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Theodor Fontane
(1819 - 1898)
Kindheit und Ausbildung 1819 - 1847
erstellt von Martin
Schlu 2007
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- 1819
- Am 30. Dezember wird Henri
Théodore (Theodor) Fontane in Neuruppin als Sohn
des Apothekers Louis Henri Fontane
und seiner Frau Emilie, geb. Labry, geboren. Die
Vorfahren sind in Preußen heimisch gewordene
hugenottische ("Fontaine") Handwerker. Die
"Löwen-Apotheke" gibt es noch heute. Schräg
gegenüber liegt die Buchdruckerei Otto Kühns,
deren "Neuruppiner Bilderbogen" das erste Massenmedium
werden.
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- Das Geburtshaus in der heutigen
Karl-Marx-Straße. Geht man ca. zehen Minuten die
Straße hinunter, kommt man am südlichen Ende
an das Fontane-Denkmal (Foto: © Martin Schlu, April
2007)
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- Fontane beschreibt in seinen
Lebenserinnerungen die Existenzgründung der Eltern
in Neuruppin so:
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- An einem der letzten
Märztage des Jahres 1819 hielt eine Halbchaise
vor der Löwen-Apotheke in Neuruppin, und ein
junges Paar, von dessen gemeinschaftlichem
Vermögen die Apotheke kurz vorher gekauft worden
war, entstieg dem Wagen und wurde von dem Hauspersonal
empfangen. Der Herr - man heiratete damals
(unmittelbar nach dem Kriege) sehr früh - war
erst dreiundzwanzig, die Dame einundzwanzig Jahr alt.
Es waren meine Eltern.
- Quelle: Fontane, Neue Ausgabe, Bd.
14.9. "Meine Kinderjahre" Anfang
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- Um ebendiese Zeit
<1826>
kam ich in die Klippschule
<Grund- oder
Hilfsschule>, was nur in
der Ordnung war, denn ich ging in mein siebentes Jahr.
Der Lehrer, der Gerber hieß, machte von seinem
Namen weiter keinen Gebrauch
<Fontane wurde also fast
nie geschlagen> und war
überhaupt sehr gut. Ich zeigte mich auch gelehrig
und machte Fortschritte; meine Mutter hielt es aber
doch für ihre Pflicht, hier und da, namentlich im
Lesen, nachzuhelfen, und so stand ich jeden Nachmittag
an ihrem kleinen Nähtisch und las ihr aus dem
»Brandenburgischen Kinderfreund«, einem
guten Buche mit nur leider furchtbaren Bildern,
allerlei kleine Geschichten vor.
- Quelle: Fontane, Neue Ausgabe, Bd.
14.9. "Meine Kinderjahre" , S. 24f
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- 1827
- Im Juni zieht die Familie nach
Swinemünde um, weil der Vater die Neuruppiner
Apotheke zum dopplten Preis verkaufen konnte, damit seine
Schulden (Spielschulden) zahlte und nun wieder versucht,
mit einer neuen Apotheke anzufangen. Weil die Schule in
Swinemünde, damal einem besseren Dorf, nicht so ist,
wie sich das die Mutter vorstellt, erhält Theodor
hauptsächlich Privatunterricht beim Vater und von
Hauslehrern befreundeter Familien. Als alter Mann dankt
er 1894 seinem Vater für diese Ausbildung, die
vorwiegend durch historische Romane (z.B. Walter Scotts
"Ivanhoe") und viele Anekdoten erfolgte.
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- 1832
- Die Mutter liefert Theodor wieder in
Neuruppin ab, damit er die Quarta des
Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Neuruppin besucht
("Quarta" entspricht damals dem vierten Schulbesuchsjahr
des Gymnasiums, also etwa der achten Klasse). Theodor
wird bei dem Superintendenten (dem Rektor der Schule)
einquartiert und die Mutter zahlt für Kost, Logis
und Schulgeld, froh, daß er endlich eine richtige
Schule besucht.
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- 1833
- 1836
- Zu Ostern wird Fontane in die
Untertertia versetzt, doch sein Vater meldet ihn im
Oktober an einer der "neuen" Realschule an, der gerade
von Karl Friedrich Klöden (1786-1856) in Berlin neu
gegründeten Gewerbeschule, die Thedor bis 1836
besucht. Daß er von Neuruppin schon wieder weg
muß, ist nicht so schlimm: Berlin ist eine echte
Alternnative zur Provinz und die Verwandten, Onkel August
und Tante Pinchen, bei denen der Dreizehnjährige
untergebracht wird, gelten als Lebenskünstler,
arbeiten aber nicht gerade sehr erfolgreich. Trotzdem
vermitteln sie ihm, wie man mit künstlerischer
Arbeit irgendwie überleben kann.
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- 1835
- Der 15jährige Theodor lernt die
zehnjährige Emilie Rouanet-Kummer kennen, ein
Nachbarskind, das er Jahre später bei einem
Geburtstag Onkel Augusts als junge Frau wiedersehen und
noch ein paar Jahre später heiraten
wird.
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- 1836
- Seitenanfang
- Fontane beginnt nach dem
"Einjährigen" (heute etwa dem
FOR/Realschulabschluß) eine Apothekerlehre bei
Wilhelm Rose in Berlin, die bis 1840 dauern wird. Im
gleichen Jahr ist seine Konfirmation in der
französisch-reformierten Kirche.
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- 1838
- Im August kauft Fontanes Vater eine
Apotheke in Letschin im Oderbruch.
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- 1839/40
- Fontanes Novelle "Geschwisterliebe"
erscheint im "Berliner Figaro", außerdem
veröffentlicht er noch weitere Gedichte und kurze
Geschichten in dieser Tageszeitung. Im Dezember 1839 legt
Fontane die Apothekerprüfung ab und arbeitet noch
fast ein Jahr bei Rose - nun als gut bezahlter
Angestellter.
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- 1840
- Seitenanfang
- Fontane wird Mitglied in mehreren
literarischen Zirkeln ("Platen-Klub" und
"Lenau-Verein"). Es entsteht der
Roman "Du hast recht getan" und das Epos "Heinrichs IV.
erste Liebe", die beide verschollen sind. Im
Herbst schließt Fontane seine Lehre
ab und wird Apothekergehilfe in Burg bei Magdeburg, kehrt
im Dezember aber wieder nach
Berlin zurück. Ab diesem Zeitpunkt erbeitet Fontane
als als Apothekergehilfe in Burg, Leipzig, Dresden und
der väterlichen Apotheke in Letschin (bis
1840).
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- 1841
- Arbeit als Apothekergehilfe in
Leipzig (bis 1842). Fontane wird Mitglied der
literarischen Vereinigung "Herweghklub".
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- 1842
- Seitenanfang
- Gedichte und Korrespondenzen von
Fontane werden in dem Unterhaltungsblatt "Die Eisenbahn"
gedruckt. Er übersetzt Shakespeares "Hamlet" und
verschiedene Schriften sozialpolitischer englischer
Dichter (John Prince u.a.), arbeitet aber immer
noch als Apothekergehilfe in
Dresden (bis 1843).
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- 1843
- Das "Morgenblatt für Gebildete
Leser" beginnt, Arbeiten von Fontane zu
veröffentlichen. Im August kehrt er nach Letschin
zurück, wo er "Defektar" in der väterlichen
Apotheke wird.
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- 1844
- Im April tritt Fontane als
"Einjährig-Freiwilliger" ins Gardegrenadierregiment
"Kaiser Franz" ein, ein Dienst, der heute etwa dem
Wehrdienst entspräche. Nach der Grundausbildung hat
er trotzdem Zeit, mit einem Schulfreund im Mai eine erste
London-Reise zu unternehmen, bei
der beide in erster Linie Historisches besichtigen. Im
September wird Fontane ordentliches Mitglied des
literarischen Sonntagsverein "Der Tunnel über der
Spree" in Berlin. Als "Tunnelnamen" wählt er sich
"Lafontaine" aus, nach dem französischen
Fabel-Dichter Jean de La Fontaine (1621-1695).
Später setzt Fontane dem Sonntags-Verein im Kapitel
"Der Tunnel über der Spree" des Buches "Von Zwanzig
bis Dreißig" (1898) ein literarisches
Denkmal.
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- 1845
- Seitenanfang
- Nach Beendigung des
Militärdienstes kehrt Fontane kurzzeitig in die
väterliche Apotheke in Letschin zurück und
arbeitet anschließend in einer Berliner Apotheke.
Im Dezember verlobt sich Fontane mit Emilie
Rouanet-Kummer, die er vor zehn Jahren kennengelernt
hat.
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- 1847
- Nach dem pharmazeutischen
Staatsexamen erhält Fontane seine Approbation als
Apotheker erster Klasse und arbeitet als Apotheker in
Berlin.
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