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- Das
Kloster Lehnin war bereits um 1860, als Theodor Fontane
das Havelland durchreiste, ein Anziehungspunkt. Es ist ein im
Hochmittelalter gegründetes und bis ins 17. Jh. immer wieder
erweitertes Zisterzienserkloster, die erste Klostergründung in
Brandenburg überhaupt (1180) und wurde im Laufe der Jahrhunderte
durchaus wohlhabend (so gehörte Werder/Havel lange Zeit zum
klösterlichen Besitz). Nach der Reformation war das Kloster kurz
protestantisch, wurde aber 1542 von Kurfürst Joachim II. aufgelöst,
nachdem der letzte Abt gestorben war. Die Mönche wurden versetzt und
versorgt und Lehnin wurde zum Jagdschloß.
Fontane schreibt über dieses Kloster:
- Lehnin
war nicht nur das älteste Kloster in der Mark, es war auch, wie schon
hervorgehoben, das reichste, das begütertste, und demgemäß war seine
Erscheinung. Nicht daß es sich durch architektonische Schönheit vor
allen andern ausgezeichnet hätte - nach dieser Seite hin wurde es von
Kloster Chorin übertroffen - aber die Fülle der Baulichkeiten, die sich
innerhalb seiner weitgespannten Klostermauern vorfand, die Gast- und
Empfangs- und Wirtschaftsgebäude, die Schulen, die Handwerks- und
Siechenhäuser, die nach allen Seiten hin das eigentliche Kloster
umstanden, alle diese Schöpfungen, eine gotische Stadt im kleinen,
deuteten auf die Ausgedehntheit und Solidität des Besitzes.
- Der
stattliche Mittelpunkt des Ganzen, die zahlreichen Giebel überragend,
war und blieb die hohe Klosterkirche, deren mit Kupfer gedeckter
Mittelturm dunkel bronzefarben in der Sonne glänzte. Diese Kirche
selbst war ihrer Anlage nach eher schlicht als schön, mehr geräumig als
prächtig, aber das Leben und Sterben der Geschlechter, Hoffnung und
Bangen, Dank und Reue hatten die weiten Räume im Laufe der Jahrhunderte
belebt, und die ursprünglich kahlen Wände und Pfeiler waren unter der
Buntheit der Dekoration, unter dem wachsenden Einfluß von Licht und
Farbe, von Reichtum und Schmuck zu einem immer schöneren und immer
imposanteren Ganzen geworden. Seitenaltäre mit Bildern und Kruzifixen,
Nischen mit Marienbildern und ewigen Lampen (oft gestiftet, um schwere
Untat zu sühnen) zogen sich an Wand und Pfeiler hin, in den langen
Seitenschiffen aber lagen die Leichensteine der Äbte, ihr Bild mit
Mütze und Krummstab tief in den Stein geschnitten, während an der
gewölbten Decke hin, schlanken Leibes und lächelnden Gesichts, die
reichvergoldeten Gestalten der Heiligen und Märtyrer schwebten. In
einer der Seitenkapellen lag der Grabstein Abt Sibolds, den die
Nahmitzer erschlagen hatten.
- Einem
reichen Schmuck an Bildwerken, an Erinnerungszeichen aller Art,
begegnete der Besucher, wenn er vom Mittelpunkt der Kirche aus in das
Längsschiff und die Seitengänge desselben niederblickte, aber die
eigentliche Bedeutung von Kloster Lehnin erschloß sich ihm erst, wenn
er, den Blick nach Westen hin aufgebend, sich wandte, um, statt in das
Längsschiff hernieder, in den hohen Chor hinaufzusehen. Unmittelbar vor
ihm, in den Fußboden eingelassen, sah er dann, schlicht und
unscheinbar, den Stumpf der Eiche, unter der Markgraf Otto, der Gründer
des Klosters, seinen Traum gehabt hatte; zwischen dem Stumpf und dem
Altar aber lagen die Grabsteine der Askanier, elf an der Zahl, die hier
innerhalb des Klosters, das ihr Ahnherr ins Leben gerufen, ihre letzte
Ruhe gesucht und gefunden hatten.
- Theodor
Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teil 3. Havelland. (1.
Auflage 1873.) Nachdruck, Nymphenburger Verlagshandlung, München 1971.
ISBN 3-485-00293-3., zit. nach https://projekt-gutenberg.org/ am 3. September 2026

Das Kloster Lehnin vom Innenhof
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- Nun erklärte der starke preußische
Staat 1871 die Restaurierung zum Brandenburger Nationalheiligtum
und den Erhalt als staatliche Aufgabe der
preußischen Denkmalpflege gleich nach der Restaurierung der Marienburg
in Pommern, an der man seit 1821 arbeitete und die erst 1922 fertig
wurde. Die preußische Regierung nahm entsprechend viel Geld in die Hand um sie möglichst wie neu erstehen zu lassen.
- Nach
der Restaurierung kaufte die Ev. Kirche die Klosteranlage Lehnin 1911
und machte daraus ein Stift für die Diakonissen, das „Luise-Henriette-Stift“. 2004 arbeiteten dort etwa 400 Menschen.
- Das Kloster erscheint mittlerweile eher überrestauriert und längst wollen die Denkmalschützer
nicht mehr den Ursprungszustand bei Fertigstellung erreichen, sondern die Spuren des Zahnes der Zeit zeigen. Die sind im Kloster Lehnin
allerdings nicht so leicht zu entdecken.

Oben Sieht aus wie neu, obwohl schon sehr alt: Kloster Lehnin
- Unten: Das ehemalieg Kornhaus des Klosters

- Links zu Lehnin:
- http://www.klosterlehnin.de/
- https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Lehnin
- http://www.klosterkirche-lehnin.de/die-klosterkirche/klosterkirche.html
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