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Stück
- Von Martin Schlu
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- Das Logo des Plakats (frei nach
Keith Haring) symbolisiert das Grundproblem , mit dem
sich die Akteure herumschlagen und mit denen sie
voll im Trend" liegen: Blindheit für
offensichtliche Probleme, Sprachlosigkeit, wenn Position
zu beziehen ist Taubheit oder Weghören, wenn es ums
Zuhören geht.
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- Natürlich geht es im "Trend"
nicht um die Frage "Grillen" oder "Disco" - die Art
jedoch, wie sich eine Clique mit diesem banalen Problem
auseinandersetzt, läßt tief blicken und zeigt
auf, daß die heute in unserer Gesellschaft
existierenden Probleme immer eine Vorgeschichte haben.
Als Beispiel genannt sei das schlechte Gewissen von
Stefans Mutter, die sich fehlende Zeit für ihren
Sohn mit Geld erkauft und gar nicht merkt, wie gerissen
Stefan ihr das Geld aus dem Portemonnaie zieht, weil er
seine Komplexe über Designerklamotten kompensiert.
Ein anderes Beispiel das Besitzdenken von Charly, der
seine Freundin Melanie als Eigentum betrachtet, die zu
funktionieren hat, wie er es gerne möchte. Ein
anderes Beispiel ist Sandys Langeweile an der Schule, die
sie zunächst in die Drogenszene einsteigen und
später auf dem Babystrich enden läßt;
irgendeine Macke haben alle Figuren und das Interessante
ist, wie sie damit umgehen.
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- Aus diesem Grund verzichten wir
auch auf ein Happy End: Die Drogenszene und der
Babystrich existieren auch nach diesen Aufführungen,
auch wenn dieser Tage in der Zeitung zu lesen war (G.A.
30.Juni '95), daß die Zahl der Drogentoten in
Frankfurt auf die Hälfte gesunken sein soll . Dies
behauptet immerhin der Frankfurter Polizeipräsident,
er übersieht aber dabei offenbar die Tatsche,
daß Heroin aus der Mode kommt und man heute auf
Designerdrogen umsteigt, weil die billiger und "besser"
sind. Das Konsumverhalten unserer Schüler wird
weiter schlimmer werden und der Markenkrieg und die
Intoleranz fangen heute schon in der Grundschule an.
Solange unsere Kinder erfahren, daß sie sich
Selbstbestätigung leichter über das Geld ihrer
Eltern holen können - wie z.B. teure Jeans,
Markenturnschuhe etc. - als über persönliche
Zuwendung, wird man ihnen ihre Konsumfixierung nicht
verübeln können. Solange Selbstbestätigung
nicht über die Mitmenschen kommt, holt man sie sich
über irgendeinen Ersatz: Kommerz, Klamotten, Geld,
Drogen... was es eben gibt.
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- Darum sind Eltern im Stück
nötig: ein Elternhaus, wie das von Kalle und Luise,
erzieht einfach in eine Richtung, in der nur
Schwarz/Weiß gedacht wird. Stefans Mutter bezahlt
ihren Sohn für die Zeit, die sie ihm nicht gibt und
macht ihn damit zu einer inhaltsleeren Hülle und
eine Person wie die Frau Frey mag ja ganz ehrenwert sein
- geliebt wird sie deswegen noch lange nicht.
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- Es gibt allerdings immer eine
Chance: wenn Kim ihrer Klassenkameradin zu mehr
Selbtbewußtsein rät, tut sie das über ein
Gespräch und solange man noch miteinander reden
kann, ist nicht alles verloren.
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- Das ist unser Ansatz!
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- (Übrigens wissen
die Suchttherapeuten schon seit langem, daß
Theaterspielen gelassen macht und das
Selbstbewußtsein stärkt)
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