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Werder an der Havel
Texte und Fotos: Martin Schu ab 2007, Stand: 26. August 2026

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Eine gute Möglichkeit, das nördliche Brandenburg zu erkunden, ist ein Quartier in Werder an der Havel. Damit hat man die Möglichkeit, schnell mal nach Potsdam hineinzufahren und sich durch die Hohenzollern-Geschichte durchzuarbeiten, man kann das Havelland durchkreuzen, weiter nach Neuruppin und West-oder Ostpriegnitz und am Ende des Tages ist man wieder dort, wo die nächsten Tage das Zuhause sein wird. Den markanten Kirchturm auf der Insel sieht man immer wieder und erkennt ihn schnell - unabhängig von der Jahreszeit.

Kirchturm und Mühle Anfang April
Kirchturm und Mühle Anfang April - für die Sommeransicht klicke auf das Bild.

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2007 haben wir so begonnen, hatten auf der Havelinsel eine Bleibe in einem ehemaligen Kloster auf der Havelinsel an der Mühle in Werder. Die Wohnung lag zwischen der Kirche und der alten Mühle, hatte Havelanschluß am Garten und wir haben etliche Abende dort gesessen, aufs Wasser geschaut, Enten und Schwäne beobachtet und fanden als gestreßte Großstadtmensch durchaus unsere Ruhe. Die Kinder waren noch nicht zu groß und ließen sich unproblematisch auf  Spielplatz oder in der Innenstadt parken, stromerten auf dem Inselchen herum und verlorengehen konnte keiner. Am Ostersamstag wurden überall die Osterfeuer entzündet und brannten bis zum frühen Morgen, während die Kirche um Mitternacht ihre Glocken hören ließ.
Diese Wohnung diente uns eine Woche lang als Stützpunkt und wir haben schnell die Lage zu schätzen gewußt: Über die Havelbrücke war man in fünf Minuten in der Altstadt von Werder, mit dem Auto in einer Viertelstunde in Potsdam und in einer guten halben Stunde in Berlin. Nach Rheinsberg waren es anderthalb Stunden, ebenso nach Neuruppin und wir haben in dieser ersten Brandenburger Woche gelernt, daß das Land zu groß ist um es in dieser kurzen Zeit auch nur annähernd kennenzulernen. Um Nordrhein-Westfalen zu verstehen, habe ich mein ganzes Leben gebraucht und dieses Bundesland ist nur ein bißchen größer als Brandenburg. NRW allerdings mehr als siebenmal soviele Einwohner - auch das merkt man auf den Touren. Also sind wir noch ein paar Male mehr hier gewesen. Die Lage am Friedhof sorgte für eine gewisse Ruhe und es war einfach nur schön.

Eine der vielen Ferienwohnungen, die man hier mieten kann
Eine der vielen Ferienwohnungen, die man hier mieten kann

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Das Auto oder Motorrad ist ein Muß, wenn man mehr als den Ortskern sehen will, Bus, Bahn und Fahrrad kann man getrost vergessen, denn so toll der ÖPNV in Berlin ist, so schlecht wird er außerhalb des Speckgürtels. Fahrradfahren ist außerhalb der Radwege auch nicht zu empfehlen, weil man in den Dörfern sehr oft noch Schotterpisten oder dieses grobe Kopfsteinpflaster hat, was der GröFaZ als panzertaugliches Kopfsteinpflaster verlegen ließ (Kantenlänge s.o.) und von der Nazi-Zeit bis heute liegen diese Blöcke auf den Straßen. Die DDR hat seit 1949 zwar ein paarmal drüber asphaltiert, aber das half nicht auf Dauer und alle Straßen auf vernünftiges Niveau zu bringen hat seit der Wende keine Regierung geschafft - es wäre auch zu teuer gewesen. Wer partout Fahrrad fahren will, ist mit einem Fat-Bike mit extra dicken Reifen gut beraten und pumpt sie halt nur zur Hälfte auf - auch das federt die schlimmsten Stöße ins Kreuz ab.

Kopfsteinpflaster aus der Zeit vor dem letzten Krieg
Kopfsteinpflaster in Werder aus der Zeit vor dem letzten Krieg

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