Interview über meinen Urgroßvater
 
mit Matilde Zurek (Tochter)

 

von Kathrin Gerhard Februar 2001

 

Seine Kindheit und Jugend
Sein erstes Treffen mit seiner zukünftigen Frau
Die Organisation Todt
Polen 1941 und Heimaturlaub 1942
 
Nachkriegszeit
Gespräch mit seiner Tochter/meiner Oma

 
Russland 1944 - 1949
1943 wurde er mit seiner Truppe nach Smolensk in Russland verlegt.
Hier fing der Horror an - er musste kämpfen, andere Menschen verletzen oder sogar töten, um selbst zu überleben. Am 8.3.1944 wurde mein Uropa von russischen Partisanen gefangengenommen und für 5 Jahre gefangengehalten, bis er am 4.4.1949 freigelassen wurde. Er hat die Gefangenschaft zwar überlebt, doch er hat seelische und körperliche Schäden davongetragen. Seine Kameraden und andere Leute rings um ihn herum sind nacheinander gestorben, an Krankheiten, Kälte, Hunger und verseuchtem Wasser.
Mein Uropa bekam selbst auch furchtbar viele Krankheiten, z.b. Flecktyphus, Phlegmonen und Ruhr, aber er war sehr zäh, so dass er überleben konnte. Als er heimkehrte, sah ihn meine Oma als erste, als sie sich aus dem Fenster beugte und erkannte ihn kaum. Er war todkrank und abgemagert, er konnte sich kaum noch bewegen und war für lange Zeit arbeitsunfähig.
 
 
Entschädigung
Mein Uropa war insgesamt 62 Monate in russischer Gefangenschaft, vom 8.3.1944 bis zum 4.4.1949.
Am 15 Mai 1954 stellte mein Uropa einen Entschädigungsantrag an das Landratsamt in Neuwied (Kriegsgefangenenentschädigungsstelle). Er bekam am 27.10.1956 eine Mitteilung, dass sein Antrag bewilligt worden ist. Für jeden Kalendermonat in Gefangenschaft wurden 30 Deutsche Mark Entschädigung gezahlt, allerdings erst ab dem 1.1.1944, nach weiteren zwei Jahren 60 Mark pro Monat.
Mein Uropa bekam 24 Monate á 30 Mark und 4 Monate á 60 Mark ausgezahlt, also insgesamt eine Entschädigung in Höhe von 960 Deutsche Mark für fünf Jahre Kriegsgefangenschaft, die er mit Kälte, Hunger und Krankheiten in Russland verbringen musste.
 
 
 
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