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- Lebensmittel - Gute Restaurants - Venezianische Spezialitäten
- Italienische
Lebensmittel sind anders. Brotfanatiker fühlen sich wie in Holland
oder England, weil es nur labberiges Weißbrot gibt (Ausnahme ist das focaccia, ein Weißbrot mit eingebackenen Oliven
oder Tomaten). Gemüsefreunde schwärmen von diesen kleinen, süßen
Tomaten, überall zu bekommenden Artischocken und den stacheligen
Gewürzgurken. Käsefreunde kennen einen speziellen venezianischen
Gorgonzola mit Mascarpone, den fast jeder Supermarkt hat, manchmal
sogar ein deutscher Discounter.

- Wer selbst
kochen kann, wird im coop an der Piazzale Roma (P.le Roma) fündig oder
beim Gemüseboot hinter dem Campo San Barnaba. Dort kriegt man alles, was
wächst, und das Boot wird auch ständig neu beliefert. Es ist sogar
besser sortiert als der Markt an der Rialtobrücke (mercato). Auf dem Boot kriegt man aber nur Pflanzliches. Fleisch haben die Supermärkte, Fisch gibt es
auf dem Fischmarkt in Dorsoduro (im Sommer auch auf dem Markt an der
Rialtobrücke) und Brot gibt es außer in den Supermärkten auch in vielen
Bäckeren, Mischbrot und Graubrot allerdings nicht.

- Essen in Venedig kann toll sein, doch meistens wird aus den
Versprechungen, die man beim Einkaufen sieht, ganz schnell Makulatur.
Wohnt man hier nicht auf Dauer, hat man eben nicht die Gerätschaften,
die man für gutes Kochen braucht, denn in den Ferienwohnungen hat man,
wenn überhaupt, nur zwei oder drei kleine Pfannen. Die sind meistens
schrottreif abgeranzt, haben Unmengen an Kratzern und taugen
bestenfalls für ein Spiegelei oder angebratenes Hähnchenklein. Wer da
den hoffnungsvollen Vorstellungen auf dem Fischmarkt nachgibt, wird
sich später ärgern, weil der Gasherd anders funktioniert als man das
vom Strom kennt und die Pfanne irgendein Billigding aus dem Supermarkt
ist, die sich eben nicht gleichmäßig erwärmt. Frustriert kratzt man
dann den verkohlten Fisch aus der Billigpfanne und denkt sich, daß das im Restaurant eben nicht passiert wäre. Eben!
-

Wunderbare Versprechungen geben die Fischmärkte
Egal, ob man den Fisch auf dem Campo Santa Margerita (Dorsoduro) oder
in den Markthallen gegenüber der Rialtobrücke gesehen hat - man läßt
ihn besser liegen. Es sei denn, man hat sich die nötigen Utensilien ins
Auto gepackt (und muß sie natürlich vom Parkhaus in die Fewo tragen).
Natürlich kriegt man hier nicht nur Tintenfisch, Dorade oder
Schwertfisch, die vor ein paar Stunden noch geschwommen sind, aber das
Material alleine reicht ja nicht aus, sondern man braucht das Know-How und
das passende Gerät. Also geht man am besten essen oder kocht so, daß
man nicht mehr als zwei Töpfe und eine kleine Pfanne braucht. In
manchen Fewos ist nämlich noch nicht mal Salz und Öl.

Diesen Schwertfisch sahen wir auf in Dorsoduro nur,
weil unsere Wohnung bei den Räumen der Fischhändler lag und er morgens
noch nicht verkauft war.
In zwanzig Jahren Venedig-Besuchen haben sich ein paar Restaurants und Gerichte als
sensationell gut erwiesen und es gibt auch in San Marco Restaurants,
die normale Preise haben. Beim Preisvergleich haben wir übrigens festgestellt, daß die
Lebensmittelpreise bei Obst, Gemüse, Brot und Fleisch oft über den
Preisen zu Hause lagen.
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- Zu empfehlen sind folgende Restaurants/Trattorie:
- Gute Restaurants - Lebensmittel - Venezianische Spezialitäten
Essen gehen ist teuer. In Italien sowieso, in Venedig noch mehr. Üblich
sind ca. EUR 2,00 bis 3,00.- pro Person nur fürs Gedeck (coperto ), 12% Zuschlag für Service (servicio)
und
im Prinzip EUR ab € 30,00.- pro Person (Mittelklasse). Man zahlt bereits die
Gedeckgebühr, sobald man sich hinsetzt. Also macht man Pause am besten
nur im Café und ißt etwas auf die Hand. Die obligatorischen Pizze sind heute (feb, 2026) nicht mehr so teuer wie früher und in vielen Trattorie zu bekommen (ab ca. € 15,00 eine billige Pizza und ein Getränk).
- Es gibt in Venedig als Alternative mittlerweile
Kebab- und Dönerbuden (gerade im Univiertel zwischen Accademia und Dorsoduro) und das Fleisch dafür
kommt aus Deutschland und unterliegt hiesigen Kontrollen. Sollte man
nach 21:00 Uhr eintreffen, ist das oft die einzige Möglichkeit, denn ab zehn Uhr ist alles dicht. Die Insider gehen tagsüber zur
Trattoria Rosticceria (bei Rialto aussteigen und am Goldoni-Denkmal rechts rein) und
kriegen dort für fünf Euro oder mehr etwas auf die Hand. Die
Alternative sind Supermärkte und das "panne" aus der Bäckerei (s. "Einkaufen").
- Wenn man sich aber auf venezianische Küche einläßt, kann man für etwa EUR
20.- mit einem Getränk gut essen. Günstig sind auch die vielen Osteria oder Trattoria. Am besten sollte man da essen, wo nur italienisch gesprochen wird, da
hat man auch die normalen Preise. Mc Donalds und Burger King gibt es natürlich
auch (Cannaregio, Einkaufsmeile), aber
unter € 15,00 schafft man dies selten und McDoof ist keine Alternative
zu richtiger Küche. An der Zattere gibt es aber viele Restaurants,
in denen auch Studenten und Einheimische essen - wo nur italienisch
gesprochen wird, ist es meistens billiger.

- Typisch italienische Küche der venezianischen Jugend (Feb 2009)
-
Ristorante terrazza Dei Nobili,
- Die
Terazza Dei Nobile ist etwas teurer. Die beste Zeit ist im Sommer
abends, weil die Sonne dann Richtung Giudecca steht, im Frühjahr und
Herbst kommt man eher mittags, weil man dann in der Sonne sitzt. Die
Speisekarte liegt im mittleren Preissegment (€ 30,00 p/P),
venezianische Spezialitäten stehen genauso darauf, wie Standards. Bei
der Platzwahl sollte man aber darauf achten, ob die Flut kommt oder
geht - sonst kriegt man vielleicht nasse Füße.
- Dorsoduro 924 (Haltestelle Zattere, Terasse am Ufer)

Ristorante terrazza Dei Nobili, Dorsoduro 924, kurz nach dem Höchststand der Flut
- Piccolo Martini
- Das
Piccolo Martini ist eine Kreuzung aus Bar und Restaurant. Tee und
Kaffee (welcher auch immer) liegen bei je € 5,00. In der Bar findet man
meistens ein freies Plätzchen, im Restaurant bis zwölf auch. Wer später
essen will, muß reservieren. Das Tagesgericht lag bei € 20,00,
Spezialitäten kosten manchmal mehr. Mittlerweile ist es für uns so
etwas wie ein Stammrestaurant und die Kellner erkennen uns wieder. Das Piccolo Martini ist sehr gut und nicht überteuert.
- San Marco 1501 (Frezzaria, abgehend von der Salizzada San Moisé, schräg gegenüber von San Moisé, am Fendi-Geschäft abbiegen, dann 20 m links)

Piccolo Martini, San Marco 1501 gegen zwölf Uhr - später wird es voll
Trattoria Rosticceria Gislon
Calle de la Bissa San Marco 5424 Campo San Bartolomeo, 30124 Venezia Italia
(Haltestelle Rialto, dann zum Campo Bartolomeo, vor dem Goldoni-Denkmal rechts in die Calle de a Bissa)
Die Trattorio Rosticceria hat meine Frau das erste Mal in den 1960er
Jahren besucht, als sie noch ein Kind war und viele Jahre später unsere
Kinder und mich dorthin abgeschleppt. Der Laden selbst ist fast hundert
Jahre alt und war immer im Familienbesitz. Die Rosticceria bietet schon lange die
Spezialität „Fritto misto con polenta“ und andere preiswerte Gerichte an, so daß in der Mittagszeit die Angestellte und Arbeiter aus der Umgebung kommen um
hier zu essen. Die normalen Touristen finden die Rosticeria zwar nicht,
aber die Stammkunden lesen hier ihre Zeitung, trinken einen Espresso
nach dem anderen und bei aller Wuseligkeit von Kellnern und
Angestellten ist es hier ziemlich gemütlich (wenn sich Zeit nimmt). Der
Laden hat keine Webseite, aber die braucht er auch nicht, weil es
soviel Gutes in den einschlägigen Foren gibt. Die Rosticceria ist halt
nicht leicht zu finden.

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- Venezianische Spezialitäten - Lebensmittel - Gute Restaurants
Fritto misto Im Wesentlichen schmeißt man kleine
Sardinen, Tintenfischringe, Muschen, Krabben oder Garnelen und Fischstücke in eine Panade,
frittert sie ein paar Minuten und serviert sie mit heißer Polenta
(aufgekochter, getrockneter und dann angebratener Gries). Die
Rosticceria verkauft ihn für ca. 10,00, auf der Zattere liegt er bei
ca. 20,00, im Piccolo Martini kostete er € 24,00. Mit dem Preis
steigt aber auch die Menge und mehr als eine Portion schafft man in San
Marco nicht.

Oben: Fritto Misto mit Polenta an der Zaterre
Unten: Fritto Misto mit scharfer Tomatesauce im Piccolo Martini
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Spaghetti vongole
Die nächste venezianische Spezialität sind Spaghetti vongole, wobei de vongole kleine Muscheln sind. Die vongole sind nicht zu verwechseln mit den cozze, den normalen Miesmuscheln, was sich für Deutschen zwar merkwürdig anhört, geschmacklich aber ausgesprochen
gut ist. In Italien bekommt man üblicherweise bei Spaghetti nur eine
Gabel, weil alle davon ausgehen, daß man die Nudeln auf dem Teller
rollt. Wer einen Löffel braucht, ist unten durch und Amerikaner, die in
der linken Hand die Nudeln auf die Gabel genommen haben und mit
dem Messer versuchen, sie um die Gabel zu wickeln, erzielen einen Lacherfolg
und merken nicht, daß sie der Grund für die Heiterkeit sind. Der Trick
besteht darin, die vongole
nur mit der Gabel zu essen, aber man darf auch die Finger dazu nehmen. Die
normalen Muscheln kosteten hier in Venedig fast das Doppelte dessen,
was wir im deutschen Supermarkt dafür ausgeben, deswegen haben wir uns
die cozze zum Kochen hier verkniffen und sind lieber essen gegangen.

Spaghetti vongole im Piccolo Martini
Seppie alla veneziane (Tintenfisch auf venezianische Art)
Üblicherweise
kriegt man Tintenfisch (pulpo) in Deutschland in diesen komischen
panierten Ringen, die der Koch aus dem Tiefkühlfach holt und in die
Friteuse schmeißt. Unvergeßlich ist mir ein Kellner, der mal fragte, ob er sie noch mal in die Mikrowelle tun sollte...
Es
geht aber auch anders. Der frische Tintenfisch wird in seiner Tinte
gekocht und mit Polenta serviert. Es sieht für uns etwas
merkwürdig aus, schmeckt aber hervorragend. Die Amerikaner am
Nachbartisch konnten den Blick nicht vom Teller meiner Frau lassen,
während sie versuchten, ihre Spaghetti kleckerfrei zu essen (s.o.). Da
habe ich mir überlegt, Freunde zum Spaghettiessen einzuaden, wenn sie
dafür ein weißes T-Shirt anziehen.

Seppie alla veneziane im Piccolo Martini
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Spaghetti al nero di seppie alla veneziane (Spaghetti auf venezianische Art)- Die Spaghetti
werden mit dem geschnittenem Tintenfisch in seiner Tinte gekocht. Wenn
man weiß, daß die Tintenfischtinte früher auch zum Schreiben verwendet
wurde, ist man froh über die Spiegelfunktion des Handys, weil man dann
sehen kann, wie verferkelt es um den Mund aussieht. Bis die schwarzen
Sauße unter den Fingernägeln verschwunden ist, dauert es einen Tag -
aber es lohnt sich, weil es unglaublich gut ist. Feuchttücher für Mund
und Finger sollte man dabei haben.

- Spaghetti seppie alla veneziane im Piccolo Martini
- Fegato alla veneziane (Leber auf venezianische Art)
Die
Kalbsleber wird in Mehl gewälzt und angebraten. Nach wenigen Minuten
wird sie aus der Pfanne genommen, solange sie biegsam ist und im Ofen
warm gehalten (ca. 50°), während im Öl der Pfanne Zwiebeln und Lauch
angebraten werden. Für die Süße gehört eigentlich eine frische Feige
hinein, aber Alfons Schubeck empfiehlt zwei dünne Scheiben Marzipan -
das ist leichter zu bekommen (Video dazu).
Der umgerührte Sud wird mit Weißwein oder Prosecco abgelöscht. Man kann
danach noch geschnittene Pilze hinzufügen. Danach werden Petersilie,
Dill, Minze, Basilikum und vor allen Dingen Salbei dazugegeben, die
Leber auf den Teller gelegt und mit der Sauce übergossen. Zum Schluß
wird das Ganze mit gerösteten Mandelblättchen bestreut und mit
Tagliatelli und einem Glas Wein serviert.
Gegessen bei Ristorante Oniga, Dorsoduro 2852, Campo San Barnaba
(Das Restaurant liegt links, wenn man San Barnaba im Rücken und den Kanal rechts liegen hat)
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