Hompeage Martin Schlu
Um den Montmartre  
Text und Fotos: Martin Schlu,   Stand: 5. Mai  2026

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Die Malerder Friedhof - die Basilka Sacre-Cœur -  der Montmartre heute

Der Montmartre (Märtyrerhügel) ist die höchste Erhebung in Paris, ein im Norden liegender Berg bestehend aus Mergel und Lehm.
Bis 1600 galt diese Gegend als Vorstadt („fors le bourg“) und war daher gut geeignet als Begräbnisplatz außerhalb der eigentlichen Stadt und deswegen wurden hier auch die Hinrichtungen durchgeführt. Um diese Plätze entstanden die Dörfer Montmarte, La Chapelle und Clignancourt, die 1860 zur Stadt Paris eingemeindet und seitdem als 18. Arondissement bezeichnet wurden. Der berühmte Friedhof war also schon immer hier.

Die Maler
Um 1850 war der Montmartre noch eine billige Wohngegend, weit außehalb der Pariser Prachtstraßen, in der sich viele Künstler niederließen, weil sie dort bezahlbare Wohnungen und Ateliers mieten konnten. Eine regelrechte Künstlerszene entstand hier und viele dieser Maler, Musiker und Schriftsteller wurden weltbekannt und mit ihnen auch der Ruf des Montmarte. Die bekanntesten Maler waren Edgar Degas (geb. 1834), Paul Cézanne (geb. 1839), Pierre-Auguste Renoir (geb. 1841), Paul Gauguin (geb. 1848), Vincent van Gogh (geb. 1853), Paul Signac (geb. 1863), Henri de Toulouse-Lautrec (geb. 1864), Henri Matisse (geb. 1869), Pablo Picasso (geb. 1881) und Amedeo Modigliani (geb. 1884). Daneben entstand ein Rotlichtviertel, das von den
Malern nicht nur genutzt, sondern auch künstlerisch verarbeitet wurde. Ein Bespiel dafür ist ib. Henri Toulouse-Lautrec, dem man nachsagte, er würde im Bordell wohnen. Der berühmteste Nachtklub dieser Gegend war das Theater „Moulin Rouge“, was es bis heute gibt, doch es ist nur noch etwas für Touristen.

Berühmte Musiker der Szene auf dem Montmartre waren die Komponisten Hector Berlioz (geb. 1803) und
Jaques Offenbach (geb. 1819, der Sänger Aristide Bruant (geb. 1851) und Eric Satie (geb. 1866). Insbesondere das Plakat für Aristide Bruant von Toulouse-Lautrec ist eines der wichtigsten Symbole für die im 19. Jahrhundert hier entstandene Kultur und Subkultur. Dem gebürtigen Kölner Jakob/Jaques Offenbach verdanken wir viele Operetten, die auf dem Mntmarte gespielt wurden und er eröffnete 1855 auch den international bekannten Konzertsaal Bataclan, der nach seiner gleichnamigen Operette bekannt ist. Viele der Künstler sind auf dem Friedhof Montmartre begraben, aber wer dann keinen ortskundigen Führer hat, findet die Gräber nicht oder nur schwer.

zum Friedhof

Das berühmte Plakat von Toulouse-Lautrec zeigt den Sänger Aristide Bruant

Das berühmte Plakat von Toulouse-Lautrec zeigt den Sänger Aristide Bruant (Foto: Susanne Coburger-Schlu)

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Basilika Sacre-Cœur
Im Viertel
Clignancourt war die Abtei St. Denise und, seit 1875, die Basilika Sacré-Cœur, die zum Wahrzeichen des Montmartre wurde. Sie sieht älter aus, als sie ist, wurde aber unmittelbar nach der französischen Niederlage bei Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870/71 geplant. Man wollte die Kombination Katholizismus und Nationalstolz stärken und dies gelang durch Verwendung von Steinen aus dem Schlachtgebiet der Marne und die verstärkte Hinwending zum Religionskult um das Herz Jesu (Sacré-Cœur). Als die Basilika 1914 fertig wurde, begann gerade der Erste Weltkrieg, der in Frankreich viel wichtiger ist als der Zweite Weltkrieg, weil er größtenteils auf französischem Boden stattfand, aber diesmal für Frankreich günstiger ausging.

Die Basilika Sacre-Cœur in der Weihnachtszeit (2006)
Die Basilika Sacre-Cœur in der Weihnachtszeit (2006)

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Friedhof Montmartre

Der Friedhof auf dem Montmarte war schon immer da. Als immer mehr Menschen dort wohnten (1860 waren es knapp 60.000), wurden die Plätze knapp, denn um den Friedhof standen Häuser und die Fläche war begrenzt. Als Folge wurden die Gräber immer dichter gesetzt und die Preise zogen an. Damit wurde der Friedhof nur noch etwas für die Wohlhabenden und die Zahl der Grabmäler überstieg die Zahl der einfachen Gräber sehr schnell. Kurz vor der Weltausstellung wurde die Brücke vom Place de Clichy zum Berg gebaut und sie führt geradewegs über den Friedhof. Von unten sieh es allerdings so aus, als ob man die alten Grabmäler unter die Brücke geschiben hat, damit sie nicht stören...

Die Grabmäler unter der Brücke waren zuerst da - die Stahlkonstruktion kam erst 1888.
Die Grabmäler unter der Brücke waren zuerst da - die Stahlkonstruktion kam erst 1888.


Am Eingang des Friedhofs kann man einen Lageplan bekommen, auf dem die wichtigen Gäber ungefähr eingezeichnet sind. Ganz am Anfang liegt das Grab Emile Zolas, doch ich habe es beim erstenmal nicht gefunden. Beim zweiten Mal hatte ich eine Fachmann dabei, der seit knapp vierzig Jahren aif dem Montmartre wohnt, als Reiseleiter und Fotograf arbeitet und der führte mich in einer knappen Stunde zu den Gräbern  Hector Berlioz', Heinrich Heines, Jaques Offenbachs, Adolphe Sax' und zum Grab der Sängerin Frace Gall, die ein richtig modernes Mausoleum bekommen hat. Die Handy-Navigation versagt her jämmerich und eine App wie „find a grave“ (Such-App für über 250 Mio. Gräber) hat man im Normalfall nicht freigeschaltet und weiß es noch nicht.

Das Grab von Jaques Offenbach
Das Grab von Jaques Offenbach (zur Gesamtansicht auf das Bild klicken)

Oben: Das Grab von Jaques Offenbach ist typisch für die damalige Mode: Über dem Grab liegt eine Platte, darüner steht ein Steingehäuse, darüber ist die Harfe angebracht, darau steht ein Denkmal mit Offenbachs Figur.

Unten: Bei Heinrich Heine ist es weißer Stein mit einem Denkmal in griechischer Denkerpose
Unten: Bei Heinrich Heine ist es weißer Stein mit einem Denkmal in griechischer Denkerpose



wird fortgesetzt....


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