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Schloß Benrath - ehemaliger Regierungssitz
Text und Fotos: Martin Schlu, Stand: 11. September 2026


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Kurfürst Karl Theodor ließ das Alte Schloß also abreißen und Schloß Benrath ab 1755 neu bauen. Weil er Geld genug hatte, suchte er gescheite Baumeister und fand Nicolas de Pigage, einen 1723 geborenen Architekten, der er kurz nach dessen Ausbildung engagierte und fortan beschäftigte. Ab 1752 wurde de Pigage Obrbaumeister am kupfälzischen Hof auf Schloß Mannheim, erledigte die ihm übertragenen Aufgaben und bekam 1755 den Befehl in Benrath ein neues Schloß zu bauen. Er wurde ab 1762 auch noch Gartenmeister, arbeitete an der Mannheimer Residenz und baute noch ein paar kleinere Häuschen wie das Schwetzinger Schloßtheater mit dem Schloßgarten - er war eben gut.

Für Benrath schwebte Karl Theodor ein kleines Versailles vor, mehrere Flügel, großer Garten, schönes Wohnhaus - was man als größerer Herrscher eben so braucht. Nun war der Bauplatz recht groß und so konnte de Pigage in die Fläche gehen und die Gebäude etwas auflockern. Für die heutgen Touristen ist das schwierig, wenn sie nicht zufällig eine Fotodrohne dabei haben, denn man sieht immer nur einen  kleinen Ausschnitt des Anwesens, egal wo man steht (Link zum Luftbild). Was man immer gut sehen kann ist das Haupthaus, die Wohnstube, wo der Kurfürst hätte wohnen sollen (Corps de logis) - wäre er nicht auch noch bayrischer Kurfürst geworden. So mußte er ab 1777 in München wohnen und hatte nicht mehr viel vom 1771 fertiggestellten Schloß. Dem Wittelsbacher Kurfürsten von Köln, Clemens August ging es mit Schloß Brühl aber ähnlich - der starb, bevor alles fertig war.


Das Corps de logis (Wohnhaus) von der nördlichen Seeseite her.
Oben: Das Corps de logis (Wohnhaus) von der nördlichen Seeseite her.

Unten: Gartenseite des Wohnhauses im Herbst
Gartenseite des Wohnhauses im Herbst

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Das Schloß wird seit etlichen Jahren renoviert und ausgebessert. Als ich 2003 das erste Mal da war, sah ich verschimmelte Wände, abgefallenen Putz und viele Feuchtigkeitsschäden. Das ist in den letzten Jahren zwar viel besser geworden, doch es bleibt immer noch genug zu tun.

Ein Teil des nordöstlichen Eckflügels - ganz rechts kriegt man Tickets und Bücher
Ein Teil des nordwestlichen Eckflügels - ganz rechts kriegt man Tickets und Bücher

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Das Corps de logis kann man nicht so einfach besuchen. Man kann dort entweder heiraten oder es gibt eine Sonderausstellung, für die man Tickets online buchen muß. Letztens war es eine Ausstellung der Bilder Johnny Depps und es herrschte strengstes Fotografierverbot. Man muß sich das Innere so vorstellen wie ein abgespecktes Schloß Brühl oder ein abgespecktes bayrisches Schloß: Rosa Tapeten, einige Möbel aus dem 18. Jahrhundert, wenig Gold, Putten und Engelchen. Für einen Kurfürsten wäre es regelrecht spartanisch.

Mittwochs sollte man nicht kommen - da hat das Café geschlossen, die Buchhandlung auch, und wenn es regnet, kann man sich nicht unterstellen. Sitzbänke gibt es viel zuwenig.

Das konnte man fotografieren: Das Ausstellungsplakat für Johnny Depps Bilder
Das konnte man fotografieren: Das Ausstellungsplakat für Johnny Depps Bilder

Anreise
Mit der Bahn bis zum Bahnhof Benrath, ab da sind es ca. fünf Minuten zum Schloß.
Mit dem Auto in die Schloßgarage (Paulistraße 12), Stunde: € 2,00
Eintritt in die Ausstellung Depp: € 24,00

Bilder kann man kaufen: Eine Lithographie in 25oer Auflage sollte ca.€ ab 2.500,00 kosten. Das ist etwa der Preis für einen vergleichbaren Udo Lindenberg oder Otto Waalkes. Johnny Depp kann malerisch zwar mehr als Lindenberg, aber weniger als Otto (der hat dafür ja Kunst studiert).

Essen gehen
Nahe dem Schloß gibt es das vietnamesische Restaurant Omami. Das Essen war gut, der Tee ach, aber den Kaffee trinkt man besser woanders.
Omami Urdenbacher Allee 3a, 40597 Düsseldorf (noch keine Webseite, keine Telefonnummer)

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