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Kulturgeschichte - 19. Jahrhundert


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Der Knabe im Moor 
Unruhe
Die Vergeltung

 

 

 

 

 

 

 

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Annette von Droste-Hülshoff
1841 Levin Schücking

unter Mitarbeit von
(Anna Eckel) Klasse 10d / 2001, revidiert Mai 2007 © Martin Schlu

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1840/41 - 1842 - 1843
 

Levin Schücking
 
Levin Schücking ist der Sohn der schon 1831 verstorbenen Freundin Katharina. Er arbeitet - zusammen mit dem Dichter Ferdinand Freiliggrath - an einer Gedicht- und Novellensammlung des Münsterlandes "Malerisches und romantisches Westphalen". Annette wird eingespannt und soll einige Balladen beisteuern. So kommt es zu einer zweiten Phase der Balladenproduktion und da die "Die Judenbuche" nun fertig ist, ist auch wieder Kapazität vorhanden. Nun entstehen "Die Stiftung Cappenberg" (Cappenberg liegt zwischen Lünen nund Münster) , "Das Fegefeuer des westfälischen Adels" und "Der Tod des Erzbischofs Engelbert von Cöln". Außerdem schreibt Annette mit an Schückings "Familienschild". Levin entwickelt sich immer mehr zu Annettes Muse und er ist auch Kaufmann genug, ihre Gedichte und Ideen zu vermarkten.
 
1841/42 - Seitenanfang
Den Winter 1841/42 verbringt Annette offiziell als Besuch ihrer Schwester Jenny von Laßberg auf der Meersburg. In Wirklichkeit lebt sie aber dort mit Levin fünf Monate zusammen, vom November 1841 bis Anfang April 1842. Annettes Familie in Münster ahnt nichts davon und als sie es erfahren, können sie nichts unternehmen, da Levin wirklich eine Stelle als Bibliothekar bei Annettes Schwager angetreten hat, einem berühmten Sammler mittelalterlicher Schriften. Natürlich hat Annette ihm diese Stelle verschafft und als Levin kurz nach ihr auf der Meersburg eingetroffen ist, ordnet sie mit ihm die Bibliothek Laßbergs ein, unternimmt mit ihm ausgedehnte Spaziergänge am See und kommt wieder so ins seelische Gleichgewicht, daß sie ihrer Mutter irgendwann ganz beiläufig schreiben kann:
 
"Ach, übrigens, Levin Schücking ist auch hier"
 
Annette knüpft neue Kontakte zu Freunden der Familie, Schücking drängt sie wieder zur Lyrik und sie wird literarisch sehr produktiv. Es entstehen in kurzer Zeit ca. 60 Gedichte, u.a. der Zyklus "Haidebilder", "Der Knabe im Moor", "Die Vergeltung", "Im Moose", "Am Thurme" und viele andere. Außerdem arbeitet Annette mit an Schückings Roman "Das Stiftsfräulein". Levin Schücking berichtet später, es habe eine Wette gegeben, wer in einer festgelegten Zeit am produktivesten gewesen sei.
 

An Levin
 
Kein Wort, und wär es scharf wie Stahles Klinge,
soll trennen, was in tausend Fäden eins.
So mächtig kein Gedanke, daß er dringe
vergällend in den Becher reinen Weins.
Blick' in mein Aug', Levin.
Ist's nicht das Deine?
Ist nicht mein Zürnen selber Deinem gleich?
 
Du lächelst
und Dein Lächeln ist das Meine,
an gleicher Lust und gleichem Sinnen reich.
 
Das Leben ist so kurz,
das Glück so selten.
So großes Kleinod einmal sein
statt gelten.
 
Die "Judenbuche" wird durch Schückings Vermittlungen vom 22. April 1842 bis zum 10. Mai in 16 Teilen in "Cottas Morgenblatt" veröffentlicht, einer damals auch überregional wichtigen Zeitung. Damit wird Annette zum ersten Mal überegional bekannt. Außerdem vermittelt Levin die Veröffentlichung von sieben neuen Gedichten im gleichen Blatt. Nach seiner Abreise bleibt Annette noch etwas in Meersburg. Dort entsteht ihr Aufsatz "Westphälische Schilderungen aus einer westphälischen Feder" für ein Sammelwerk, das Levin herausgeben will. Erst danach fährt  Annette wieder in Rüschhaus, macht aber - wie üblich - wieder Zwischenstation bei Sybille Mertens-Schaafhausen in Bonn.
 
1843 - Seitenanfang
Annette bereitet die Gedichtausgabe vor, die 1844 erscheinen soll. Das bedeutet vielfache Korrektur, Abschrift, einige neue Gedichte und eine längere Diskussion mit Levin Schücking über die Verlagswahl. Sie durchleidet wieder einige schwere Krankheiten und unternimmt mehrere Reisen (u.a. nach Corvey).
 
Levin Schücking heiratet Louise von Gall - vielleicht doch eine Enttäuschung für Annette. Zumindest bekommt die Freundschaft einen Knacks.
 
 
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Literatur:
Görner, Lutz: Lutz Görner spricht und singt Annette von Droste-Hülshoff, Ed Lutz Görner, 3-8025-4048-4
Maurer, Doris: Annette von Droste-Hülshoff - Biographie, Turm-Verlag, Meersburg, 1999/3
Ditz, Monika/Maurer, Doris: Annette von Droste-Hülshoff und ihre Freundinnen, Turm-Verlag, Meersburg 2006
 
Links:
http://droste-huelshoff-zeitleiste.blogspot.com