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Kulturgeschichte - Renaissance


Renaissance

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Frührenaissance
Renaissance Claude Goudimel (ca. 1514 - 1572)

1514
In Besancon wird Claude Gaudimel als Sohn eines Bäckers geboren. Andere Quellen nennen das Jahr 1510, noch andere das Jahr 1500. Eine relative Mehrheit der Musikwissenschaftler spricht sich für 1514 aus, so daß ich mich anschließe.
 
1540
Giovanni Pierluigi da Palestrina wird in Rom Goudimels Schüler und erhält durch ihn seine Ausbildung, ebenso Giovanni Animuccia und Giovanni Maria Nanini.
 
1549
Goudimel studiert an der Universität in Paris, vermutlich bei Josquin des Préz. Später wird er Korrektor und Berater des Pariser Musikdruckers und Verlegers Nicolas Du Chemin (1551 - 1555) und noch später dessen Teilhaber. Bei Du Chemin werden Goudimels Sätze auch verlegt.
 
1551
Goudimel schreibt erste Psalmvertonungen
 
1557
Goudimel lebt bis ca 1567 in Metz, kurze Zeit in Besançon.
 
1560
Goudimel konvertiert in Metz zum Calvinismus (einer Art des Protestantismus) und sucht Anschluß an hugenottische Kreise. Kurz danach schreibt er die "Psaumes enforme de motets" und die "Chansons spirituels" Er besucht die hugenottischen Gemeinden im Umkreis und gibt dort seine Sätze weiter. Da Johannes Calvin die Psalmen als einzige Form der Kirchenmusik zuläßt, entstehen bis 1562 von allen 150 Psalmen vierstimmige Vertonungen. Die Melodien stammen meist von Clément Marot und Théodore de Bèze. Die Sätze dazu sind meistens in einer leichten und eingängigen Weise durch Goudimel gesetzt. Bis 1565 werden 62 Auflagen gedruckt, nur die Bibel hatte eine höhere Auflage. Die Melodie erscheint nur noch selten im Tenor, meistens liegt sie nun im Sopran. Außer Psalmvertonungen veröffentlicht Goudimel Messen, Motetten und Tonsätze zu Horazischen Oden und Chansons.
 
1572
Im Frühjahr zieht Goudimel nach Lyon. In den dortigen blutigen Hugenottenverfolgungen nach der „Bartholomäusnacht" wird er am 28. oder 29. 8. vom Krankenbett weg verschleppt und ertränkt. Mit ihm ermordet werden seine Kollegen Jambe de Fer und Crassot.
 
1573
Die deutsche Ausgabe des Genfer Psalters unter Herausgabe durch Ambrosius Lobwasser erscheint fast ausschließlich mit Sätzen Goudimels.
 
1574
Die Sammlung "La fleur des chansons" erscheint unter Herausgabe Orlando di Lassos in Lyon und enthält Chansons von Lasso und Goudimel.
 
1621
Im 17. und 18. Jahrhundert werden Goudimels Sätze ins Deutsche, Italienische, Niederländische und Englische übersetzt und sorgten dafür, daß der "Genfer Psalter" das Standardgesangbuch der Calvinistischen Bewegung in Europa wurde.
 
1703
Ludwig XIV. verbietet die protestantische Kirche und zwingt die Protestanten dazu, Frankreich zu verlassen.
 
Werke:
Fünf Messen, darunter die Messe "Le Bien Que J'Ay", drei Magnificats, diverse Motetten für katholischen Meßgebrauch, Psalmvertonungen.
Ca. 700 Sätze zum Genfer Psalter, außerdem Kontrafakturen (Neu-Textierungen) und Zusammenstellungen daraus.
 
Literatur:
Blätter der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft e.V. Hafenplatz 9a 34385 Bad Karlshafen
Artikel "Goudimel" bei Wikipedia

http://huguenotsweb.free.fr/goudimel.htm
http://www.musicologie.org/Biographies/goudimel_claude.htm
http://www.bautz.de/bbkl/g/goudimel.shtml