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Mittelalter
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- Die
Hanse - Danzig
zusammengestellt
von Martin Schlu, August 2010
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Der Prager Bischof Adalbert kommt in die "Urbe Gyddanzyc", tauft mit
Unterstützung durch Soldaten des polnischen Königs Bolesław Chrobry
dort tagelang "Heiden" und sorgt damit für den Grundstock des bis heute
katholischen Landstrichs. Günter Grass beschreibt in
der "Blechtrommel" sehr anschaulich das Vielvölkergemisch, das im Laufe
der Jahrhunderte an der Weichselmündung zunächst in den Sümpfen
siedelt: erst die Goten, dann die Slawen, die den landstrich "po morje"
bezeichnen - übersetzt: "am Meer", polnisch "morska" und aus dieser
Bezeichung entsteht irgendwann "Pommern", später eingeteilt in Vorder-
und Hinterpommern. Östlich davon leben ab dem 7. Jahrhundert bereits
baltische Stämme, die "Vinodi" und die "Esti". Vor dem 10. Jahrhundert
ist bereits die sogenannte "Bernsteinstraße", ein Handelsweg zwischen
"Haithabu" (Lübeck) und dem späteren Tallinn.

- Danziger Hafen mit Krantor
Foto: Martin Schlu © 2009
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- Danzig übernimmt das
"lübische"
(von Lübeck)
Recht und wird damit als Handelspartner
verläßlich und berechenbar. Vor allem geliefert wird Getreide und Holz aus dem Hinterland
der Pruzzen, dem "Kulmer Land" das vom Deutsche Orden kontrolliert wird und als Kornkammer
Osteuropas gilt. Die Ordensritter sorgen für einen umfassenden
Kirchenbau, denn getaufte Pruzzen machen weniger Ärger und
stabilisieren die Region.
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Danzig fällt endgültig an den deutschen Orden und wird nun von
der Marienburg ca. 50 km südlich regiert.
Über 1000 Schiffe laden in dieser Zeit kurländisches Getreide und
bringen es von Danzig zu den anderen Handelshäusern und die Einnahmen
gehen an den Deutschen Orden, der sich seine Zentrale in Marienburg
(heute "Malbork") repräsentativ ausbauen läßt.

Die Marienburg aus dem Auto fotografiert - anhalten kann man da nicht unbedingt.
Foto: Laura Schlu 2009
- In der
Renaissance wird die nun polnische Stadt durch den Handel so reich und
mächtig, daß es zu ernsten
Probleme mit den regionalen Königen kommt, denn
freie Reichsstädte müssen sich nicht unbedingt
an die Gesetze halten, die ein - regionaler - König
beschließen läßt. Es ist ein
bißchen so wie heute bei einem multinationalen
Konzern, der seine Niederlassung dorthin ausbaut, wo die
Gesetze passend erscheinen. Freier internationaler Handel
sorgt also für innenpolitische Spannung.
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Als Zeichen der Repräsentation wird mit dem Bau einer gotischen Kirche
begonnen, die - natürlich - der Jungfrau Maria gewidmet wird. Diese
Kirche soll bereits weit von See aus als Landmarke dienen und damit
wird der Turm mit 82 Metern einer der höchsten im Land. Auch heute noch
ist er das mit Erste, was man von der Stadt sieht, wenn man von der
Seeseite kommt und die Marienkirche ist immer noch die größte
Backsteinkirche der Welt.

Danziger Marienkirche während der Restauration
Foto Martin Schlu © 20o9
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Der erste Hansetag in
Danzig findet statt, es bleibt nicht der
einzige. Die Stadt
bleibt bis zu der Auflösung der Hanse 1661 in dem
Städtebund, auch wenn der Landesherr mal deutsch,
mal schwedisch, mal polnisch wird.
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- Es kommt zum Krieg zwischen deutschem Orden und dem
polnischen König. Die Stadt schlägt sich lieber auf die Seite des
Königs als auf die des Komturs - die Ordensritter sind der Freistadt zu
dogmatisch und Glaubensstrenge ist nicht gut für den Handel.
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Bei
der Schlacht von Tanneberg wird der Deutsche Orden vernichtend
geschlagen und - unter anderem - Danzig fällt wieder an den polnischen
König. Der ist so klug, den Sonderstatus der Stadt nicht in Frage zu
stellen und Danzig blüht als Handelmetropole wieder auf - an den
Steuern verdient der König immer noch genug. Selbst als sich in Danzig
die Reformation durchsetzt, läßt der König die Danziger gewähren und so
wird die Stadt eine evangelische Insel im katholischen Polen. Die Stadt
lebt Toleranz und so kommen viele Verfolgte dorthin, außer den Juden
aus dem Osten auch Schotten und Hugenotten aus dem Westen - bis 1945.
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- Links:
- http://www.gdansk-life.com/poland/danzig-geschichte
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