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Instrumentale Praxis in der Schule - Konzept


   
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Musik, Musik, Musik...

Klassenmusizieren - Musik und Intelligenz

Schulleistung und Musikunterricht

Es gibt den Forschungsansatz Hans Günter Bastians u.a., der sinngemäß behauptet, daß Kinder, die ein Instrument erlernen, auch insgesamt bessere Leistungen erbringen. Ich möchte dies nicht in Frage stellen, habe jedoch in den letzten zwei Jahren die Erfahrunge gemacht, daß Kinder, die bereits etwas Durchhaltevermögen hatten, leichter das Instrument gelernt haben und auch in der Schule besser waren. Kinder, die dagegen schon nach zwei oder drei Monaten meinten, ein neues Instrument ausprobieren zu müssen (und dann auch in einem Jahr drei Instrumente begonnen haben) hatten in der Regel weniger Durchhaltevermögen und sie erzielten auch nicht die guten Schulleistungen. Diese Kinder werden nach zwei Jahren eher aufhören und ihr Instrument zurückgeben. Insofern kann man eher behaupten, daß Durchhaltevermögen eine Voraussetzung ist, instrumentale Kompetenz zu erwerben - gleichzeitig wird Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin aber auch durch Instrumentalspiel trainiert. Unsere guten Instrumentalisten sind im Normalfall auch gute Schüler. Die Schüler, die aufgaben, hatten und haben mehrheitlich Probleme in den Bereichen Disziplin, Selbsteinschätzung, Unterordnung und Regelhaftigkeit. Die Arbeit mit dem Instrument hat ihre Probleme nicht gelöst - aber sie hat die Wirkungen gemildert.

Doping fürs Gehirn Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/nf/0,1518,95857,00.html
(steht leider nicht mehr zur Verfügung - vielleicht im SPIEGEL-Archiv...)

Die Wirkung von Musik
Unter der Leitung des Frankfurter Musikpädagogen Prof. Dr. Hans Günther Bastian wurde zwischen 1992 und 1998 an Berliner Grundschulen eine Langzeitstudie „Zum Einfluß von erweiterter Musikerziehung auf die allgemeine und individuelle Entwicklung von Kindern„ durchgeführt. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes liegen jetzt in Buchform vor.
Auch wenn die Wirkungen von Musik keinem einfachen kausalen Zusammenhang folgen, sondern von komplexen, interagierenden Einflüssen abhängig sind, kann als Ergebnis festgehalten werden: Erweiterte Musikerziehung beeinflußt die Persönlichkeitsentwicklung von Grundschulkindern positiv. Im einzelnen kann sie bewirken:
- die Förderung musikalischer Leistung und Kreativität,
- eine Verbesserung der sozialen Kompetenz,
- eine Steigerung der Lern- und Leistungsmotivation u.a.m.
Die bildungs-, schul- und kulturpolitischen Argumente, die die Studie liefert, sollten die Träger außerschulischer kultureller Kinder- und Jugendbildung offensiv auch für ihr Arbeitsfeld nutzen. Wünschenswert wäre eine ähnliche Studie auch für andere künstlerische Fächer.

H. G. Bastian: Musik(erziehung) und ihre Wirkung. Eine Langzeitstudie an Berliner Grundschulen, Schott Verlag, ISBN 3-9757-0426-X, 128,00 DM.
zit. nach BKJ-Info, August 2000