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Wasserburg am Inn Stand: 26. Juli 2026 Text und Fotos: Martin Schlu |
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Geschichte - Arkaden - Frauenkirche - Inn-Ufer
Die Stadt Wasserburg hat bis heute viel von ihrer mittelalterlichen Struktur erhalten. Ursprünglich als Begräbnisplatz auf einer Insel innerhalb der Inn-Schleife angelegt entwickelte sich der Ort zu einer befestigten Burganlage, da der Inn zu etwa 7/8 die Insel umschließt und damit einen natürlichen Burggraben bildet - daher auch der Name. Um 1085 ist ein „Dietrich von Wasserburg“ nachweisbar, der im Laufe der Jahrhunderte etliche Nachkommen hatte. Im 13. Jahrhundert war die Familie in den Salzhandel eingestiegen und verdiente daran so gut, daß sie nach kurzer Zeit das Stadtrecht erkaufen konnte und um 1220 hatte die Stadt bereits Ringmauern und einen Graben. Der half allerdings nicht viel, denn 1247 wurde die Stadt von den Wittelsbachern erobert und war fort an im Besitz dieser Dynastie - die Nachkommen Dietrichs hatten hier nun nichts mehr zu sagen. In diese Zeit fallen der Baubeginn des Rathauses und der Kirche. Die ursprüngliche Kirche gibt es allerdings nicht mehr, denn die wurde ab 1410 neu gebaut - diesmal gotisch. Kirche und Rathaus bilden bis heute ein historisches Ensemble. Der Marienplatz mit der Frauenkirche und dem Rathaus Was in den nächsten hundert Jahren im Detail geschah, ist nicht mehr genau zu rekonstruieren, weil es 1339 einen Stadtbrand gab, der fast alle Dokumente vernichtete. Um 1323 hatte die Stadt allerdings schon eine eigene Gerichtsbarkeit und eine zentrale Brücke, die den Verkehr durch das Brucktor in die Stadt leitete und sehr leicht zu kontrollieren war. ![]() Oben: Blick von der Innbrücke auf das Brucktor - ein Bus paßt gerade durch, der Verkehr muß sich abwechseln. nach oben Vor dem Stadttor war auf einer Pfahlkonstrultion im Inn - und damit außerhalb der Stadt - seit 1338 das Heilig-Geist-Spital untergebracht nicht unbedingt ein Krankenhaus, sondern eher ein Pflegeheim oder ein Armenhaus. Ein Jahr später erfolgte der große Stadtbrand und als die Trümmer beseitigt waren, wurde das Spital zwei Jahre später neu aufgebaut - diesmal direkt an der Brücke und nun mit einem Glockenturm versehen. Der östliche Fügel (rechts) wurde als Fleischhaus genutzt (Verkaufsstände). 1380 gab es wieder einen Stadtbrand, doch danach wurde so solide wieder aufgebaut, daß noch die nächsten fünfhundert Jahre umgebaut und erweitert werden konnte. Ab 1415 begann der Ausbau der Stadtbefestigung und es wurde eine Mauer um die Stadt gezogen. Abends wurde die Stadt geschlossen, das Burgtor wurde verriegelt und die Zugbrücke hochgezogen. Ab 1862 wurde der westliche Bau (links) komplett als Altemheim genutz und dies blieb so bis 1971. Heute ist im Gebäudeensemble des Brucktors das Stadtarchiv untergebracht, das man nach Voranmeldng besichtigen kann, wenn man lange genug in der Stadt ist - ich habe es nicht geschafft. Das Stadttor von der Innenseite - unübersehbar ist die Uhr, die die Stadtzeit anzeigte, rechts daneben die alte Kirche. nach oben Skyline Von der Inn-Brücke aus hat man einen guten Blick auf die Skyline der Stadt: Links der Brücke (westlich) sieht man auf die Häuserzeile der Schmidzeile bis zur Burg Wasserburg, rechts (östlich) liegen die Häuser des Zirnweg. Eine kleine Insel im Inn ist zu erkennen, unbewohnt und unter Naturschutz. Oben: Häuserzeile der Schmidzeile bis zur Burg Wasserburg Unten:Häuserzeile des Zirnwegs nach oben Arkaden Eine Besonderheit der Stadt sind die Arkaden der alten Häuser, die gerade bei Hitze und Regen ein gemütliches Einkaufen ermöglichen. Zwischen Brucktor und hinter dem Marienplatz sind sie Standard. Es gibt viele Fachgeschäfte in diesen Arkaden und etliche Cafés und Restaurants. Beispiele der Arkaden als gemütliche Einkauspassage nach oben Frauenkirche Die Frauenkirche ist 1324 das erste Mal urkundlich erwähnt und wurde vermutlich als romanische Backsteinkirche begonnen. Die Weihe fand 1386 statt. Ab 1410 wurde die Frauenkirche allerdings neu gebaut - diesmal im gotischen Stil - und es gab bis ins 18. Jahrhundert mehrere Umbauten. Die barocke Ausstattung begann ab 1753 und wenn man mit dem Begriff „Bayrisches Barock“ etwas anfangen kann, hat man ihn hier in Reinkultur: Marienverehrung, viele Heilige, viel Goldschmuck und lokalen Bezug. Dafür muß man allerdings an den Altar treten.
Steht man vor dem Altar, sieht man unter der Marienfigur die Wolke, auf der sie über Wasserburg schwebt und wenn man ins Detail geht, sieht man unter der Wolke die Darstellung der Stadt von der Innbrücke aus. Die Wasserburger Frauenkirche ist also eng mit der Stadt verbunden. Wer mehr Details sehen will, klicke auf das Bild. Im Vergleich zu dem Foto oben fällt auf, daß die Spitalskirche auf der Altardarstellung einen Zwiebeltum hat, im Gegensatz zum heutigen Spitzturm. Zum Foto Stadtdarstellung auf dem Altar der Wasserburger Frauenkirche - für mehr Details klicke auf das Bild. Wer zwei Stunden Zeit hat, findet das Stadtmuseum in der Herrengasse, Nähe Sparkasse. Außerdem gibt es noch die Galerie im Ganserhaus und das Wegmachermuseum, das allerdings etwas außerhalb liegt. Das Stadtmuseum in der Herrengasse nach oben |