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Der Darß - Übersicht
Text und Fotos: © Martin Schlu ab März 2008, Stand: 26. März 2026

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Der Darß beginnt am Grenzweg in Ahrenshoop. Bis dahin gehören die Orte zwischen Altheide und dem westlichen Ahrenshoop zu Fischland. Dieses Fischland gehörte ab 1815 zum Großherzogtum Mecklenburg, aber der Darß war königliches preußisches Gebiet. Die Grenze hatte daher bis 1934 ihre Bedeutung, als unter der NS-Regierung das Gebiet zwischen der Provinz Hannover und Pommern  zu „Mecklenburg“ zwangsvereinigt wurde. Das muß man sich ähnlich vorstellen wie die Vereinigung vom Rheinland mit Westfalen - es war furchtbar, aber es mußte gehen.

Wenn man den Darß kennenlernen will, gibt es nur zwei Straßen: Die einfache Verbindung geht ab Altheide an der B105 auf der Bäderstraße (L21) über Klockenhagen, Dierhagen und Wustrow durch das Fischland und ab Ahrenshoop ist man auf dem Darß. Die andere Strecke ist die B105 Richtung Stralsund und dann kann man ab Barth nach Norden und später nach Westen abbiegen. Eine weitere Verbindung über Ribnitz-Damgarten und Barth ist nicht schöner und nur eine Notlösung, wenn in Ahrenshoop die Straße dicht ist.

Letztendlich ist der Darß ein ziemlich dünn besiedeltes Gebiet, das größtenteils aus Naturschutzgebieten besteht. Weil ständig der Wind von der Ostse weht, haben sich die Bäume angepaßt und beim Wachstum dem Wind nachgegeben (Windflüchter). Diese schiefen Bäume sind auch ein Kennzeichen des Ostseestrandes. Am besten lernt man diesen Szrand zu Fuß kennen, sollte aber ein paar tausend Schritte locker laufen können, weil er nur per Fahrrad, per Kutsche oder per Pedes zu erreichen ist. Einsamkeit hat ihren Preis, ist aber schön.

Ein meistens menschenleerer Weststrand - vor allem außerhalb der Ferien.
Oben: Ein meistens menschenleerer Weststrand - vor allem außerhalb der Ferien.

Unten: Das Wahzeichen des Weststrandes ist der Leuchtturm.

Das Wahzeichen des Weststrandes ist der Leuchtturm.


Als guten
Ausgangspunkt für Unternehmungen auf dem Darß sollte man in  Wustrow (Fischland) oder Wiek am Darß eine Ferienwohnung mieten. Beide Dörfer haben akzeptable Angebote, wo man sich für eine Woche oder länger einmieten kann um sich im Darß etwas umzuschauen. Ahrenshoop ist peislich nichts für Familien, weil die Mieten der Ferenwohnungen mittlerweile unverschämt geworden sind und 2024 bis zu € 8.000(!) pro Woche erreichten. Prerow ist ebenfalls recht teuer und mehr für Hotelfans. Ein stillerer Orte wie Born oder Wieck ist nichts für Eventtouristen. Hierhin kommt man, weil man in der Natur sein will, kilometerlange und stundenlange Spaziergänge durch den Wald liebt oder, vorwiegend Ende September bis Mitte Oktober, Zigtausende Kraniche und andere (Zug-)Vögel begucken will, die hier auf dem Weg nach Süden Station machen, um sich auf den Feldern satt zu fressen. Das liegt daran, daß bei Zingst die Insel Kirr mitten im Prerowstrom liegt, als Naturschutzgebiet in Ruhe gelassen wird und im Herbst eine Übernachtungsstation für Hunderttausende Kraniche aus dem Norden ist.

Tagsüber sind die Vögel auf den Wiesen der näheren und weiteren Umgebung und fressen sich Fettreserven für den Flug nach Süden an - was die Bauern mit gemischten Gefühlen sehen, weil die Kraniche eben nicht nur Krabbeltiere fressen, sondern auch gerne Mais und Grünfutter. Im Oktober reicht es, ein paar Kilometer dorthin zu fahren, wo keine Häuser sind und schon sieht man die Kraniche auf den Wiesen (wobei ein richtig großes Teleobjektiv ab 500 mm sehr hilfreich ist).
Man muß im Herbst Ausschau nach Äckern halten, da sitzen die Viecher und fressen
Man muß im Herbst Ausschau nach Äckern halten, da sitzen die Viecher und fressen auf Vorrat.
Übrigens kann man aus dem Auto am besten beobachten, weil sich die Kraniche an die Blechkisten gewöhnt haben - an die Menschen nicht. Erst bei einsetzender Dämmerung fliegen die Kraniche auf die Insel Kirr im Prerow-Strom. Natürlich hat sich die Tourismusindustrie darauf eingestellt und so kann man bei einsetzender Dämmerung eine sogenannte „Kranichfahrt“ unternehmen, bei der man Kraniche gucken kann, soviel man will. Die Schiffe fahren üblicherweise eine Stunde vor einsetzender Dämmerung ab dem Hafen von Prerow oder Zingst ab und man sollte sich warm anziehen - zwei bis drei Stunden auf dem Bodden können recht frisch werden. zum Anfang

Kraniche und Kranichbeobachter am Bodden
oben: Kraniche und Kranichbeobachter (auf dem nachgebauten Mississippi-Dampfer von Prerow ) am Bodden an der Meiningenbrücke

Wer sich auskennt und wem es auf dem Schiff zu frisch ist, der fährt zur Meiningenbrücke (an der Straße vom Darß nach Barth), findet dort einen Parkplatz und gesellt sich zu den dort wartenden Fotofreunden. Dort kann man in der Stunde vom ersten Kranicheinflug bis zum Sonnenuntergang besser sehen als im Gedränge auf dem Schiff. Wenn das Licht nach Sonnenuntergang nicht mehr zum Knipsen taugt, kommen trotzdem noch ein paar tausend Kraniche nach. Nur wenn es dunkel ist fliegen keine Vögel mehr. Es ist allerdings abzusehen, daß es demnächst keine Parkplätze mehr gibt und den Lärm der dicht vorbeifahrenden Autos muß man auch ertragen.

unten: ein Kranichschwarm beim Anflug
Kraniche und Kranichbeobachter am Bodden
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Literatur zum Einlesen
Am besten bereitet man sich mit Schmökern vor. Es gibt gute Krimis, die auf dem Darß spielen und die Neugier auf bestimmte Orte stellt sich von alleine ein. Die unten genannten Krimis bereiten langes Lesevergnügen, weil sie auf je drei Bände ausgelegt sind, wie eine kurze Fernsehserie. Für längere Regentage gibt es nichts Besseres, wenn man den Darß schon ein bißchen kennt und das Dreieck zwischen der Ostseeküste auf der einen Seite und Schwerin und Anklam in den anderen Richtungen einschätzen kann. Man hat dann einfach mehr von der Lektüre. Die Autorin, Katrin Sander, ist fleißig und hat bisher alle paar Monate eine Fortsetzung geschafft - vermutlich werden ihre Bücher die Darß-Klassiker.

Karen Sander :
Der Strand (Trilogie mit dem Ermittler Team Tom Engelhardt & Mascha Krieger)

Vermisst .  
Erster Band mit der Vorstellung des Falls eines vermissten Mädchens aus Sellnitz.
400 Seiten, Rowohlt-Verlag, Januar 2023, ISBN 978-3-499-008054

Verraten
Zweiter Band mit der Steigerung des Falls aus Sellnitz - der Mörder ist tot, doch das Mädchen ist immer noch verschwunden
400 Seiten,
Rowohlt-Verlag, April 2023, ISBN  978-3499008078

Vergessen.
Dritter Band mit der Auflösung, die natürlich nicht verraten wird.
384 Seiten, Rowohlt-Verlag, Juli 2023, ISBN 978-3-499-008061

Karen Sander
Der Sturm
(ebenfalls eine Trilogie, wieder mit dem Ermittler Team Tom Engelhardt & Mascha Krieger)

Vergraben.
Der erste Band der zweiten Trilogie beginnt mit dem Fund zweier Skelette nach einem Kliffabbruch am Darßstrand.
400 Seiten, Rowohlt-Verlag, Februar 2024
ISBN 978-3-499-013188

Verachtet.
Zweiter Band über die Identifizierung der Leichen und das Verschwinden einer Ermittlerin.
386 Seiten, Rowohlt-Verlag, Mai 2014, ISBN 978-3-499-13195

Vernichtet.
Dritter Band mit der Zusammenführung jahrelang nicht aufgeklärter Fälle und dem Finale.
352 Seiten, Rowohlt-Verlag, August 2024, ISBN 978-3-499-013546


Karen Sander
Die Tiefe
(ebenfalls drei Bände, wieder mit dem Ermittler Team Tom Engelhardt & Mascha Krieger)

Versunken
Der erste Band der dritten Trilogie beginnt mit dem Auffinden einer untergegangenen Yacht und einer ermordeten Familie im Inneren.
348 Seiten, Rowohlt-Verlag, November 2025, ISBN 978-3-499-01610-3

Verblendet
Der zweite Band der Trilogie steigert das Verwirrspiel, weil offenbar weitere Morde im Zusammenhang stehen - oder nicht?.
348 Seiten, Rowohlt-Verlag, Februar 2026, ISBN 978-3-499-01611-0


Auf den dritten Band warte ich noch - er soll Mitte Mai 2026 erscheinen.


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