Allergien und Unverträglichkeiten


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Allergien und Unverträglichkeiten
Stand: 19. Mai 2013 (erste Ausgabe 2003) von Martin Schlu

2. Begrifflichkeit - 3. Diagnostik - 4. Umweltallergien5. Lebensmittelallergien

1. Vorwort
Meine Frau und ich lernten vor über über zwanzig Jahren mit unseren allergischen Kindern Begriffe wie "Pseudoallergie" und "Kreuzallergie" kennen und erfuhren, wie sich Allergien ständig veränderten. Nun sind die Kinder längst erwachsen und die ganze Familie ziemlich fit in allen Dingen, die allergische Reaktionen und Nahrungsunverträglichkeiten betreffen und so können wir jüngeren Eltern vielleicht ein paar Erfahrungen weitergeben. Mittlerweile hat eine der Töchter, Laura, eine Art Redaktion übernommen und den einen oder anderen Fehler verbessert.

Kinder aus allergisch vorbelasteten Familien sind eher gefährdet, empfindlich auf Nahrungsmittel zu reagieren, weil ein Teil der Allergien vererbbar ist, doch der größte Teil wird im Laufe des Lebens erworben.

Wenn Ihr Kind auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagiert, gibt es nur eins: Sie müssen frisch kochen und dürfen nur das verwenden, von dem Sie wissen, was drin ist und wo es her kommt. Das heißt: keine Fertiggerichte, keine Billigcremes aus dem Supermarkt, keine normalen Restaurants, sofern Sie nicht wissen, wie und womit gekocht wird. Den wenigsten Köchen und Inhabern sind die Zusammenhänge zwischen Inhaltsstoffen und Reaktionen klar und oft wissen sie nicht die Inhaltsstoffe der Produkte, die sie verkaufen. Ein Trost: die meisten Allergien wachsen sich aus, die Pickelphase dauert ein paar Jahre länger, aber mit etwa 25 Jahren ist das Schlimmste vorbei. Testen Sie die Qualität eines Restaurants, fragen Sie bei der Bestellung, wie mit dem Problem umgegangen wird und Sie merken, ob das Restaurant gut ist. Nun zum Thema:

2. Begrifflichkeit Allergie - Pseudoallergie/Unverträglichkeit - Kreuzallergie - Anfang
2.1
Eine Allergie ist eine Überrraktionen des Immunsystems auf Stoffe im Körper, die das Immunsystem als
vermeintlich feindlichen Eindringling bekämpft. Dadurch kommt es zu einer Reaktion wie der Rötung der Haut, Exzeme in Hautfaltenregionen, Schwellungen und Fieber, bis zur Übelkeit mit Erbrechen oder einem allergischen Schock, bei dem es lebensgefährlich werden kann. Klassische Allergien sind Umweltallergien (z.B.  gegen Metalle, wie bei Nickelallergie bei Jeansknöpfen oder Körperschmuck) oder die Klassiker wie Katzen-, Hausstaub- oder Wollallergie. Außerdem gibt es Allergien gegen Nahrungsmittel (z. B. gegen Nüsse, Hühnereiweiß oder Ascorbinsäure). Eine Allergie läßt sich heute relativ sicher in einem Bluttest nachweisen. Sie ist aber nicht gottgewollt und ewig, sondern sie verändert sich. Nach zehn Jahren war z.B. die Hühnereiweißallergie bei zwei unserer Kinder verschwunden, denn der Körper hatte sie in den Jahren der Diät einfach vergessen. - Begrifflichkeit

2.2
Eine
Pseudoallergie oder Kreuzallergie oder Unverträglichkeit ist eine Überrraktion, die an eine andere Allergie gekoppelt ist, sie zeigt zwar die allergischen Reaktion, ist aber nur schwer oder gar nicht nachzuweisen. Eine typische Reaktion bei Unverträglichkeiten ist Übelkeit oder Ausschlag, unmittelbar, nachdem der Körper mit diesem Stoff in Berührung gekommen ist.

Die häufigste Unverträglichkeit bei Nahrungsmitteln ist z.B. die Laktose-Unverträglichkeit oder Kuhmilchallergie, bei der dem Körper das Enzym Laktase fehlt, es dann im Dünndarm zu häßlichen Krämpfen kommt und der Durchfall fuchtbar stinkt. Bei gestillten Kindern vermindert sich die Allergiehäufigkeit um etwa die Hälfte gegenüber Kindern, die mit Kuhmilch ernährt werden. Säuglinge, die nicht mit allergiepräventiver Muttermilch  ernährt werden können und eine Kuhmilchallergie haben, reagieren oftmals auch auf weitere Nahrungsmitteleiweiße allergisch. Deshalb ist es notwendig, hypoallergene Babynahrung oder sogar Spezialnahrung zu verwenden, die das Immunsystem des Säuglings nicht weiter belasten. Weiter zur Laktose-Intolereanz.

Eine weitere gängige Unverträglichkeit ist die gegen Gluten. Sie wird auch "Zöliakie" genannt, Hier liegt eine Unverträglichkeit gegen alle Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel und Hafer vor. Symptome bei einer Zöliakie: starke, unangenehme  riechende Durchfälle mit hoher Fettauscheidung (Fettstuhl), ein aufgeblähter Bauch und Gewichtsverlust.  Erlaubt sind bei einer Glutenunverträglichkeit: Mais, Reis, Hirse, Kartoffeln und Soja. Die aufgetretende Schädigung der Dünndarmzotten kann nur durch eine lebenslange Diät vermeiden werden. Man kann die normalen Bäcker erst einmal vergessen und kauft sein Brot in der Drogerie oder dem Reformhaus, die schon ihre glutenfreie Ecke eingerichtet haben. Dinkel ist keine Alternative zu einer Glutenunverträglichkeit, denn er ist eine Getreideart, die eng mit dem Weizen verwandt ist.  Dinkel geht also nur, wenn man eine Kreuzallergie auf verschiedene Mehlsorten hat.

Unverträglichkeiten haben viele Menschen auch gegen die Stoffe, die in neugekaufter Kleidung enthalten sind, Färberückstände, Impregnierungen, Mottengifte etc. - ein Grund, jedes neu gekaufte Stück erst einmal zu waschen. Dies sollte man grundsätzlich tun, egal, ob es sich um die eigene Kleidung oder um neue Kinderkleidung handelt. Denn zum einen kann sich neugekaufte Kleidung unbequem anfühlen und zum anderen kann gerade auch die empfindliche Kinderhaut auf diese Stoffe allergisch reagieren. Darum sollte man sich und seinen Kindern immer den Gefallen tun, jede neue Kleidung zu waschen.

Übrigens kann man Intoleranzen auch später erwerben: bei drei Familienmitgliedern ist in den letzten Jahren eine Laktose-Intoleranz hinzugekommen, bei einem Mädchen zusätzlich noch eine Gluten-Intoleranz - warum, ist vollkommen unklar. - Begrifflichkeit

2.3
Kreuzallergien
sind Mischformen zweier Allergien, die sich  sich zu einer neuen Variante kombinieren, z.B. eine Allergie mit einer Pseudoallergie. Die Kreuzallergien werden nicht im Allergiepass aufgeführt, da sie sich jederzeit ändern können, weswegen nur die echten Allergien im Pass aufgeführt sind. Hier eine kurze Übersicht.

Birke:
mögliche Reaktionen auf Steinobst, Kernobst,
Erdbeere, Zitrusfrüchte, Litschi (Lychee), Kiwi, Petersilie, Tomate, Paprika, Sellerie, Möhre, Zwiebel, Knoblauch, Ananas, rohe Kartoffel (bei rohem Verzehr kann es zu starken Reaktionen kommen, vom harmlosen Niesen bis zum Allergieschen Schock). Eine Birkenpollenallergie  korreliert relativ häufig mit einer Erdbeerallergie, doch die ist nicht nachzuweisen.

Gräser/ Getreide
Verschiedene Mehlsorten, Tomaten, Sellerie, Soja und Erdbeere,
zeitweisen Apfelallergie, die mal vorhanden ist und mal nicht. Gräserpollen gehen oft einher mit einer Weizen-/Gluten-Unverträglichkeit, die sich meistens mit starken Ausschlägen und Übelkeit bemerkbar macht.

Man kann  getrost davon ausgehen, daß eine bekannte Allergie noch mit ein paar Unverträglichkeiten einhergeht - hier muß man ganz einfach ausprobieren, was geht und was nicht. Erfahrene Hautärzte haben die meisten Kreuzallergien drauf. - Begrifflichkeit


3. Diagnostik und Kompetenz
- Anzeichen - Bluttest - Prick-Test - Desensibilierung?Anfang
3.1 Anzeichen
Es dauert nicht lange, bis man merkt, daß mit dem Kind etwas nicht in Ordnung ist. Ausschläge, die nicht abheilen, Durchfall und/oder Übelkeit nach einem bestimmten Lebensmittel - das sind die Zeichen, die man eigentlich nicht übersehen kann. Wir hatten Glück - u
nsere Kinder hatten bereits bei der Geburt starke Ekzeme und wurden als erste Stufe "hypoallergen" ernährt, d.h., sie bekamen als erste Fläschenmahlzeit eine reizarme Milchnahrung (auf der Packung muß stehen "hypoallergen). Im Laufe der nächsten Monate wurde ein Lebensmittel nach dem anderen zugefüttert: Apfel, Banane, verschiedene Gemüse - jedemal, wenn der Ausschlag schlimmer wurde, wurde das entsprechende Lebensmittel zunächst wieder abgesetzt. Hatte sich die Haut gebessert, wurde es wieder gegeben, trat dann ein Ausschlag auf, hatten wir ein weiteres Lebensmittel gefunden, auf das die Kinder reagierten. Bis unsere Kinder vier waren, hatten wir durch "try und error" folgende Stoffe identifiziert: Hühnereiweiß, rohe Zwiebeln, bestimmte Südfrüchte mit hohem Ascorbingehalt (Orangen, Kiwi, Ananas, merkwürdigerweise nicht Zitrone), rohe Paprika, Geschmacksverstärker, einige Lebensmittel-Farbstoffe und Stabilisatoren.

3.2 Bluttest - zur Diagnostik
Eine Allergie ist eindeutig nur im Bluttest nachzuweisen, den die private Kasse zwar zahlt, aber nicht die gesetzliche Kasse - da reicht das Geld nur für einen Atemlufttest oder den Prick-Test, der aber nicht soviel bringt und eher rausgeschmissenes Geld ist. Man sollte Druck auf die gesetzlichen Kassen ausüben, in der Diagnostik nicht zu sparen, denn eine unbehandelte Allergie wird irgendwann zu einem chronischen Asthma, das für die Kassen viel teurer ist.
3.3 Prick-Test - zur Diagnostik
Diverse Hautärzte machten einen sogenannten "Prick-test", bei dem etwa dreißig Substanzen auf dem Rücken aufgetragen bzw. eingeritzt werden. Dieser Test ist bei Kindern ab etwa sechs Jahren möglich und engt das Feld ein, auf dem man suchen muß. Diverse Fachärzte wiesen uns auf die Uniklinik Köln hin. Diese entpuppte sich aber als ein große Katastrophe: wie im Vorgespräch abgesprochen wurde vier Wochen lang ein Ernährungstagebuch geführt, in das ungefähr jedes Gummibärchen eingetragen wurde. Der Tag der Untersuchung wurde festgelegt, ein Spezalist für Nahrungsmittelallegien wollte sich mit uns befassen und als der Tag da war, waren unsere Unterlagen in Köln verlorengegangen (sie sind nie wieder aufgetaucht), der zugesagte Spezialist war seit zwei Woche in Urlaub und eine Arzthelferin wollte wieder mal mit dem Pricktest anfangen - meine Frau und ich guckten uns an, packten unserer Kinder, fuhren wieder nach Bonn zurück und machten mit "Try and error" weiter. Übrigens gibt es eine ganze Reihe von Unveträglichkeiten, die man einfach nicht sauber (medizinisc und damit rechtlich verbindlich) austesten kann. Die wichtigsten sind die Laktose-Intoleranz und die Gluten-Unverträglichkeit. Da freuen sich die Krankenkassen, daß sie nicht dafür bezahlen müssen.
3.4 Desensibilierung - ja oder nein? - zur Diagnostik
Mittlerweile gibt es eine ganze Menge von Hautärzten, die auch Allergologen sind. Da gibt es zwei Glaubenslinien:

a) man neigt zur Desensibilierung und hofft, daß dadurch die Allergie verschwindet (das ist im Prinzip nur was für Privatkassen und unglaublich teuer - manchmal hilft es aber auch);

b) man geht davon aus, daß sich Allergien irgendwann verändern und lindert nur (das ist billiger für die Kassen) - manchmal verändert sich aber auch nichts.

Wir hatten einen sehr guten Kinderarzt (Dr. Boos, Bonn-Beuel), der gerade auf dem Gebiet der Allergologie erfahren war, doch mittlerweile in den Ruhestand gegangen ist. Bei schlimmen Allergieschüben hatten wir auf sein Anraten ein Arsenal an Hausmitteln (Joghurt mit Olivenöl, Teeröl,) allen möglichen Salben und Cremes, bei harten Fällen griffen wir zu Cortisonpräparate und Antihistaminen (die Flasche Tavegil war immer im Kühlschrank). Dr. Boos war gegenüber der Desensibilierung eher skeptisch (ich bin es auch), eben, weil sich die Allergien sowieso verändern. Meine Frau hat dagegen eine Behandlung durchgezogen und ist nach fünf Jahren gegen Frühblüher und Gräserpollen nicht mehr so allergisch, die mittlere Tochter versucht nun dadurch ihre Gluten-Unverträglichkeit in den Griff zu bekommen - wir werden sehen... - zur Diagnostik

4. Umweltallergien - Anfang
Sehr häufig kommen vor: Gräserpollen, Frühblüher wie z.B. Birkenpollen, Haselnuß oder Salbei. 2002 hatten wir in Bonn eine 200fach höhere Belastung bei Gräserpollen als sonst, so daß auch Leute allergisch geworden sind, die sonst nichts damit am Hut haben. Wenn man im Frühling oder Sommer oft in die Natur muß, ist eine Desensibilierung vernünftig, ansonsten bleibt man an manchen Tagen daheim und wirft eine Telfas nach der anderen ein, damit man überhaupt noch Luft bekommt. Bei den Umweltallegien ist das Risiko relativ hoch, daß aus der allergisch bedingten Kurzatmigkeit irgendwann ein  chronisches Asthma wird und dann ist die Lebensqualität dahin. Das ist der Fall, wo Cortison wirklich nötig ist. Freunde von uns gehen zur Zeit der Birkenpollen-Zeit nicht vor die Tür und wenn man in dieser Zeit die Fenster und Fensterbänke ständig abwischen muß, weil sie dauernd gelb sind, kann man sich auch vorstellen, warum.

Bei Hausstauballegie läßt man am besten den Boden fliesen oder glatt belegen und wischt so oft es geht, denn anders kriegt man das Problem nicht in den Griff. Besonders bei Fußbodenheizung im Winter fliegt der Hausstaub überall herum. Teppichboden bindet zwar den Staub für einige Zeit, aber dann sollte man den Teppichboden alle zwei bis drei Jahre wechseln und das macht kein Mensch.

Weitere Allergieauslöser sind Katzen und Vögel, Tabak und Rauchpartikel, Wolle, Nickel (Jeansknöpfe) - es gibt da viele Möglichkeiten. Hier hilft nur Ausprobieren, woran es liegen könnte - der Prick-Test ist nur etwas fürs allerste Mal. Übrigens hatten wir vierzehn Jahre lang zwei Katzen und bei den Jüngsten wurde die Gesundheit stabiler, es gab später nicht mehr soviele Anfälle und die Augen tränten auch nicht mehr so oft - vielleicht eine Art Abhärtung. Allgemein gilt, daß Haustiere das Immunsystem stärken.

5. Lebensmittelallergien Anfang
Hier sind einige Lebensmittel aufgeführt, die man vermeiden kann, wenn man ungefähr weiß, was mit dem Kind los ist. Ich habe nach den Bereichen aufgeschlüsselt, die am meisten Ärger machen.
 
Hühnereiweiß - Südfrüchte - Fertiggerichte - Nüsse - Weizen/Gluten - Milchprodukte

5.1 Hühnereiweiß - zurück
Hühnereiweiß ist in
den meisten Kuchen und  Backwaren enthalten, weil es beim Backen selten ohne Eier geht. Es findet sich aber auch in den meisten deutschen Nudeln (es gab mal die Marke "7Hühnchen" - warum wohl?) , ist auch in Sekt enthalten, in den meisten Billigweinen und den meisten Billigcremes zur Körperpflege. Fast alle Fertigsaucen (z.B. Grillsaucen) und alle Speisen, die in Fertigsaucen verkauft werden (z.B. Heringstopf) enthalten Eiweiß, ebenso Majonaise und viele Wurstwaren. Weil Hühnereiweiß nicht kennzeichnungspflichtig war, wurde es oft verschwiegen, und dann wußten wir nicht, was die allergische Reaktion auslöste. Gerade bei diesem Stoff machten wir die Erfahrung, daß es kaum Lebensmittel gibt, in denen es nicht enthalten war, selbst in Wein, Schokoriegeln oder Hamburgern. Dies hat sich seit etwa 1998 etwas gebessert, weil Hühnereiweiß heute mehrheitlich durch Johannisbrotkernmehl, Guakernmehl und Soja ersetzt wird und die sind kennzeichnungspflichtig - wenn diese Stoffe auf der Verpackung stehen, kann man die Lebensmittel kaufen.
In Italien lauten die Übersetzungen dafür: „Di semi di carrube“ und „gomma di guar“ , „soja“ erklärt sich von alleine


Was man essen/benutzen kann:
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Nudeln und Nudelgerichte aus Hartweizengrieß, wie sie außerhalb Deutschlands üblicherweise hergestellt werden, (Zitat einer Ökotrophologin eines großen Bonner Krankenhauses: "Fragen Sie mal, ob Sie das in einer Apotheke bekommen.." ) Das braucht man aber nicht, die Nudeln vom Aldi tun es auch. Natürlich gehen Kartoffeln, Reis, Mais, doch die meisten Kinder stehen auf Nudeln. Wir haben gute Erfahrungen mit Wachteleiern gemacht - diese Eier wurden gut vertragen, aber wir haben es nie geschafft an Gänseeier zu kommen, die wären auch gegangen.

Brot, Weißbrot und Hefeteilchen enthalten kein Ei, wenn sie nicht glasiert sind, ebenso Quark-Öl-Teig oder selbstgemachter Bisquitteig (der geht auch ohne Ei). Kuchen mit Soja funktioniert nur mit Mineralwasser und schmeckt dann immer noch nicht gut - wir haben es öfter beim Kindergeburtstag ausprobiert und sind dann bei Quark-Ol-Teig geblieben, der geht immer.  

Auch wenn Sie für die Vorratshaltung Tiefkühlbackwaren benötigen und einkaufen, stehen auf der Verpackung die Inhaltsstoffe. So können Sie sich informieren, ob Kuchen oder auch Brot Hühnereiweiß enthalten oder sonstige Stoffe, auf die Ihr Kind allergisch reagiert. Frieren Sie selbst Gebäck und Brot ein, sollten Sie da ebenfalls vermerken, ob die Lebensmittel unverträgliche Zusätze enthalten, auf die Ihr Kind verzichten muss.
 
Was bei Hühnereiweßallergie auch immer geht, ist natürlich Gemüse und Fisch. Bei Restaurants sollte man aber immer darauf achten, was in die Saucen getan wird, denn eine Sauce Hollandaise geht z.B. nicht ohne Ei und oft nimmt man auch Eiweiß um die Sauce zu binden oder Eigelb, um sie schön gelb zu machen. Im Zweifelsfall muß man nachfragen.


5.2 Südfrüchte
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Orangen, Ananas, Kiwi, auch Erdbeeren und Rhabarber
Hier verzichtet man auf Limonaden wie Fanta, Sprite, Trinkpäckchen und fast alle Säfte, außer, es ist nur Apfel und Wasser enthalten. Tabu sind außerdem alle rote Fruchtsaucen, doch Mandarinen gehen. Auch hier muß man auf Fertigsaucen verzichten, die süß-sauer schmecken und viele Eissorten.

Quark und Joghurt neutralisieren zwar die Fruchtsäure, doch dann darf man keine Laktose-Intoleranz haben. Zucker verschärft die Allergien in der Regel, daher sind Honig oder Ahornsirup zum Süßen besser geeignet. Zu vermeiden sind außerdem Gewürzsalze, alle Fertiggerichte, alle Tütensuppen, die meisten Halbfertiggerichte, alles, was irgendeinen Geschmacksverstärker und einen Zusatzstoff der E-Bezeichnung enthält, denn dann ist in der Regel auch Ascorbinsäure enthalten, oft der Bestandteil, warum man auf die Südfrüchte allergisch reagiert.


5.3 Fertiggerichte - zurück
Man wundert sich manchmal, wenn man in die Mensen, Schulküchen und die normalen Restaurants kommt: Da steht der Eimer mit dem Fertig-Kartoffelbrei, aus dem die Kroketten gemacht werden, man kocht mit Milchpulver, Zusatzstoffen, Stabilisatoren, gibt Farbstoffe an das Fleisch, den Fisch und die Nachspeise und selbst einfache Salatsaucen dürfen in Großbetrieben nicht mehr frisch gekocht werden, damit man Salmonellen-Infektionen vermeidet. Unsere KInder haben in keiner Schulmensa mehr gegessen, auch nicht im Hauwirtschaftsunterricht, weil dort mit Suppenpulver (Knorr-fix) gewürzt wurde und nach jahrelangen Erkenntnissen einer Tochter in diversen Restaurants und Großküchen wissen wir, wo wir nie essen würden. Ich kenne in Bonn und Umgebung sechs Restaurants, in die wir mit der Familie essen gehen können, weil dort frisch gekocht wird und die Kellner auf Nachfrage auch wissen, was heute drin ist ("Maredo", weil man da alles einzeln bestellen kann, das "Opera" gegenüber der Oper, "Primosten" gegenüber Puppenkönig, "Dionysos" in Sankt Augustin-Mülldorf, zwei Chinesen mit Bufett in Troisdorf-Mondorf und Bergheim und das Hotel Horchem in Monschau). Nach unserer Pensionierung machen wir wahrscheinlich mal ein Restaurant auf, in dem Allergiker essen können - bisher gibt es sowas nämlich noch nicht.
Lösung:
Frisch kochen und Fertiggerichte boykottieren!

5.4 Laktose-Intoleranz und Milcheiweiß-Allergie (Milchprodukte)  - zurück
Problem: Lösung
Laktose / Lactose ist der Begriff für den Milchzucker und darf nicht mit Milcheiweiß verwechsel werden. Eine Intoleranz gegen Milcheiweiß (Kasein) ist die schlimmere Variante, denn da besteht eine Intoleranz gegenüber jeglicher Milch, sei es von Kuh, Schaf, Ziege oder sonstwas. Hier hilft nur konsequener Verzicht auf tierische Milch und man muß auf Ersatzprodukte umsteigen wie Sojamlch oder Hafermilch.

Bei einer Milchzucker (Laktose)-Unverträglichkeit muß man einfach alles vermeiden, was Laktose/Milcheiweiß enthält und das ist eine ganze Menge: Schokolade, Joghurt, Salatsauce auf Sahnebasis, in Butter angebratener Fisch, Brot, Würstchen, Burger, Riegel und Kekse - alles, wo Milch, Butter, Sahne oder Joghurt in irgendeiner Form vorkam.  Mittlerweile ist sogar in fast jeder Wurst Laktose enthalten (sie klebt das Fleisch besser zusammen). Fast alle Brotsorten enthalten Laktose und fallen aus (Laktosezusatz sorgt für die lecker aussehende brauen Kruste), fast alle Gewürze enthalten es, denn der Zusatz von Laktose sorgt dafür, daß die Gewürze nicht so schnell klumpen und es ist momentan einfacher, die paar Lebensmittel zu nennen, in denen unter 0,1 % Laktose entahalten sind - das ist der in meiner Familie ausgeteste Grenzwert, ab dem die Reaktion eintritt. Ich bin dann ganz froh, daß wir nicht auch noch koscher kochen müssen (traditionell jüdische Trennung von Milch- und Fleischprodukten) - denn das geht heute nur noch mit größten Schwierigkeiten. Zum Glück haben wir in Bonn-Oberkassel die " Karawane" und der Chef Schonauer kann koscher kochen. Ich hatte mal ein israelisches Jugendorchester zu verpflegen und das haben die gut und bezahlbar hingekriegt.

Beim Essengehen mit Laktose-Intoleranz geht deutsche Küche also gar nicht mehr, denn fast überall gibt es Probleme, weil zuviel in Butter angebraten wird (Fisch, Kartoffeln, Gemüse) und Milch oder Sahne in allen Varianten zur Verfeinerung dazukommen. Das merkt man spätestens eine halbe Stunde später und es ist zu schade um das Essen -  denn gemeinerweise schmeckt es ja. Wir haben für die Folgen de Menüs den Begriff "Klo knutschen" geprägt...

Lösungen für Laktose-Intoleranz: 
Milch:
Natürlich geht Milch aus Schaf- oder Ziegenproduktion, die ist aber nicht so leicht zu bekommen. In Bonn zahlt man für den Liter Ziegenmilch zwischen 1,80 und 3,90.- je nach Laden. Schafsyoghurt gibt es bei „Momo“. Wenn man nicht ganz so empfindlich ist, geht auch die "die minus L-Reihe" aus Ravensburg, die mittlerweile viel Supermärkte führen (Rewe, Edeka). Lidl hat ein bißchen Ziegenkäse (Ziegenfrischkäse), Aldi nur zwei Sorten, die sind noch nicht so weit. 
Heute ist es mit einer Laktose-Unvertraglichkeit zwar wesentlich leichter - es gibt Milchprodukte, denen Laktase zugesetzt ist (und man kann mittlerweile auch das fehlende Enzym in Tablettenform kaufen und darf dann auch mal Sahnetorte schlemmen, wenn man vorher drei bis vier Tabletten einwirft) aber das ist keine Dauerlösung, denn die Laktasetabletten mildern nur die Folgen.

Käse:
Was immer geht, ist Ziegenkäse (gibt es als Schnitt- und Frischkäse) und originaler Feta (Schafskäse), aber nur, wenn er nicht doch aus Kuhmilch hergestellt wird - dann ist es "Feta-Art".
Sushi geht auch, wird auf Dauer aber arg teuer, aber Fisch enthält natürlich keine Laktose.

Salat und Gewürze
Im Zweifelsfall macht man den Salat sowieso selber an: Olivenöl, Balsamico, Salz und Pfeffer - das reicht. Wer empfindlicher ist, besorgt sich am besten über das Internet laktosefreie Gewürze und geht nirgendwo essen, wo er nicht ungewürzt essen kann.
Wurstwaren: Hier gibt es von der Rügenwalder Mühle diverse Streichwurstsorten, die frei von  Laktose und Gluten sind und die vertragen werden. Oft geht Salami, wenn sie original italienisch, spanisch oder französisch ist, weil sie ohne Laktose auskommt, ebenso geht Putenbrust und Hähnchenfleisch - von normaler Kochwurst (Mortadella etc.) läßt man besser die Finger, denn weil nur wenige Hersteller angeben, daß ihre Wurst Laktose enthält, kann man im Umkehrschluß davon ausgehen, daß die meisten Wurstwaren nicht verträglich sind. Aldi hat drei Wurstsorten, in denen keine Laktose ist (Schinken-Lyoner, Puten-Mortadella, kleine Streichmettwurst - aus!) - wir haben es ausprobiert, seit neuestem bietet Aldi auch laktosefreie Milch an, das ist aber nur etwas für relativ Unempfindliche, weil da einfach Laktase zugesetzt wird.

Brot: Es gibt gegenwärtig ganz wenige Brotsorten, die wir kaufen können: rein italienisches Ciabatta enthält keine Laktose, türkische Brotfladen enthalten sie nicht.Mache Supermärkte haben mittlerweile etwas im Angebot:  
ALDI: Vollkornbrothälften in eingeschweißter Tüte, die man lange lagern kann; 
Netto: hat ein laktosefreies Vollkornbrot;
Lidl: hat leider noch nichts verläßlich Laktosefreies.

Außerdem kann man in der Drogeriekette dm viele Produkte aus Schär-Mehl kaufen, die sind oft gluten- und laktosefrei, aber nicht immer. Hingucken! Gehen Sie einfach davon aus, daß Sie unterwegs nichts essen können, oder von Bananen und Äpfeln leben müssen.
Essen gehen - lieber nicht!
Wenn sie trotzdem unterwegs essen gehen müssen, fragen Sie die Verkäufer nach der Liste  mit den Inhaltsstoffen. Die meisten Verkäufer, glauben das, was sie sagen, aber sie wissen zuwenig darüber. Im Zweifelsfall läßt man sich sein mitgebrachtes Brot belegen - das geht! In Deutschland findet zur Zeit offensichtlich ein Umdenken statt und immer mehr Betriebe nehmen die Probleme zumindest zur Kenntnis. Das Hauptproblem in der Gastronomie ist allerdings die Laktose in den Würzmischungen, denn allen Würzmischungen wird Molkepulver zugesetzt, damit sie „rieselfähig“ bleiben. Wer unter 0,01% Empfindlichkeit leidet, merkt das sehr drastisch, wenn man nach einer Pommes mit Salz/Paprikamischung drngend zur Toilette muß.

Lösung I
Nur Salz, frisch gemahlenen Pfeffer aus der Mühler verwenden, Essig, Öl - mehr nicht.

Lösung II 
Koscher oder vegan essen gehen - nachdem man sich informiert hat, daß die Inhaber um die Problematik wissen. Jüdische Kücher vermeidet Milch und Fleisch parallel, ißt man also Fleisch, dürfte es gehen (. s. Gewürze...) Vegane Küche dürfte diese Gewürze ebenfalls nicht verwenden, wenn es ernst gemeint ist.

Italienische und griechische Küche geht gut, wenn wirklich traditionell gekocht wird, denn diese Küche kommt ohne Laktose aus. In Spanien und Frankreich haben wir in den letzten zwei Jahren die leidvolle Erfahrung gemacht, daß dem Ziegenkäse trotzdem Kuhmilch zugesetzt wird, dann kann man den auch nicht essen (“avec ferment de lait“ bzw. “capra con ferment laktif“). In Polen kann man deswegen mit einer Laktose-Intoleranz nicht Urlaub machen, weil Ziegen und Schafe dort als das Allerletzte empfunden werden und  auch mit muttersprachlicher Hilfe sind wir da nicht fündig geworden. Die Niederlande und Belgien haben sich mit dem Problem wohl noch nicht beschäftigt, da findet man immer noch keine Hinweise („geitenkaas“ und „schapekass“ , manchmal mit „enzuim“ dann lieber nicht.
Stand: 19. Mai 2013
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