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Einführung für Wessis
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- Der
Darß beginnt am Grenzweg in Ahrenshoop. Bis dahin gehören die Orte
zwischen Altheide und dem westlichen Ahrenshoop zu Fischland. Dieses
Fischland gehörte ab 1815 zum Großherzogtum Mecklenburg, aber der Darß
war königliches preußisches Gebiet. Die Grenze hatte daher bis 1934 ihre
Bedeutung, als unter der NS-Regierung das Gebiet zwischen der Provinz
Hannover und Pommern zu „Mecklenburg“ zwangsvereinigt wurde. Das
muß man sich ähnlich vorstellen wie die Vereinigung vom Rheinland mit
Westfalen - es war furchtbar, aber es mußte gehen.
- Wenn
man den Darß kennenlernen will, gibt es nur zwei Straßen: Die einfache
Verbindung geht ab Altheide
an der B105 auf der Bäderstraße (L21) über Klockenhagen,
Dierhagen und Wustrow durch das Fischland und ab Ahrenshoop ist man auf
dem Darß. Die andere Strecke ist die B105 Richtung Stralsund und dann
kann man ab Barth nach Norden und später nach Westen abbiegen. Eine
weitere Verbindung über Ribnitz-Damgarten und Barth ist nicht schöner
und nur eine Notlösung, wenn in Ahrenshoop die Straße dicht ist.
- Letztendlich
ist der Darß ein ziemlich dünn besiedeltes Gebiet, das größtenteils aus
Naturschutzgebieten besteht. Weil ständig der Wind von der Ostse weht,
haben sich die Bäume angepaßt und beim Wachstum dem Wind nachgegeben
(Windflüchter). Diese schiefen Bäume sind auch ein Kennzeichen des Ostseestrandes.
Am besten lernt man diesen Szrand zu Fuß kennen,
sollte aber ein paar tausend Schritte locker laufen können, weil er nur
per Fahrrad, per Kutsche oder per Pedes zu erreichen ist.
Einsamkeit hat ihren Preis, ist aber schön.

Oben: Ein meistens menschenleerer Weststrand - vor allem außerhalb der Ferien.
- Unten: Das Wahzeichen des Weststrandes ist der Leuchtturm.

Als guten Ausgangspunkt
für Unternehmungen auf dem Darß sollte man in Wustrow (Fischland) oder Wiek am Darß
eine Ferienwohnung mieten. Beide Dörfer
haben akzeptable Angebote, wo man sich für eine Woche oder länger
einmieten
kann um sich im Darß etwas umzuschauen. Ahrenshoop ist peislich nichts
für Familien, weil die Mieten der Ferenwohnungen mittlerweile
unverschämt geworden sind und 2024 bis zu € 8.000(!) pro Woche
erreichten.
Prerow ist ebenfalls recht teuer und mehr für Hotelfans. Ein stillerer
Orte wie Born oder Wieck ist
nichts für Eventtouristen. Hierhin kommt man, weil man in der Natur
sein will, kilometerlange und stundenlange Spaziergänge durch den Wald
liebt oder, vorwiegend Ende September bis Mitte Oktober,
Zigtausende Kraniche und andere (Zug-)Vögel
begucken will, die hier
auf dem Weg nach Süden Station machen, um sich auf den Feldern satt zu fressen. Das liegt
daran, daß bei Zingst die Insel Kirr mitten im Prerowstrom liegt, als
Naturschutzgebiet in Ruhe gelassen wird und im Herbst eine
Übernachtungsstation für Hunderttausende Kraniche aus dem Norden ist.
- Tagsüber
sind die Vögel auf den Wiesen der näheren und weiteren Umgebung und
fressen sich Fettreserven für den Flug nach Süden an - was
die
Bauern mit gemischten Gefühlen sehen, weil die Kraniche eben nicht nur
Krabbeltiere fressen, sondern auch gerne Mais und Grünfutter. Im
Oktober reicht es, ein paar Kilometer dorthin zu fahren, wo
keine Häuser sind und schon sieht man die Kraniche auf den Wiesen (wobei
ein richtig großes Teleobjektiv ab 500 mm sehr hilfreich ist).

- Man muß im Herbst Ausschau nach Äckern halten, da sitzen die Viecher und fressen auf Vorrat.
- Übrigens
kann man aus dem Auto am besten beobachten, weil sich die Kraniche an
die Blechkisten gewöhnt haben - an die Menschen nicht. Erst bei einsetzender Dämmerung fliegen die Kraniche auf
die Insel Kirr im Prerow-Strom. Natürlich hat sich die Tourismusindustrie darauf eingestellt und so
kann man bei einsetzender Dämmerung eine sogenannte „Kranichfahrt“
unternehmen, bei der man Kraniche gucken kann, soviel man will. Die
Schiffe fahren üblicherweise eine Stunde vor einsetzender Dämmerung ab dem
Hafen von Prerow oder Zingst ab und man sollte sich warm anziehen - zwei bis drei Stunden auf
dem Bodden können recht frisch werden. zum Anfang

oben: Kraniche und Kranichbeobachter (auf dem nachgebauten Mississippi-Dampfer von Prerow ) am Bodden an der Meiningenbrücke
- Wer
sich
auskennt und wem es auf dem Schiff zu frisch ist, der fährt zur
Meiningenbrücke (an der Straße vom Darß nach Barth), findet
dort einen Parkplatz und gesellt sich zu den dort wartenden
Fotofreunden. Dort kann man in der Stunde vom ersten
Kranicheinflug bis zum Sonnenuntergang besser sehen als im Gedränge auf
dem Schiff. Wenn das Licht nach Sonnenuntergang nicht mehr zum Knipsen
taugt, kommen trotzdem noch ein paar tausend Kraniche nach. Nur wenn es
dunkel ist fliegen keine Vögel mehr. Es ist allerdings abzusehen, daß
es demnächst keine Parkplätze mehr gibt und den Lärm der dicht
vorbeifahrenden Autos muß man auch ertragen.
- unten: ein Kranichschwarm beim Anflug

- zum Anfang
Literatur zum Einlesen- Am
besten bereitet man sich mit Schmökern vor. Es gibt gute Krimis, die
auf dem Darß spielen und die Neugier auf bestimmte Orte stellt sich von
alleine ein. Die unten genannten Krimis bereiten langes Lesevergnügen, weil sie
auf je drei Bände ausgelegt sind, wie eine kurze Fernsehserie. Für
längere Regentage gibt es nichts Besseres, wenn man den Darß schon ein
bißchen kennt und das Dreieck zwischen der Ostseeküste auf der einen
Seite und Schwerin und Anklam in den anderen Richtungen einschätzen kann. Man hat
dann einfach mehr von der Lektüre. Die Autorin, Katrin Sander, ist fleißig und hat
bisher alle paar Monate eine Fortsetzung geschafft - vermutlich werden ihre Bücher
die Darß-Klassiker.
- Karen Sander :
- Der Strand (Trilogie mit dem Ermittler Team Tom Engelhardt & Mascha Krieger)
- Vermisst .
- Erster Band mit der Vorstellung des Falls eines vermissten Mädchens aus Sellnitz.
- 400 Seiten, Rowohlt-Verlag, Januar 2023, ISBN 978-3-499-008054
- Verraten
Zweiter Band mit der Steigerung des Falls aus Sellnitz - der Mörder ist tot, doch das Mädchen ist immer noch verschwunden
400 Seiten, Rowohlt-Verlag, April 2023, ISBN 978-3499008078
- Vergessen.
Dritter Band mit der Auflösung, die natürlich nicht verraten wird.
- 384 Seiten, Rowohlt-Verlag, Juli 2023, ISBN 978-3-499-008061
- Karen Sander:
- Der Sturm
(ebenfalls eine Trilogie, wieder mit dem Ermittler Team Tom Engelhardt & Mascha Krieger)
- Vergraben.
- Der erste Band der zweiten Trilogie beginnt mit dem Fund zweier Skelette nach einem Kliffabbruch am Darßstrand.
- 400 Seiten, Rowohlt-Verlag, Februar 2024
- ISBN 978-3-499-013188
- Verachtet.
- Zweiter Band über die
Identifizierung der Leichen und das Verschwinden einer Ermittlerin.
- 386
Seiten, Rowohlt-Verlag, Mai 2014, ISBN 978-3-499-13195
Vernichtet.
- Dritter Band mit der
Zusammenführung jahrelang nicht aufgeklärter Fälle und dem Finale.
- 352
Seiten, Rowohlt-Verlag, August 2024, ISBN 978-3-499-013546
- Karen Sander:
- Die Tiefe
(ebenfalls drei Bände, wieder mit dem Ermittler Team Tom Engelhardt & Mascha Krieger)
- Versunken
- Der
erste Band der dritten Trilogie beginnt mit dem Auffinden einer
untergegangenen Yacht und einer ermordeten Familie im Inneren.
- 348
Seiten, Rowohlt-Verlag, November 2025, ISBN 978-3-499-01610-3
- Verblendet
- Der zweite Band der Trilogie steigert das Verwirrspiel, weil offenbar weitere Morde im Zusammenhang stehen - oder nicht?.
- 348 Seiten, Rowohlt-Verlag, Februar 2026, ISBN 978-3-499-01611-0
Auf den dritten Band warte ich noch - er soll Mitte Mai 2026 erscheinen.
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