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Das Chiemgau Stand: 27. Juli 2026 | |
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Allgemein - Schiffsanleger - Chiemsee - Essen gehen - Literaturempfehlung
Rund 50 km um den Chiemsee erstreckt sich das Chiemgau, wenn auch eine genaue Grenzziehung nicht möglich ist, weil es Überschneidungen zwischen anderen bayrischen Territorien gibt. Doch außer den Einheimischen wird das den meisten Menschen wurscht sein. Der Duden und der GröFaZ sagten immer der Gau, doch weil das Tausendjährige Reich seit über achtzig Jahren vorbei ist und der GaU heute eine andere Bedeutung hat als der Gau der 1930er Jahre, schließe ich mich den Einheimischen an und spreche immer über das Chiemgau. Markus Söder, der aktuelle Chiemgauleiter, war vor ein paar Tagen anläßlich der 1.100-Jahr Feier hier in Bernau, mußte sich mit Tomaten bewerfen lassen und wurde dabei etwas rot. Weil die Gegend hier ausschließlich von Tourismus und Landwirtschaft lebt, zählt Volkes Stimmen ja mehr, als man sich in Berlin vorstellen kann, doch das vermeintlich politische Attentat war eher eine diffuse Unmutsäußerung eines nebulös unzufriedenen Zeitgenossen, der nach getanem Wurf professionell verhaftet wurde und die örtliche Chiemgau-Zeitung spekulierte bereits über zukünftige mögliche Tarife bei Beleidigungen (Chiemgau-Zeitung, 22.07.2026, S. 8). Es ist hier alles etwas anders. ![]() Der Chiemsee bei Gstadt - Radfahrer und Gänse finden ihn auch toll. Das Hotel nebenan wird umgebaut und war geschlossen Schiffsanleger Unser Zeit-Domizil liegt in Prien, einem knapp 11.000 Ew starken Städtchen. Es ist zwar der größte Ort der Umgebung, hat aber keinen nennenswerten Bekannheitsgrad. Dennoch ist der Ort wichtig für den Inseltourismus, denn hier fahren halbstündlich die Touristendampfer zu den beiden Inseln Herrenchiemsee und Frauenchiemsee ab und weil der Tourismus in der Hochsaison begrenzt werden muß, kommt man zwar immer mit ausgiebigem Schlangestehen auf die Inseln, doch wenn man etwas besichtigen will, geht das nur online mit Vorabbuchung. Es ist wie beim Königssee - eine Armada von Schiffen bringt die Kundschaft von A nach B, doch wer mehr sehen will, muß den frühen Wurm jagen und entsprechend aufstehen. ![]() Der Chiemsee zwischen Arlaching und Seebruck nach oben Chiemsee Den See selber kann man von Prien nur an der Schiffabfahrtstelle sehen. Er ist zwar einer der großen Seen Bayerns, doch der größte Teil des Ufers scheint in privater Hand und wird mit Balken und Zäunen gegen Zaungäste verteidigt. Schöne Seebilder kann man daher nur an ausgewählten Stellen oder nach Stunden des Wanderns und Radfahrens ablichten - vermutlich sind es immer die gleichen drei Perpektiven. Den besten Blick hat man übrigens auf der A8 von Salzburg kommend zwischen Feldwies und der Abfahrt Felden. Man kann zwar nicht anhalten, aber dafür liegt in Felden der einzigen Aldi direkt an der Autobahn. In der Hochsaison kann man sich beim Schlangestehen in Demut und Geduld üben - Charaktereigenschaften, die die Bayern - bis auf ein paar historische Ausnahmen - in Jahrhunderten erlernt und verinnerlicht haben. Hilfreich für Zugereiste ist nach dem Warten eine Zeitwohnung, die beim Entspannen gute Dienste tut. In unserem Fall entspannen wir beim Blick auf eine großes Stück Wiese/Maisfeld vor dem Wald, beobachten Störche und immer mal wieder eine Rehmutter mit Kitz, die sich aus dem Mais heraustrauen und frisches Gras futtern. Nachts hört man die Wildschweine und einmal sogar Wölfe. ![]() Manchmal muß man auswählen: Mutter oder Kitz nach oben Essen gehen In Prien fanden wir ein brauchbares und eine sehr gutes Restaurant. Die Trattoria Toskana berechnete für eine riesige Portion Lasagne, eine große Pizza Gamberetti, eine Flasche Wasser und einen Espresso € 37,00 und die Qualität war sehr ordentlich. Der Fischer am See war dreimal teurer, aber auch mindestens dreimal besser und es wurde wirklich alles frisch gekocht. Nach dem Menü folgte ein nettes Fachgespräch zwischen Kellner, Koch und uns und wir tauschten Erfahrungen und Rezepte aus. ![]() Der Fischer am See am späten Vormittag - kurz vor dem Ansturm Trattoria Toskana, Restaurant - Pizzeria, Postweg 4, 83209 Prien am Chiemsee, 08051 6401396 Zum Fischer am See , Restaurant und Hotel, Harrasser Straße 145, 83209 Prien am Chiemsee, 08051 - 90760 nach oben Literatur zur Einstimmung Lehmann, Mathias: Tod im Chiemsee. Emons-Verlag, Köln, 2024, ISBN 9-783-740820-34-3, € 13,00 Warum der Tod im Chiemsee stattfindet, ist hier nicht zu ergründen: Die erste Leiche landet in einer Gebirgsschlucht, die zweite stirbt bei einem Steinschlag, zwei weitere Mordanschläge gibt es auf einem Parkplatz und auf einem Dorffest. Die dritte Leiche wird erschossen und die letzte Leiche landet wieder im Gebirge. Der Titel meint also eher den Chiemgau als den See und so spielen die Szenen irgendwo zwischen Rosenheim und Ruhpolding, zwischen dörflicher Betulichkeit und vertrottelter Dorfpolizei. Nein, die große literarische Kunst ist es nicht, aber für einen Regentag ist es okay und wo man das Ding in Bayern liest, ist eh wurscht. Nix für Blitzkneißer, mei! Sollte es mal eine Fortsetzung geben, bitte ich um eine bessere Personenanlage. nach oben |