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Königswinter - rund um den Petersberg
Text und Fotos: Martin Schlu    Stand: 2. August 2026


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4711 - Lemmerzwerke  - Dino Xperinece -

Königswinter galt lange als die Touristenstadt mit dem „höchsten Berg Hollands“, denn  die 347 Meter, die der Drachenfels schafft, zählen noch nicht mal im Freiburger Raum um den Feldberg. Weil das holländische  Gebiet aber teilweise deutlich unter dem Meeresspiegel liegt, sind da fast 350 Meter schon eine gewaltige Erhebung und so kommen die Holländer seit den 1950er Jahren in Scharen und an den meisten Cafétüren hängt seitdem der Hinweis „Koffie is klaar“, was bedeutet, daß zumindest eine Kaffeebestellung auf Holländisch verstanden wird.

Der Rhein vom Drachenfels Richtung Honnef aus gesehen
Der Rhein vom Drachenfels Richtung Honnef aus gesehen. Links die Rheininsel Grafenwerth,  die rechte Rheininsel ist Nonnenwerth.

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Kölnisch Wasser
Wirtschaftlich profitierte die Stadt in der Vergangenheit von drei Größen: Der älteste Einfluß war die Familie Mühlens-Mühlich, die die Erben des 4711 Kölnisch Wasser waren. Dieses Erbe spülte der Familie soviel Geld in die Familienkasse, daß davon der Wintermühlenhof gekauft werden konnte und später der Petersberg. Der hatte damals noch ein kleines Hotel auf dem Gipfel, doch nachdem Bonn Bundesdorf und -hauptstadt geworden war, wurde das Hotel von der Regierung genutzt. Unvergeßlich ist, wie der erste Bundeskanzler der frisch gegründeten BRD bei einem Alliiertentreffen am am 21. September 1949 zu den Weltpolitikern auf den roten Teppich trat und damit demonstrierte, daß der neue Staat bei seiner Zukunft mitreden wollte. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte übernachteten diverse Regeierungschefs hier oben: Queen Elisabeth II. kam als frischgekrönte Königin, viele andere Regierungschefs folgten und unvergeßlich ist den alten Einwohnern, wie Leonid Breschnew 1973 einen funkelnagelneuen Mercedes 450 SLC auf der Probefahrt in der ersten Kurve nach Ittenbach so in den Sand (Graben) setzte, daß er ohne dieses Teil nach Moskau zurückfliegen mußte. Übrigens heißt diese Straße bis heute Ferdinand-Mühlens-Straße, nach dem alten Inhaber von 4711.

Der Petersberg von Oberkassel aus gesehen.
Der Petersberg von Oberkassel aus gesehen.

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Lemmerzwerke
Der zweitälteste Einfluß waren die Lemmerzwerke. Ursprünglich von Paul Lemmerz gegründet stellten diese Werke in ihrer Blütezeit nichts anderes her als Autofelgen und das brachte der Stadt wiederum etliche Millionen ein. Es gab eine Lemmerz-Freibad oberhalb des Rheins, es war Geld da für moderne Schulen, die Promenade konnte angelegt werden und dies ging bis zur Jahrtausendwende ganz gut. Dann gab es eine Krise, die Lemmerzwerke wurden zu Maxion Wheels und das Lemmerzbad verfällt so langsam. Heute weiß kaum noch einer, wer Paul Lemmerz war.


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Dino Xperience
Der dritte Einfluß war lange Zeit das Sea-Life-Aquarium, praktisch an der Bahnhaltestelle der Linie 66 gelegen, direkt am Rhein. Es bestand fast zwanzig Jahre lang, spielte Königswinter ebenfalls ordentlich Geld in die Stadtkasse, doch irgendwann hatten alle die Fische gesehen und der Betrieb ging pleite. Mittlerweile ist in diesem Gebäude eine Dino-Show angesiedelt. Die ist zwar teuer, aber so gut gemacht, daß unsere beiden Grundschulenkel sich zwei Stunden extrem konzentrieren und danach viel erzählen konnten.

Früher Sealife, heute Dinopark an der Rheinallee 8
Früher Sealife, heute Dinopark an der Rheinallee 8

Der Ansatz ist einfach, aber gut und vor allem gut gemacht. Jeder weiß, daß Drachenfels und Drachenburg seit dem 19. Jahrhundert mit dem Mythos des Drachen spielen und wer mal oben war, weiß, wieviele Drachenzitate es bei Burgruine, dem Schloß und dem Zoo gibt. Das haben sich die Ideengeber des Dinoparks zum Vorbild genommen und inszenieren Grabungsarbeiten, nach denen bei Bauarbeiten im Königswinterer Untergrund Dinoknochen gefunden wurden, aus denen man DNA gewinnen konnte.

Sehr überzeugend, wie der Professor per Video die Sache mit der DNA erklärt
Sehr überzeugend, wie der Professor per Video die Sache mit der DNA erklärt


Der Rest ist klar: Kinder fahren voll drauf ab und um den Preis eines Fuffi (oder mehr) hat man ein bis zwei aufgeregte und später entspannte Kinderseelen. Am schönsten wird es am Ende, wenn man die frisch geschlüpften Dinos in den Käfigen sieht und wenn eine Mitarbeiterin den gerade geborenen Dino holt, ihm Fläschen gibt und die Kinder ihn streicheln können.

Kuschelviecher und Dinobücher oder -zubehör kommen am Ende drauf und Eis gibt es zwanzig Meter weiter nebenan.

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