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Geschichte der Popmusik - Musikvideo
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Stand: 12. Dezember 2009 © Martin Schlu 2009
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Zum ersten Mal wurde im 17. Jahrhundert versucht, Lieder zur
Unterhaltung zu singen, während dazu Bilder gezeigt wurden, die den
Text unterstützten. Diese "Moritatensänger" nahmen ihre Themen aus
aktuellen Kriminalfällen ab dem 18. Jahrhundert und wurden so bekannt,
dass sie heute noch in Liederbüchern stehen, z. B. "Sabinchen war ein Frauenzimmer" oder von Wedekind: "ich hab meine Tante geschlachtet"... oder Bert Brecht "Apfelböck" und viele andere.
Um 1900 wurde auf der Pariser Weltausstellung mit Ton, Film und Theater
ausprobiert, doch dies führte zu keinem guten Ergebnis. Um den
damaligen - noch stummen - Film lebendiger zu machen, entwickelten sich
von 1906 bis ca. 1930 die Kinopianisten, die den Film am Klavier
begleiteten und ihre Spieltempo und die Noten nach Hinweisen am unteren Bildrand
angleichen mussten. Ab 1926 konnte man zwar einen Film mit einem
Tondraht synchronisieren, doch die Klangqualität war immer noch zu
schlecht. Daher wurde es später - bis zum Zweiten Weltkrieg, eher ein
gesellschaftliches Ereignis - modern, Filmmusik zu genießen, die von
einem Symphonieorchester begleitet wurden und noch heute kann man
einmal im Jahr beim Bonner Sommerkino im Arkadenhof der Universität
erleben, wie das wohl gewesen ist.
Erste Werbefilme entwarf 1936 George Páls 1938 in Kooperation mit
„Ambrose & his Orchestra“ , die als frühe Version eines Musikvideos
gelten können. Weitere Meilensteine sind "Fantasia" von Walt Disney
(1940), der erstmalig in guter Qualität eine abendfüllende Symbiose von
Film und Musik schafft. Außerdem produzierte Disney für das
amerikanische Kriegsministerium Zeichentrickfilme gegen die Nazis mit
Donald Duck als deutschem Soldat, dem alles misslingt. Parallel zur
Filmmusik des Hollywoodkinos entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg so
genannte "Soundies" experimentelle Filmchen, die bestehende Musik der
Unterhaltungsindustrie mit Filmausschnitten aller möglichen Arten
kombinierte - eine Art Musikbox, die Musik und Filme kombinierte.
Deutsche Musikfilme der 1950er Jahre wie die "Trapp-Familie" vergessen
wir besser - sie taugen bestenfalls als Fallbeispiele für die Denkweise
des Wirtschaftswunderdeutschlands, doch der Kenner hält sich da lieber
an Heinz Erhardt.
Der deutsche Sender Radio Bremen zeigte in der Sendung "Beat-Club" ab
den 1960er Jahren als einer der ersten Pop- und Rockbands und
verfremdete die Filmsequenzen mit optischen und elektronischen
Effekten, die möglich waren: Mehrfachlinsen, Überblendungen der
Kameras, später Farbveränderungen und Projektionen. Anfangs entstanden
die "Musikfilme" z. B. der Beatles "A Hard Days Night" , später "Yellow
Submarine" und die Filmclips, die ursprünglich nur den Verkauf
unterstützen sollten, im Lauf der Jahre aber ein Eigenleben
entwickelten. Parallel dazu entwickelte sich ab 1968 bei den
"Underground"-Bands etwa im Dunskreis um Pink Floyd oder den "Krautrock"-Bands die
Tendenz, eine "Lightshow" auszuarbeiten, die die Musik der Band optisch
unterstützte. Ich erinnere mich an eine Show von Gary Moore im
Bad Godesberger "Underground" , bei der mit einer Kombination aus Äther und
Farbe gefüllte Dias mit einem stinknormalen Diaprojektor auf die Band
projeziert wurden und für 1972 wahnsinnige Effekte erzeugten - heute
schüttelt man sich ob dieser Nostalgie und startet die Laptops.
- Das "erste" Musikvideo ist nicht zu bestimmen, weil die
Videoentwicklung parallel geschah: Experimente des
öffentlich-rechtlichen Fernsehens wie 1973 die "Carmina
Burana"-Verfilmung von Jean-Pierre Ponelle sind ebenso wichtig, wie der
Werbeclip von Queen 1975 zu "Bohemian Rhapsody" und ihre späteren
Clips, die den Text des Liedes künstlerisch umsetzten. In den 1980er
Jahre ist natürlich Michael Jackson zu nennen, der 1982 mit "Thriller"
den üblichen vier-Minuten-Rhythmus sprengt und in fast 15 Minuten eine
eigene Geschichte erzählt, die sich verselbständigt - etwas, was er
später mit "Ghost" auf die Spitze treibt. Weil sich der Videorekorder
in den 1970er Jahren durchsetzte, redete man ab diesem Punkt auch nur
noch von "Videos". Heutige Musikfilme treiben die
Schnittsynchronisation auf die Spitze und springen in den
Handlungsebenen damit hin und her (z. B. "Chicago" mit Catherine
Zeta-Jones, Renée Zellweger, Richard Gere, USA 2003)
Wichtige Bestandteile des Videos sind die zeitsynchrone
Verfilmung des
Textes, eine Schnittgeschwindigkeit (die sich heute extrem verdichten
kann), stimmungsvolle Farbgebung von graudüster bis extrem bunt und
natürlich alle Kameratricks, die vom Kino her möglich sind. Videos
haben sich zu einer eigenständigen Kunstform entwickelt, die ihre
eigene Sprache hat und in Zehntelsekunden Assoziationen entwickeln
kann. Aktuelle Beispiele sind zur Zeot "Seeed" bzw. Peter Fox, die in
ihren Videos intelligente Geschchten erzählen, den Text verbildern und
Schnittgeschwindigkeiten von etwa 1,5 sec. erreichen, ohne daß man den
Faden verliert.
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- Queen
setzen die Maßstäbe für alle
anderen, sie sind in den Siebzigern die ersten,
deren Videos schon Geschichten erzählen.
Legendär das Video von "Radio Gaga", das
Filmzitate von Fritz Langs "Metropolis"
verwendet.
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- Madonna (geb. 1958):
Like a virgin
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- Michael Jackson (geb. 1958):
Bad, Thriller, Ghost
Das sind die Maßstäbe nach Queen.
Wichtig: "Thriller" und "Ghost"
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- MTV und VIVA
... da kommt noch ein eigenes Kapitel
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