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Werder an der Havel
Stand: 26. September 2025

zurück nach Brandenburg

Eine gute Möglichkeit, das nördliche Brandenburg zu erkunden, ist ein Quartier in Werder an der Havel. Damit hat man die Möglichkeit, schnell mal nach Potsdam hineinzufahren und sich durch die Hohenzollern-Geschichte durchzuarbeiten, man kann das Havelland durchkreuzen, weiter nach Neuruppin und West-oder Ostpriegnitz und am Ende des Tages ist man wieder dort, wo die nächsten Tage das Zuhause sein wird. 2007 haben wir so begonnen, hatten auf der Havelinsel eine Bleibe in einem ehemaligen Kloster und konnten uns dem nördlichen Brandenburg ein bißchen nähern. Dies haben wir länger beibehalten, doch ein paar Jahre sind wir direkt südlicher eingestiegen, haben die Wohnung im Spreewald und die Tagestouren gehen nun bis zur Lausitz. Noch besser ist das Hotel gegenüber dem Potsdamer Landtag, doch das geht nur zu zweit.

Eine der vielen Ferienwohnungen, die man hier mieten kann
Eine der vielen Ferienwohnungen, die man hier mieten kann

Als wir das erste Mal in Brandenburg waren, wohnten wir auf der Havelinsel an der Mühle in Werder. Die Wohnung lag zwischen der Kirche und der alten Mühle, hatte Havelanschluß am Garten und wir haben etliche Abende dort gesessen, aufs Wasser geschaut, Enten und Schwäne beobachtet und fanden als gestreßte Großstadtmensch durchaus unsere Ruhe. Die Kinder waren noch nicht zu groß und ließen sich unproblematisch auf  Spielplatz oder in der Innenstadt parken, stromerten auf dem Inselchen herum und verlorengehen konnte keiner. Am Ostersamstag wurden überall die Osterfeuer entzündet und brannten bis zum frühen Morgen, während die Kirche um Mitternacht ihre Glocken hören ließ.

Diese Wohnung diente uns eine Woche lang als Stützpunkt und wir haben später die Lage zu schätzen gewußt: Über die Havelbrücke war man in fünf Minuten in der Altstadt von Werder, mit dem Auto in einer Viertelstunde in Potsdam und in einer guten halben Stunde in Berlin. Nach Rheinsberg waren es anderthalb Stunden, ebenso nach Neuruppin und wir haben in dieser ersten Brandenburger Woche gelernt, daß das Land zu groß ist um es in einer Woche auch nur annähernd kennenzulernen. Um Nordrhein-Westfalen zu verstehen, habe ich mein ganzes Leben gebraucht und dieses Bundesland ist nur ein bißchen größer als Brandenburg. NRW allerdings mehr als siebenmal soviele Einwohner - auch das merkt man auf den Touren.

Auto oder Motorrad ist ein Muß, wenn man etwas sehen will, Bus, Bahn oder Fahrrad kann man getrost vergessen, denn Fahrradfahren ist außerhalb der Radwege nicht wirklich zu empfehlen, weil man in den Dörfern sehr oft noch Schotterpisten oder dieses grobe Kopfsteinpflaster hat, was der GröFaZ als panzertaugliches Kopfsteinpflaster verlegen ließ (Kantenlänge s.o.) und von der Nazi-Zeit bis heute liegen diese Blöcke auf den Straßen. Die DDR hat seit 1949 zwar ein paarmal drüber asphaltiert, aber das hilft nicht auf Dauer und alle Straßen auf vernünftiges Niveau zu bringen hat seit der Wende keine Regierung geschafft. Es wäre auch zu teuer. Wer partout Fahrrad fahren will, ist mit einem Mountain-Bike mit extra dicken Reifen gut beraten und pumpt sie halt nur zur Hälfte auf - auch das federt.

Kopfsteinpflaster aus der Zeit vor dem letzten Krieg
Kopfsteinpflaster in Werder aus der Zeit vor dem letzten Krieg