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Das Kloster Lehnin
Texte und Fotos: Martin Schu ab 2007, Stand: 4. September 2026

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Das Kloster Lehnin war bereits um 1860, als Theodor Fontane das Havelland durchreiste, ein Anziehungspunkt. Es ist ein im Hochmittelalter gegründetes und bis ins 17. Jh. immer wieder erweitertes Zisterzienserkloster, die erste Klostergründung in Brandenburg überhaupt (1180) und wurde im Laufe der Jahrhunderte durchaus wohlhabend (so gehörte Werder/Havel lange Zeit zum klösterlichen Besitz). Nach der Reformation war das Kloster kurz protestantisch, wurde aber 1542 von Kurfürst Joachim II. aufgelöst, nachdem der letzte Abt gestorben war. Die Mönche wurden versetzt und versorgt und Lehnin wurde zum Jagdschloß.

Fontane schreibt über dieses Kloster:

Lehnin war nicht nur das älteste Kloster in der Mark, es war auch, wie schon hervorgehoben, das reichste, das begütertste, und demgemäß war seine Erscheinung. Nicht daß es sich durch architektonische Schönheit vor allen andern ausgezeichnet hätte - nach dieser Seite hin wurde es von Kloster Chorin übertroffen - aber die Fülle der Baulichkeiten, die sich innerhalb seiner weitgespannten Klostermauern vorfand, die Gast- und Empfangs- und Wirtschaftsgebäude, die Schulen, die Handwerks- und Siechenhäuser, die nach allen Seiten hin das eigentliche Kloster umstanden, alle diese Schöpfungen, eine gotische Stadt im kleinen, deuteten auf die Ausgedehntheit und Solidität des Besitzes. 

Der stattliche Mittelpunkt des Ganzen, die zahlreichen Giebel überragend, war und blieb die hohe Klosterkirche, deren mit Kupfer gedeckter Mittelturm dunkel bronzefarben in der Sonne glänzte. Diese Kirche selbst war ihrer Anlage nach eher schlicht als schön, mehr geräumig als prächtig, aber das Leben und Sterben der Geschlechter, Hoffnung und Bangen, Dank und Reue hatten die weiten Räume im Laufe der Jahrhunderte belebt, und die ursprünglich kahlen Wände und Pfeiler waren unter der Buntheit der Dekoration, unter dem wachsenden Einfluß von Licht und Farbe, von Reichtum und Schmuck zu einem immer schöneren und immer imposanteren Ganzen geworden. Seitenaltäre mit Bildern und Kruzifixen, Nischen mit Marienbildern und ewigen Lampen (oft gestiftet, um schwere Untat zu sühnen) zogen sich an Wand und Pfeiler hin, in den langen Seitenschiffen aber lagen die Leichensteine der Äbte, ihr Bild mit Mütze und Krummstab tief in den Stein geschnitten, während an der gewölbten Decke hin, schlanken Leibes und lächelnden Gesichts, die reichvergoldeten Gestalten der Heiligen und Märtyrer schwebten. In einer der Seitenkapellen lag der Grabstein Abt Sibolds, den die Nahmitzer erschlagen hatten. 

Einem reichen Schmuck an Bildwerken, an Erinnerungszeichen aller Art, begegnete der Besucher, wenn er vom Mittelpunkt der Kirche aus in das Längsschiff und die Seitengänge desselben niederblickte, aber die eigentliche Bedeutung von Kloster Lehnin erschloß sich ihm erst, wenn er, den Blick nach Westen hin aufgebend, sich wandte, um, statt in das Längsschiff hernieder, in den hohen Chor hinaufzusehen. Unmittelbar vor ihm, in den Fußboden eingelassen, sah er dann, schlicht und unscheinbar, den Stumpf der Eiche, unter der Markgraf Otto, der Gründer des Klosters, seinen Traum gehabt hatte; zwischen dem Stumpf und dem Altar aber lagen die Grabsteine der Askanier, elf an der Zahl, die hier innerhalb des Klosters, das ihr Ahnherr ins Leben gerufen, ihre letzte Ruhe gesucht und gefunden hatten.

Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teil 3. Havelland. (1. Auflage 1873.) Nachdruck, Nymphenburger Verlagshandlung, München 1971. ISBN 3-485-00293-3., zit. nach https://projekt-gutenberg.org/ am 3. September 2026

Das Kloster Lehnin vom Innenhof
Das Kloster Lehnin vom Innenhof
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Nun erklärte der starke preußische Staat 1871 die Restaurierung zum Brandenburger Nationalheiligtum und den Erhalt als staatliche Aufgabe der preußischen Denkmalpflege gleich nach der Restaurierung der Marienburg in Pommern, an der man seit 1821 arbeitete und die erst 1922 fertig wurde. Die preußische Regierung nahm entsprechend viel Geld in die Hand um sie möglichst wie neu erstehen zu lassen.

Nach der Restaurierung kaufte die Ev. Kirche die Klosteranlage Lehnin 1911 und machte daraus ein Stift für die Diakonissen, das „Luise-Henriette-Stift“. 2004 arbeiteten dort etwa 400 Menschen.

Das Kloster erscheint mittlerweile eher überrestauriert und längst wollen die Denkmalschützer nicht mehr den Ursprungszustand bei Fertigstellung erreichen, sondern die Spuren des Zahnes der Zeit zeigen. Die sind im Kloster Lehnin allerdings nicht so leicht zu entdecken.

Sieht aus wie neu, obwohl schon sehr alt: Kloster Lehnin
Oben Sieht aus wie neu, obwohl schon sehr alt: Kloster Lehnin

Unten: Das ehemalieg Kornhaus des Klosters
Das ehemalieg Kornhaus des Klosters


Links zu Lehnin:
http://www.klosterlehnin.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Lehnin
http://www.klosterkirche-lehnin.de/die-klosterkirche/klosterkirche.html

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