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Kulturgeschichte - Spätrenaissance


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Claudio Monteverdi (1567 - 1643)
erstellt von Martin Schlu, 2006

Renaissance


1567
Am 15. Mai wird Claudio Monteverdi in Cremona geboren. Die Eltern kommen aus gutem Hause, der Vater ist Arzt.

Zum Musikstudium geht Monteverdi nach Cremona und studiert dort beim "maestro di capella" der Kathedrale, Ingegneri (heute wäre dies etwa ein GMD) . Dort lernt er die Grundlagen der Madrigalkomposition. Üblich ist, daß man am Ende des Studiums ein Madrigalbuch veröffentlicht. Dies geschieht auch bis 1591 in mehreren Bänden Motetten und Madrigalen
 
1591
Monteverdi findet eine Anstellung beim Herzog Vincenzo Gonzaga am Hof von Mantua als Violinist der dortigen Hofkapelle. Dort gerät er unter Einfluß von Giache de Wert, der dort bis 1596 "maestro di capella" ist.
 
1599
Monteverdi heiratet Claudia de Cattaneis, eine Hofsängerin, mit der drei Kinder haben wird. Zwei Jahre später wird er selbst "maestro di capella", nachdem Pallavicino gestorben ist. In dieser Position begründet Monteverdi eine neue Kompositionsregel, die "seconda Prattica", die neue Harmoniefolgen und Melodielinien zugunsten der Textlichkeit erlaubt. Erbitterter Gegner uund Theoretiker der alten Schule wird G.M. Artusi, mit dem Monteverdi viele Streitschriften austauscht. Dadurch wird er natürlich als Neuerer und moderner Komponist bekannt.
 
1607
Die erste Oper überhaupt wird veröffentlicht, der "L'Orfeo". In ihm zeigt sich die praktische Durchführbarkeit der "seconda prattica", die Monteverdi im Vorwort zum 'L'Orfeo" noch einmal ausführlich bespricht. Aufführungsort ist natürlich Mantua, da Monteverdi immer noch am Hofe der Gonzagas angestellt ist, auch wenn die Bezahlung oft Monate später oder überhaupt nicht geschieht.
 
1608 - Seitenanfang
Die Oper "Arianna" folgt. Leider geht der größte Teil der Handschrift verloren, nur noch das "Lamento" ist erhalten und zeigt harmonisch gewandte Rückungen und Vorläufer von Zwischendominanten. Weil die Bezahlung immer schlechter wird und irgendwann ganz aussetzt, geht Monteverdi wieder nach Cremona und hofft auf neue Anstellungen. Dies geschieht jedoch nicht und Monteverdi hofft weiter auf Geld von Vincenzo Gonzaga. Zwischendurch schreibt Monteverdi weitere Opern, Motetten und Messen, teilweise als Auftrag, aber auch als Referenz für künftige Stellen - so entsteht 1610 die "Marienvesper", die Papst Paul VI. gewidmet wird.
Stimmenbuch, das am Grab Monteverdis ausgestellt ist.
 
1612
Mit dem Tod des Herzogs Vincenzo Gonzaga stirbt auch die letzte Möglichkeit,  an ausstehende Gehälter zu kommen.
 
1613 - Seitenanfang
Die Papst Paul V. gewidmete Marienvesper hat ihren Zweck erfüllt: Monteverdi wird als Nachfolger
Giovanni Gabrielis zum "maestro di capella" nach San Marco berufen. Den jungen Heinrich Schütz lernt er noch kennen, bevor der wieder nach Deutschland muß.
An San Marco wird das
Orchester umorganisiert und zu einer Art Opernorchester umgebaut. Die Streicher werden verstärkt, die Blechbläser etwas zurückgefahren, denn mit der "seconda prattica" ist die "alte" Musik nicht mehr modern und die Traditionen Gabrielis werden schnell aufgegeben. Nun schreibt Monteverdi eben nicht hauptsächlich Kirchenmusik, sondern schafft weitere Opern und Ballete: Das Ballett "Tirsi e Clori" wird 1616 gespielt, ein weiteres Ballett kommt bis 1627 nicht zur Aufführung und ist heute verschollen ("La finta pazza Licori).
 
1629
Die kompositorische Arbeit scheint nachzulassen, doch die musikalische Arbeit nicht. Zur Eröffnung der Oper Venedig werden nochmal Monteverdis Opern unter seiner Leitung aufgeführt, 1640 wird die "Arianna" wiederholt, danach folgen 1642 "Il ritorno d' Ulisse in patria", die verschollene Oper "Le nozze d'Enea con Lavinia" und sein Spätwerk "L'incoronazione di Poppea ", die ebenfalls in der Oper "La Fenice" in Venedig ihre Uraufführung erlebt und als Höhepunkt Monteverdis Schaffens gilt.
 
Den acht Madrigalbüchern, die zu Lebzeiten Monteverdis erschienen, wurde acht Jahre nach seinem Tod noch ein neuntes hinzugefügt. Die meisten dieser Kompositionen erschienen zwischen 1587 und 1638. Entsprechend den Gepflogenheiten handeln die Texte von Liebes- und Schäferlyrik, Krieg, Glück und Reichtum und Beschreibungen allegorischer Figuren wie "Speranza" (Hoffnung),  "Amore" (Liebe) oder Mors (Tod).
 
 
1643 - Seitenanfang
Monteverdi besucht noch einmal Cremona und stirbt kurz nach der Rückkehr am 29. November in Venedig. Sein Grab befindet sich im Stadtteil San Polo, dort, wo er vermutlich gewohnt hat. Es liegt in der Kirche "Chiesa Santa Maria Gloriosa dei Frari", in der "Capella Dei Milanese" - man muß ein bißchen suchen, weil die Kirche so riesig ist.
Fotos: © Martin Schlu, 2009
 
Quellen:
The Grove Concise Dictionary of Music, edited by Stanley Sadie © Macmillan Press Ltd., London.

http://w3.rz-berlin.mpg.de/cmp/monteverdi.html
http://w3.rz-berlin.mpg.de/cmp/monteverdi_pic.html

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