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Kurzdaten
Herkunft
1769
- 1770
Bonn
1773 - 84
Bonn
1784 - 89
Wiener
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Brunswick-Töchter
Giuletta
Giuccardi
"Unsterbliche
Geliebte"
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Der
Brief an die
"Unsterbliche Geliebte"
zusammengestellt von Martin Schlu 1999
(29. Mai 2001)
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- Zum Thema
"Unsterbliche Geliebte"ist ib. der Film
"Immortual Beloved"
(Ludwig van B. :"Meine unsterbliche
Geliebte")
von Bernhard Rose (1994)
zu nennen, der zwar jede Menge historischen
Quatsch transportiert, bei allem aber viele
Wahrheiten enthält, die sonst nicht
ausgesprochen oder für unwichtig gehalten
werden. Es ist ein toller Film - aber er ist mit
Vorsicht zu genießen.
Man wird sehen, wie
die Knackpunkte der Theorien an den Jahreszahlen
hängen. Der Brief nennt nur die Daten, aber
keine Jahreszahl. Also können es nur Jahre
sein, in denen der 6. Juli auf einen Montag
fällt:
-
- 6./7.
Juli
am 6ten Juli , Morgends.
- Mein
Engel, mein alles, mein Ich. - nur einige Worte
heute, und zwar mit Bleystift - (mit deinem) -
erst bis morgen ist meine Wohnung sicher
bestimt, welcher Nichtswürdige Zeitverderb
in d.g
(in dergleichen).
- warum dieser tiefe Gram, wo die Nothwendigkeit
spricht -
- Kann
unsre Liebe anders bestehn als durch
Aufopferungen, durch nicht alles verlangen,
kannst du es ändern, daß du nicht
ganz mein, ich nicht ganz dein bin - Ach Gott
blick in die schöne Natur und beruhige dein
Gemüth über das müßende -
die Liebe fordert alles und gantz mit recht, so
ist es mir mit dir, dir mit mir - nur
vergißt du so leicht, daß ich
für mich und für dich leben muß,
wären wir gantz vereinigt, du würdest
dieses schmerzliche eben so wenig als ich
empfinden -
-
- meine
Reise war schrecklich ich kam erst Morgens 4 Uhr
gestern hier an, da es an Pferde mangelte,
wählte die Post eine andere Reiseroute,
aber welch schrecklicher Weg, auf der vorlezten
Station warnte man mich bej nacht zu fahren,
machte mir einen Wald fürchten, aber das
Reizte mich nur - und ich hatte Unrecht, der
Wagen musste bej dem schrecklichen Wege brechen,
grundloß, bloßer Landweg, ohne 2
solche Postillione, wie ich hatte, wäre ich
liegengeblieben
-
- Unterwegs
- Esterhazi
(Fürst
Esterhazy)
hatte auf dem andern gewöhnlichen Wege
hirhin dasselbe schicksal mit 8 Pferden, was ich
mit vier. - jedoch hatte ich zum Theil wieder
Vergnügen, wie imer, wenn ich was
glücklich überstehe. - nun geschwind
zum innern zum aüßern, wir werden
unß wohl bald sehn, auch heute kann ich
dir meine Bemerkungen nicht mittheilen, welche
ich während dieser einigen Tage über
mein Leben machte - wären unser Herzen imer
dicht an einander, ich machte wohl d.g. die
Brust ist voll dir viel zu sagen - Ach - Es gibt
Momente, wo ich flnde daß die sprache noch
gar nichts ist - erheitre dich - bleibe mein
treuer eintziger schaz, mein alles, wie ich dir
das übrige müßen die Götter
schicken, was für unß sejn muß
und sejn soll.
dein treuer ludwig.
-
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-
- Abends
Montags am 6ten Juli
Du leidest du mein theuerstes Wesen - eben jezt
nehme ich wahr daß die Briefe in aller
Frühe aufgegeben werden müßen.
Montags Donnerstags - die eintzigen Täge wo
die Post von hier nach K.
(Karlsbad)
geht - du leidest - Ach, wo bin ich, bist du mit
mir, mit mir und dir werde ich machen daß
ich mit dir leben kann, welches Leben!!!! so!!!!
ohne dich - Verfolgt von der Güte der
Menschen hier und da, die ich mejne - eben so
wenig verdienen zu wollen, als sie zu verdienen
- Demuth des Menschen gegen den Menschen - sie
schmerzt mich und wenn ich mich im zusamenhang
des Universums betrachte, was bin ich und was
ist der - den man den größten nennt -
und doch - ist wieder hierin das Göttliche
des Menschen - ich weine wenn ich denke
daß du erst wahrscheinlich Sonnabends die
erste Nachricht von mir erhältst - wie du
mich auch liebst - stärker liebe ich dich
doch - doch nie verberge dich vor mir - Gute
Nacht - als Badender
(Beethoven
ist zur Kur dort) muß
ich schlafen gehn -
(folgen
zwei ausgestrichene
Worte)
Ach GOTT - so nah! so weit! ist es nicht ein
wahres Himels-Gebäude unsre Liebe - aber
auch so fest, wie die Veste des
Himels.
-
- Seitenanfang
-
- guten
Morgen am 7ten Juli -
- schon im
Bette drängen sich die Ideen zu dir meine
Unsterbliche Geliebte, hier und da freudig, dann
wieder traurig. Vom Schicksaale abwartend, ob es
unß erhört - leben kann ich entweder
nur gantz mit dir oder gar nicht, ja ich habe
beschlossen in der Ferne so lange herum zu
irren, bis ich in deine Arme fliegen kann, und
mich ganz heimathlich bei dir nennen kann, meine
Seele von dir umgeben ins Reich der Geister
schicken kann - ja leider muß es sejn - du
wirst dich fassen um so mehr, da du meine Treue
gegen dich kennst, nie eine andre kann mein Herz
besizen, nie - nie -
- O GOTT
warum sich entfernen müßen, was man
so liebt und doch ist mein Leben in
V.(Vienna
= Wien)
so wie jezt ein kümerliches Leben -
Deine Liebe macht mich zum glücklichsten
und zum unglücklichsten zugleich in meinen
Jahren jezt bedürfte ich einiger
Einförmigkeit Gleichheit des Lebens - kann
diese bej unserm Verhältniße
bestehen? -
Engel, eben erfahre ich, daß die Post alle
Tage abgeht - und ich muß daher
schließen, damit du den B. gleich
erhälst - sej ruhig, nur durch Ruhiges
beschauen unsres Dasejns können wir unsern
Zweck zusamen zu leben erreichen -
sej ruhig - liebe mich - heute - gestern -
Welche Sehnsucht mit Thränen nach dir - dir
- dir - mein Leben mein alles - leb wohl - o
liebe mich fort - verken nie das treuste Herz
- deines
Geliebten
L.
ewig dein
- ewig mein
- ewig
unß
-
- Die Szene des
Films "Unsterbliche Geliebte"/ "Immortual
Beloved" transportiert die Situation, daß
nach Beethovens Tod dessen Privatsekretär
Anton Schindler auf der Suche nach einer Dame
ist, die sich in ein Hotel in Karsbad
(halber
Strecke zwischen Teplitz und Wien)
einquartiert
hat. Die Wirtin zeigt das Gästebuch
(das Jahr
wird listigerweise nicht
genannt) und
eine Signatur, die "A", "J", "G" oder "B"
bedeuten kann. Spekulationsmöglichkeiten in
Massen.
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