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Mittelalter
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- Die
Hanse - Lübeck
zusammengestellt
von Martin Schlu, 2006/Feb. 2008
zurück - 1167
- um
1200 -
1531
- 1629
- 1705
-
- 1143
- Im 12. Jahrhundert
verlegen die deutschen Kaufleute ihren
Handelsumschlagplatz in das neu gegründete
Lübeck, weil der bisherige Handelsplatz Haithabu,
ein Ort an einem See mit Zugang zur Ostsee, zu oft
überfallen wurde und nicht mehr sicher ist.
Lübeck dagegen ist 1143 auf einer verlassenen
Halbinsel (Buku) zwischen Trave und Wakenitz neu
gegründet worden, hat außerdem einen
geschützten Hafen, der durch die Trave gut zu
erreichen ist und ist so sicher angelegt, so daß
Heinrich der Löwe 1161 der Stadt freien Handel und
rechtliche Sicherheit für alle Kaufleute garantiert,
die nach Lübeck kommen.
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- Lübeck, Ansicht vom
Wakenitzufer aus, alle sieben Türme bekommt man voin
hier nicht aufs Bild. Foto: Martin Schlu, ©
2006
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- 1167Auszug
aus dem Stadtrecht:
Wir
bestimmen auch, daß niemand in den Rat komme, der
nicht ehelich, von freier Geburt und niemandes Eigentum
sei, auch darf er bei keinem Herrn irgendein Amt
bekleiden. Er soll von gutem Ruf sein, und auch seine
Mutter muß frei und niemandes Eigentum gewesen
sein.
Er darf keines Geistlichen Eigentum gewesen sein. Er darf
keines Geistlichen oder Pfaffen Sohn sein und soll
liegendes Eigentum (=Grundbesitz) innerhalb der Mauern
haben, er darf zu seinem Eide nicht gezwungen sein und
seine Nahrung nicht mit Handwerk erworben haben.
- Quelle: W.Lautemann,
M.Schlenke (Hg.): Geschichte in Quellen, Bd. 2, S. 733
zit. nach Stadtgeschichte Rostock
-
- Der sichere Handel in
Lübeck spricht sich daher herum, Lübeck
expandiert und dies hat zur Folge, daß die
"lübische" Münze internationale Bedeutung
bekommt. Aus diesem Grund wird Lübeck schnell die
wichtigste Stadt für den Osthandel, aber auch mit
Holland und Flandern (heute Belgien) findet reger Waren-
und Geldaustausch statt.
- Gehandelt werden
zunächst Heringe und damit verbunden die Tonnen und
das Zubehör, das man braucht um sie zu fangen und zu
verkaufen: Nebenbei organisiert sich Lübeck das
Monopol auf Salz, weil ihm die Lüneburger Salinen
unterstehen und mit dem Salz lassen sich die in Massen
gefangenen Heringe konservieren, daher auch
transportieren und teuer verkaufen. ("silbernes Gold").
Übrigens wird Salz eine der wichtigesten
Währungen der Welt und in Österreich werden
ganze Dynastien damit finanziert (Salzburg).
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- 1200
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Seitenanfang
- Um 1200 ist die Burg
fertig, die den einzigen Landzugang kontrolliert und die
Stadt damit uneinnehmbar macht, um 1230 wird die
Stadtmauer mit dem Holstentor im Westen fertiggestellt.
Um 1400 ist die Wakenitz aufgestaut und bietet eine
für Feinde unüberwindliche weitere Barriere, so
daß man auf die Burg verzichten kann und das
Gelände besser verwendet. Lübeck ist mit 25.000
Einwohnern eine Großstadt geworden. Der Reichturm
wird durch die Anzahl und Höhe der Kirchtürme
(sieben!) dokumentiert. Um 1500, evtl. auch früher
ist die Stadt in vier Bereiche (Quartiere) eingeteilt,
die sich nach den Schutzheiligen und den Kirchen richten:
Maria-Magdalena-Quartier, Jakobi-, Marien und
Johannis-Quartier.
- 1230
Lübeck schließt mit Hamburg
einen Bund, denn der Seeweg von Osten endet in Lübeck und und am
anderen Ende der Landbrücke zwischen Trave und Elbe liegt Hamburg, das
den westlichen handel kontrolliert. In diesem Zusammenschluß liegt der
Anfang des Bündnisses, aus dem später die Hanse wird, denn die
Kaufmannskarawanen über Land sind ein beliebtes Raubziel und so müssen
beide Städte einen Schutz gegen Räuber organisieren.
- 1249
Weil Stralsund
dem lübischen Handel zu groß wird, rücken Kriegsschiffe aus und legen
die Stadt in Schutt und Asche. Rostock geht haarscharf an diesem
Schcksal vorbei, weil Wismar vermitteln kann. Am Ende der Entwicklung
gibt es ein Bündnis der Ostseestädte, die als "wendisch" bezeichnet
werden.
- 1280
Der Begriff "Hanse" wird das erste Mal erwähnt, als die wendischen Städte schriftlich ihr Bündnis erneuern.
- 1531
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Seitenanfang
- Lübeck
wird als erste Stadt der Hanse protestantisch, nachdem
die Reformation - wenn schon nicht zu verhindern -
offiziell geduldet wird.
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- 1629
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Seitenanfang
- Im Frieden zu
Lübeck wird Dänemark zur militärischen
Aufgabe gezwungen und soll katholisch werden. Da der
dänische König Christian IV. ja auch Herrscher
über Holstein ist, müßte Lübeck eigentlich nun katholisch werden, doch da die Stadt - wie Hamburg -
streng neutral ist und sowohl Protestanten als auch
Katholiken mit Munition und Schießpulverf
beliefert, passiert nichts. Die Befestigunsganlage, die
seit 1615 im Bau ist, wird auch nicht gebraucht und so
geht der Dreißigjährige
Krieg fast an
Lübeck vorbei.
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- 1705
- Später, als die
Kirchen berühmt sind, bekommen sie legendäre
Orgeln und Organisten: so ist z.B.
Dietrich Buxtehude (1637 -
1707) fast fünfzig Jahre lang Organist in St. Marien
und so legendär, daß der junge Johann
Sebastian Bach
1705 von Thüringen nach Lübeck läuft um
den fast siebzigjährigen Buxtehude noch einmal vor
auf der Orgel improvisieren zu hören (diese
historische Orgel gab es bis zur Kriegszerstörung
1942, die heutige Orgel ist eine Neuschöpfung, man
kann aber historische Aufnahmen bekommen)
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- Die Lübecker
St-Marien-Kirche von der Königstraße aus
gesehen, Foto: Martin Schlu © 2006
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- Jedes Quartier hat eine
eigene Miliz und die Einwohner wüßten im
Kriegsfalle, wie sie ihren Abschnitt zu verteidigen
hätten. Die Stadt wird auch einige hundert Jahre
nicht eingenommen, erst Napoleon schafft dies 1806, aber
auch nur, weil man die Stadtmauer mittlerweile geschleift
hat um Platz für Wohnungen zu bekommen. Nach sieben
Jahren Besatzung ist auch dies vorbei und erst die Nazis
beenden 1937 den Status der "Freien und Hansestadt
Lübeck", als sie der Stadt diesen Status nehmen, den
heute nur noch Hamburg und Bremen haben.
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