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Übersee im Chiemgau Stand: 26. Juli 2026 Text und Fotos: Martin Schlu |
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Geschichte - Arkaden - Frauenkirche - Inn-Ufer
Die Gemeinde Übersee liegt nicht jenseits des Ozeans, sondern - ganz prosaisch - auf der anderen Seite des Chiemsees - je nachdem, wo man steht. Südlich des Chiemsees wird man es finden, wenn man die A 8 bei Bernau verläßt, aber da weil die Verbindung München- Salzburg meisten überfüllt ist, fährt man auf den Nebenstraßen Richtung Bernau schneller und ab Bernau ist das Dorf (ca. 5.000 Ew.) ausgeschildert. Der Kalauer „... haben wir nicht, vielleicht gibt es das in Übersee...“ funktioniert nicht unbedingt, weil das Dorf bislang von Großmärkten verschont wurde. Es gibt zwei Gründe dorthin zu fahren: Der erste Grund ist das Wohnhaus des Chiemseer Malers Julius Exter in Übersee-Feldwies, das ein kleines und feines Museum geworden ist. Der zweite Grund ist der Dorfgasthof, in dem Julius Exter seinen festen Platz hatte und der aus gutem Grund die letzten hundert Jahre überlebt hat, weil er einfach gut ist. ![]() Julius Exters Wohn- und Arbeitshaus von der Gartenseite Als Julius Exter das Haus 1902 kaufte, war es ein 1824 erbauter kleiner Bauernhof. Das Wirtshaftsgeböude ließ er zum Atelier umbauen. Er war bereits ein arrivierter Künstler und konnte seine Malkurse hier abhalten. Vermutlich war das Haus damals von Wiesen zumgeben und er wird kaum Nachbarn gehabt haben, doch mittlerweile ist der Hof rundherum von Einfamilienhäusern umzingelt. Trotzdem kann man sehr entspannt im Garten sitzen und vielleicht kriegt man in Zukunft im Haus einen Kaffee, wenn man bei Exters zu Besuch ist. Im Haus selber sieht man das Wohnzimmer, eine kleine Küche, ein kleines Schlafzimmer und überall hängen Exters Bilder. Er selbst war 1917 endgültig nach Feldwies gezogen und verbrachte die restliche Lebenszeit hier. Als er 1937 starb, erbte seine Tochter seinen Besitz und als 1972 verfügt sie, daß der Freistaat Bayern das Erbe bekommen würde, unter der Voraussetzung, hier ein Museum zu schaffen und ihr eine monatliche Rente zu zahlen. Seit ihrem Tode 1980 besteht das Museum. nach oben Julius Exters Arbeitsplatz wurde im Prinzip belassen, wie er ihn bei seinem Tod organisiert hatte und man kann sich vorstellen, daß er nur kurz weggegangen ist. Das Atelier selbst erstreckt sich über zwei Etagen und hat ständig irgendwo gutes Licht. Wer vergleichbare Ateliers kennt, die man heute noch besichtigen kann, kann die Authentizität nachvollziehen (August Macke, Bonn; Jens Søndergaard, DK-Bovbjerg; Holger Drachmann, DK-Skagen). Nachvollziehbar ist, wie er seine Farben angerührt und gemischt hat, auch wenn die im Chorherrenstift auf Herrenchiemsee auch schon gezeigt wurde. Hier ist es authentischer. ![]() Oben. Das Handwerkszeug Julius Exters Unten: Das Atelier Julius Exters ![]() Künstlerhaus Julius Exter, Blumenweg 5 , 83236 Übersee-Feldwies, Eintritt fast geschenkt (€3,00, eine Spende wird gerne gesehen) Link zur Bayrischen Schlösserverwaltung (BSV) https://www.schloesser.bayern.de nach oben ![]() Der Dorfgasthof einige Meter weiter nach oben ![]() Der Stammtisch und Lieblingsplatz Julius Exters (am Kamin) mit einem von ihm gemalten Bild einer Stammtischrunde nach oben |