sonntag textlich/musikalisch
passend ausgestaltet werden kan
(Damit werden die
fünf Kantatenjahrgänge begründet, ca.
300 komponierte Kantaten, von denen ca. 200 erhalten
sind);
- außerdem
Abnahme von Orgeln der Umgebung, Prüfung von
Schülern, Stadtpfeifern, Organisten und die
Verwaltung des Instrumentariums der Stadt. -
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Thomaskirche
in Leipzig
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Innenansicht
der Nikolaikirche
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Die Thomasschule ist eine Art Stiftsschule, deren
Schüler meist Kinder armer Eltern sind, die jedoch
im Normalfall musikalisch
überdurchschnittlich begabt sind, so daß man
mit Ihnen eigentlich auf einem hohen Niveau arbeiten
könnte (vgl. Wiener Sängerknaben, Regensburger
Domspatzen, Kölner Domsingschule etc.).
Tatsächlich herrscht hier aber Kinderarbeit
übelster Sorte: der Stadtrat kommt so billig an die
Kirchenmusik und die Eltern wehren sich natürlich
nicht, weil sie sonst einen Esser mehr im Haus
hätten. Üblich sind mehrere Stunden
Sängerpflicht pro Tag in der Kirche (allein der
Sonntagsgottesdienst dauert vier Stunden),
regelmäßiges Kurrendesingen, um Spenden
für die Gemeinde zu erbetteln und das
"Leichensingen" , bei dem die Schüler
mit Dreispitz uind schwarzem Umhang die Verstorbenen
singend zum Grab geleiten und die musikalische
Ausgestaltung der Totenmesse übernehmen müssen.
Damit spielen die Thomasschüler für die
Kirchenleitung wieder etwas Geld wieder ein und tragen zu
ihrem Unterhalt bei. Etwas Vergleichbares gibt es bis
heute in der Betheler Posaunenmission, wo jede Beerdigung
geblasen wird, allerdings können die Bläser das
Beerdigungsgeld für sich behalten (Ich kenne bis
heute einige Bläser, die sich ihr erstes eigenes
Instrument so verdient haben). Übrigens muß
auch bei Hinrichtungen der Chor mit dem Kantor den
Kandidaten zum Richtplatz begleiten, denn Hinrichtungen
sind spektakulär und außer dem geistlichen
Beistand für den Delinquenten wird dabei auch wieder
Reklame für die Thomasschule gemacht.
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-
- Darüberhinaus
ist ein Schulpensum zu absolvieren,
das im sprachlichen
und theologisch/philosophischen Bereich weit über
dem heutigen gymnasialen Level liegt. Daß die
Schüler dabei gewisse Disziplinprobleme haben, liegt
heute auf der Hand und hat Bach sicherlich eine Menge
Streß bereitet.
-
Die
Kantatenjahrgänge
Bach und die
Vorgesetzten
Die Lebenskrise 1729/30
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-
Quellen:
Alfred Baumgartner:
J.S.Bach in : Das große Handbuch der Musik, Kiesel
1989
Martin Geck: Johann Sebastian Bach. rororo-Monographien
Bd. 80, Reinbek bei Hamburg 1993
Malte Korff: Johann Sebastian Bach. dtv-Portrait,
München 2000
Martin Schlu: Ergänzungen zur Matthäuspassion,
Manuskript, 1992/2000
Maarten t'Haart: Bach und ich. Piper, München
2000/TB Piper 3296, München 2002
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