![]() |
||
| zurück |
Geschichte - Renoir-Museum - Chateau Grimaldi -
Geschichte und Einflüsse Cagnes-sur-Mer ist eine alte Stadt - zwischen Nizza und Cannes gelegen. Sie wurde seit dem Mittelalter von dem Genuesen Raniero Grimaldi (1267-1314) beherrscht, der zum Zeichen seiner Macht vor 1297 oben auf dem Berg die Grimaldi-Burg hatte bauen lassen. 1309 hatte er die Kontrolle über das Cap d' Antibes durchgesetzt und alle vorbeisegelnden Händler mußten fortan Zoll zahlen. Jahrhunderte lebten die Grimaldis hier. Pierre-August Renoir verbrachte seine letzten sechzehn Lebensjahre hier. Weitere Maler und Künstler lebten ebenfalls hier, z.B. Victor Vasarely und Amadeo Modigliani, ebenso der Regisseur Ingmar Bergmann und der Schriftsteller George Simenon. Bis in die 1960er Jahre galt der Ort daher als „Montmartre der Côte d' Azur“, wobei die Nähe zu Cannes ib. für Künstler im Filmgeschäft recht praktisch war. Heute hat die Stadt gut 50.000 Einwohner und lebt größtenteils vom Tourismus. nach oben Renoir-Museum Auguste Renoir (1841-1919) war am Ende seines Lebens reich geworden, litt aber an einer Form von Arthritis, die ihm das Malen sehr erschwerte. Nachdem er gemerkt hatte, daß es ihm im Mittelmeerklima besser ging, kaufte er 1907 in Cagnes-sur-Mer ein Haus mit vielen Zimmern. Das Haus selbst war alt, wurde aber modernisiert und bekam ein neues Bad, eine neue Küche, Stromleitungen und Zentralheizung. Dort lebte Renoir mit seiner Geliebte (dem Lieblingsmodell) Aline Charigot (1859-1915) und den Söhnen Pierre (1885-1952) und Jean (1894-1979). Die beiden Söhne wurden später im Filmgeschäft erfolgreich, der Älteste eher als Schauspieler, der Jüngste eher als Regisseur und Autor und ein Enkel, Claude (1913-1993), war ein erfolgreicher Kameramann und Keramikkünstler. Renoir nannte das Haus Colette und erfüllte sich mit dem Kauf mehrere Träume. Es hatte einen sehr großem Garten, der ihm - ähnlich wie Monets Garten - Motive und Inspirationen gab. Außerdem hatte das Haus zwei Ateliers, eines mit Fenstern in drei Himmelrichtungen und eines, das er aus dem Wohnzimmer gemacht hatte, als er am Ende seines Lebens nicht mehr Treppen steigen konnte und im Rollstuhl sitzen mußte. ![]() Renoirs letzte Adresse von 1907 bis 1919 - das Haus Colette Von der zweiten Etage aus hatte Renoir eine freie Sicht auf seinen Garten und das Cap d' Antibes, den südlichen Zipfel auf einer Halbinsel der Stadt so alt wie Nizza und mit gleicher Geschichte. Heute ist der freie Blick auf das Meer zwar nicht mehr überall möglich, weil der alte Baumbestand, den Renoir mitgekauft hatte, noch ein paar Meter höher gewachsen ist, doch vom Balkon aus hat man immer noch eine gute Sicht. ![]() Die Bäume sind in 120 Jahren höher geworden, doch der Meerblick ist geblieben. nach oben Chateau Grimaldi Raniero Grimaldi (1267-1314) hatte zum Zeichen seiner Macht vor 1297 oben auf dem Berg die Grimaldi-Burg bauen lassen. Rund um die Burg entstand später ein Wohnviertel Haut de Cagnes, das über Jahrhunderte kaum verändert wurde und noch heute bewohnt ist. Andere Stadtteile entstanden, als der Handel und die Zolleinnahmen mehr Geld einspielten und das Personal Wohnungen brauchte und irgendwann waren die Grimaldis und ihre Stadt Antibes reich geworden. ![]() Oben: Ein Teil Cagnes-sur-Mers vom Wohnhaus Renoirs aus gesehen. Beim Klicken auf das Bild erscheint Renoirs Ansicht der Kirche. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Cagnes-sur-Mer#/media/Datei:Pierre-Auguste_Renoir_055.jpg Unten: Der Bergfried und Wehrtum der Anlage ![]() Die Grimaldis blieben noch länger auf der Burg, doch 1620 ließ Jean-Henri Grimaldi (1604-1651) die Burg als Palast umbauen, zog ein modernes Treppenhaus ein und sorgte für ein bißchen Wohnkomfort. Es wurden Ballsäle gebaut, Konferenzzimmer, die Küche bekam einen direkten Zugang zum Brunnen und das Leben wurde etwas luxuriöser. Die Modernisierung reichte noch einmal für eine längere Zeit. Der Verwandte Jean-Henris, Honore II. wurde 1604 Prinz von Monaco, später Lord und noch später der erste König von Monaco. Als König mußte er allerdings in Monaco leben und die Macht der Grimaldis verlagerte sich nun dorthin. ![]() Ein Teil des Ballsaals, der im 17. Jahrundert ein must have war. Es folgten ein paar bedeutungslose Jahre, doch in der Revolution wurde 1790 auch dieses Schloß erstürmt und beschädigt. Die Grimaldis wollten es abstoßen und verkauften es um 1805 an einen Bürgerlichen, Charles-Francois Gerbaud. 1873 kauften Dr. Chrétien Gerecke und seine Partnerin Marie Podlineff das Schloß und führten ab 1874 eine größere Restaurierung durch. Die Nachkommen Podlineff lebten noch bis 1937 dort, dann erwarb die Stadt das alte Grimaldi-Schloß. Man machte zuerst eine Schule daraus, später ein Museum und ein Teil ist heute Hotel mit Gastronomie auf der Aussichtsplattform. Die vielen Besucher reiten nicht mehr - wie früher - durch das Burgtor, sondern fahren mit dem Elektroshuttle kostenlos zum Chateau. Wer das nicht will, kann unterhalb für kleines Geld ins Parkhaus und läuft ca. sechzig Höhenmeter nach oben. Fortsetzung folgt.... nach oben |
|