Jugend im Dritten Reich
von Gesa Hoeltje
 Stand: 5. Februar/1. November 2001
  Stand: 5. Februar/11. März 2001
1. Die geschichtliche Situation
 2. Erziehungsziele der HJ und die HJ als Gesetz
3. Hitlers Vorgehensweise und das Denken der Jugend im Dritten Reich
4. Die Hitlerjugend (HJ)
5.
6. Freizeit in der HJ 
7. Der BDM, Gegner der HJ/des BDM
8. Jugend, Familie und Schule
9. Gründe für die Bejahung, Veränderung der Einstellung
 
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Gründe für die Bejahung des NS 
Nach einer kurzen Zeit wurde Hitler zu einem Kult. In der Schule sah man viele Jugendlichen in Uniformen, die zu einer Art Trend gehörten. Die, die keine trugen, gehörten nicht dazu. So wurde auch das Aussehen wie eine Eintrittskarte in einen neuen und aufregenden Club. Also fingen viele Jugendliche an sich zu informieren, wie es geht, dazuzugehören. Sie kauften sich z.B. das Buch „Pimpf im Dienst„, wo drin stand, wie sie sich zu kleiden hatten und was ihre Dienste waren. Die Jugendlichen dachten nicht an politische Hintergründe, sie konnten dazu gehören, etwas neues erleben, Spaß haben und sich stark fühlen. Da sie zu einem großen Ganzen gehörten, waren sie nicht mehr alleine.  
Die Jugendlichen, die schon in anderen Vereinen waren, hatten nach einer gewissen Zeit keine Wahl mehr. Fast alle Organisationen wurden verboten, also konnten sie nur illegal in ihren Vereinen bleiben, oder sie gingen in die neue HJ. Doch die meisten Vereine schafften es nicht, heimlich weiter zu bestehen und wurden schlussendlich dann doch von der HJ einbezogen oder ganz zerschlagen. Anfangs kamen sie in das Jungvolk. Wenn sie alt genug waren kamen sie in die Hitlerjugend und so ging es immer weiter. Es war für die Jugendlichen fast wie ein Hobby, in dem man immer besser und erfolgreicher wurde, was sich als besonders für Hitlers Ziele der Erziehung der Jugend günstig erwies.
 
Veränderung der Einstellung durch Schlüsselerlebnisse 
Manchen Jugendlichen ist während des Dritten Reiches durch ein sogenanntes Schlüsselerlebnis klar geworden, wie die politische Situation in Deutschland war und wie naiv sie in dieser Welt gelebt haben. Zum Beispiel war Lore K. eine begeisterte Anhängerin des Nationalsozialismus und sogar BDM - Führerin auf dem Nürnberger Parteitag. Eines Tages merkte sie, dass ihre Geschichtslehrerin den Nationalsozialismus nicht billigte und versuchte, sie zu verstehen. Später wurde Lore K zur Gestapo geladen um auszusagen, ob diese Lehrerin die Schüler beeinflusse. Lore K. sagte nichts Belastendes, aber auch nichts Entlastendes. Danach erkannte sie, wie gefährdet diese Lehrerin war. Nach einiger Zeit wurde die Lehrerin versetzt, doch in der Zwischenzeit war eine Freundschaft zwischen den beiden gewachsen und Lore K. begann die politische Situation, in der sie lebte, zu verstehen.
„Aus anfänglicher Begeisterung wurde Zweifel, aus Zweifel wurde Abneigung und Ablehnung des Nationalsozialismus." (Rolf Schörken, Jugend 1945 - Politisches Denken und Lebensgeschichte, S. 48)
 
Bei manchen Jugendlichen kamen auch mehrere Erlebnisse zusammen und veränderten so die gesamte politische Sicht. So war z.B. Lore K., wie ihr Vater, eine überzeugte Nationalsozialistin und war ein Mitglied im BDM. Ihre Mutter sorgte dafür, dass sie regelmäßig in die Kirche ging, was im Wiederspruch zum BDM stand. Einige Zeit später starb ihr Vater im Krieg und Lore fing an, Hitler, zu dem sie eine starke Bindung aufgebaut hatte, für alles verantwortlich zu machen und ihn zu hassen. Später wurde sie Krankenschwester und musste die Soldaten vor ihren Augen sterben sehen. So verlor sie ihren Glauben an den Nationalsozialismus. Sie fiel in eine tiefe Depression und erst Ende 1945 fand sie neuen Halt in der Theologie.
 
 
Quellenverzeichnis 
Klönne, Arno: Jugend im Dritten Reich/ Die Hitlerjugend und ihre Gegner, Diederichs Verlag, Düsseldorf, 1982
Mann, Erika: Zehn Millionen Kinder-Die Erziehung der Jugend im Dritten Reich
Mann, Golo: Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, S. Fischer Verlag, Frankfurt/M, 1958
Schörken, Rolf: Jugend 1945/Politisches Denken und Lebensgeschichte, Leske u. Budrich, Opladen, 1990 
Microsoft-Encarta 1998 
Data Becker: Das große Lexikon, 1999 
www.shoaprojekt.org/widerstand/kids/shkids2.htm 
http://www.ev-stift-gymn.guetersloh.de/jugend_drittes_reich/Vorlage/Menue/Startsei.htm