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San Marco
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- Die Basilika - Der Campanile - Der Glockenturm - Gondeln - Rialtobrücke
- Piazzale San Marco
- San Marco ist nicht nur Basilika und Campanile, sondern der gesamte
südliche innere Stadtteil zwischen der Promenade am Palazzo Duccale und
der Rialtobrücke bis zum Gebiet San Polo. San Marco ist der Stadtteil,
den die Tagestouristen gerade noch in zwei Stunden schaffen können,
bevor sie zur nächsten Stadt weitermüssen (Europe in five days).
Entsprechend teuer ist es, da die Tagestouristen ihren Murano-Schmuck
nur an der Piazza kaufen können, das Taubenfutterbild muß gemacht
werden und vielleicht schafft man noch den Campanile. Die Warteschlange
derer, die einmal durch die Basilika San Marco laufen wollen, war bis 2024 am Mittag etwa 500 m lang, es konnte aber auch schon mal mehr sein. Heute
gibt es keine Warteschlange mehr, weil man nur reinkommt, wenn man
online ein halbstündiges Zeitfenster gebucht hat (wer die Tickets
googlet, landet schon mal bei einem „Serviceangebot“ für € 56,00 bei mehreren privaten Anbietern, wer es über San Marco macht, bezahlt nur € 10,00 und ermäßigt (Kinder und Alte) € 5,00).
- Wer den Markusplatz menschenleer sehen will, muß ihn zwischen drei Uhr
nachts und morgens halb sieben besuchen. Die meisten Abbildungen
ignorieren die zigtausend Touristen, die jeden Tag über ihn laufen und
es gibt die Redewendung, daß man, wenn man jemanden treffen will, sich
nur auf die piazza stellen muß, denn jeder kommt da einmal am Tag
vorbei. Bei mir stimmt es meistens - fast immer wenn ich in Venedig
bin, komme ich einmal am Tag am Platz vorbei.

oben: Der Markusplatz früh am Morgen vom Glockenturm (campanile) aus gesehen.
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- Campanile San Marco Piazzale San Marco - Die Basilika - Der Glockenturm - Gondeln - Rialtobrücke
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Der
Turm
(campanile) von San Marco ist fast noch berühmter als die Basilika, weil diese Wegmarke
auf so vielen Darstellungen zu finden ist. Fast zur gleichen Zeit wie
die Basilika begonnen, hielt das Bauwerk tausend Jahre, obwohl es auf
sandigem Grund gebaut wurde und einhundert Meter hoch war.
Ursprünglich
war der Turm nur die Wegmarke und eine Beobachtungsstelle zur Überwachung der Lagune. Im 16. Jahrundert wurde die Glockenstube
eingebaut und das Dach aufgehübscht.
1902 sollte ein Aufzug eingebaut werden und man entfernte die
Eisenanker, die das Gebäude stabilisierten. Das erwies sich als
schlimmer Fehler, denn am 12. Juli
wurde ein Riß am Mauerwerk entdeckt und der gesamte Platz gesperrt. Am
14. Juli brach der Turm innerhalb von Sekunden zusammen (crollo).
Es gab keine Verletzten, doch der Engel an der Spitze (Schutzengel für
Venedig) landete direkt vor dem Eingang der Basiika und man beschloß
noch am Tag des Einsturzes seinen Wiederaufbau (diesmal etwas stabiler).
Links: Der Augenblick des Einsturzes am 14. Juli 1902
Unten: Die Trümmer auf dem Platz
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Foto der Einsturztrümmer. Quelle: https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-einsturz-campanile-di-san-marco-102.html
- Nach
zehn
Jahren Bauzeit wurde der Turm am 25. April 1912, dem Tag des
Stadtpatrons San Marco, wieder eröffnet. Der neue Turm hatte einen nun
den geplanten Aufzug bekommen und legte damit den Grundstock für den
touristischen
Aufschwung zwischen Basilika, Turm und Platz.
- Wenn man das erste Mal in
San Marco ist, stellt man sich geduldig dort an. Bei Vorbestellung kostet das Ticker am Campanile San Marco € 15,00, Junge und Alte zahlen die Hälfte, Familien und Gruppen bekommen Rabatt. - Insider wissen aber, daß
der Turm auf San Giorgio billiger ist, man weniger warten muß und vor
allen Dingen hat man den Ausblick auf das Ensemble um die Prokuratien, den Campanile, den Dom
und den Palazzo Duccale.

Von links: Prokuratien, Campanile, Kuppeln von San Marco, Palazzo Duccale
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- Basilika San Marco Piazzale San Marco - Der Campanile - Der Glockenturm - Gondeln - Rialtobrücke- mehr
- Die
Basilika San Marco ist sicher eine der berühmtesten Kirchen der Welt.
Sie wurde vor fast tausend Jahre gebaut - mit dem Hintergedanken, eine
Kombination von Wirtschaftszentrum und Wallfahrtsort zu schaffen.
Wirtschaftlich lag Venedig an der Handelsroute von Byzanz (später
Konstantinopel, noch später Istanbul) und den Handelsrouten über die
Alpen nach Nordeuropa. Als Wallfahrtsort wuchs Venedig, nachdem man 828 die Knochen des Heiligen Markus aus dem muslimischen
Alexandria geraubt hatte und - unter
Schweinefleisch versteckt - an den gottesfürchtigen Zöllnern
vorbeischmuggelte. Damit hatte Venedig einen vorzeigbaren Heiligen und konnte Wallfahrtsstätte werden.
- Diese mittelalterliche Kombination von Wallfahrt und
Wirtschaft war auch in Köln unschlagbar erfolgreich und an Karneval sind die
Besuchermassen bis heute immer sehr ähnlich - man kann kaum noch treten.

- Karnevalssontag in Venedig - es ist fast so schön wie Köln
- Das
wichtigte
Statussymbol des herrschenden Dogen (eine Art König) war diese
Kirche und weil einer der Dogen später die Tochter des Herrschers von
Byzanz
heiratete, und damit Ostrom und Westrom in einer Familie lagen, hatte
der venezianische Doge Zugriff auf die byzantinischen Baumeister
und nutzte deren Know-How gerne und lange. Heraus kam eine
fünfschiffige
Kreuzkuppelbasiika mit byzantinischen Mosaiken und christlicher
Aufteilung und Ausstattung. Die Kirche war sozusagen die Strunzkapelle
eines der
einflußreichsten Herrschers der Welt und die Weihe am 13. Januar 1094
war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen Asien und Europa.
- WDR-Zeitzeichen dazu

Gold, wohin das Auge blickt.
- Das
zweite Statussymbol Venedigs war eine exzellente Kirchenmusik, die
durch die glatten Wände extrem lange nachhallte. Daß die Kirche San
Marco im 16 und 17. Jahrhundert die besten Musiker der Welt
beschäftigte und diese Musiker in ganz Europa stilbildend waren, weiß
der normale Tourist nicht und ein Blechbläser, Streicher oder
Chorsänger auch nur vielleicht. Der Grund dafür sind die vielen Stege
und Emporen, die sich durch die gesamte Kirche ziehen und auf die
Musiker postiert wurden, die dann aus allen Richtungen, von links und
rechts, oben und unten spielten. Die Musik kam dann von allen Seiten
und bis zu vier Orgeln ließen musikalisch keine Wünsche offen. Später
konzentrierte sich die Musik im Altarraum, weil der Doge Andrea Gritti
so fett geworden war, daß er nicht mehr alleine die Stufen heraufkam
und da baute man ihm eine großen Stuhl in den Altarraum, der mit seinem
Lebendgewicht fertig wurde. Das war der Beginn der Doppelchörigkeit in
San Marco und der Doge saß mitten drin.

Einer der vielen begehbaren Stege, die sich durch die ganze Kuppel ziehen.
- Giovanni Gabrieli war einer der berühmten Musiker, der bis heute seine Spuren hinterlassen hat. Sein Grab
ist in der Kirche San Stefano, einer seiner Schüler war Claudio
Monteverdi und anläßlich seines 400jährigen Todestages 2012 hatte ich
die Ehre bei einer WDR-Produktion (Zeitzeichen) ein bißchen
beitragen zu können.
- Natürlich ist das, was in Venedig heute
musikalisch passiert, längst nicht mehr international führend (von den
Aufführungen der Oper „La Fenice“ mal abgesehen), doch dies merkt kein
Tourist und den Einwohner ist es wahrscheinlich wurscht. Für die, die
sich einen Zusammenhang zwischen der absolut außergewöhnlichen
Architektur der Kirche und einer (damals) absolut neuen
Kompositionstechnik vorstellen können, stehen hier ein paar Links.
WDR-Sendung “Zeitzeichen" vom 12. August 2012
Fachartikel aus meiner Examensarbeit über die Musik an San Marco
Venedig für Anfänger (Gabrieli)

Balilika San Marco bei Hochwasser (aqua alta) - die Plastiküberzieher für die Schuhe kosteten € 10,00 pro Person.
Wir wollten die
Kirche wieder einmal besuchen und erfuhren vor Ort, daß man nicht mehr einfach
so reinkommt. Man muß erst online ein Ticket buchen, den QR-Code laden
und dann kommt man rein, wenn der Code erkannt wird. Die Preise variieren von € 5,00 (online-Buchung für Junge und Alte) bis
€ 56,00 , wenn man einen privaten Dienst engagiert.
- Als wir wir die Tickets auf dem Handy haben und llmählich zum Dom trödeln, steht der Markusplatz etwa 40 cm unter Wasser. Vor
ein paarJahren hätte man in dieser Situation Hochwasserstege aufgebaut,
aber die sind nun fort - vermutlich wegen der zigtausend Menschen, die
hier feiern. Die Wartezeit bis zun unserem Termin eine gute Stunde
spöter schlagen wir in einem teuren
Café tot, sehen dann wieder nach dem Wasser und es geht immer noch deultich über die
Füße. Wir kauten zähneknrschend bei einem der Händler Plastiküberzieher für je 10,00, ziehen
sie an und gehen gelassen zum Eingang San Marco. Da ist das Wasser wieder wieder abgeflossen.
- Weil
das Ticketsystem
mit den QR-Codes davon abhängt, wie stabil das Netz ist, haben wir zehn
Minuten
Wartezeit verursacht, bis uns der Kontrolleur barmherzig auch so
reingelassen hat. Übrigens ist eine Rolle Mülltüten erheblich billiger
als auch nur ein Paar dieser Hochwasserverhüterlie. Die paßt auch in
eine Fototasche.
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Torre dell'Orologio (Uhrenturm) Piazzale San Marco - Die Basilika - Der Campanile - Gondeln - Rialtobrücke
Dieser Uhrenturm war bereits 1499 nach
drei Jahren Bauzeit fertig und war nötig geworden, damit die Händler
alle zur gleichen Zeit ihre Läden öffnen und schließen konnten. Als ich
das erste Mal oben war, mußte
man die Karten persönlch im Museo Correr abholen und mehr als sechs
Leute wurden nicht mitgenommen. Der Aufstieg ist ein bißchen
abenteuerlich und eng und man kommt immer wieder an knarzenden
Mechaniken vorbei. Oben angekommen stellt man fest, es gibt dort
Wohnungen (wahrscheinlich für die Uhrenbetreuer) und bei klarem Wetter
kann man bis zu den Dolomiten sehen.
Die Uhrenschläger verrichten mechanisch ihre Aufgabe seit über
fünfhundert Jahren hoch über der Stadt und über dem Stadtsymbol, dem
geflügelten Löwen.

oben: Der Uhrenturm neben der Basilica San Maro
- unten: Die Glockenschläger bei der Arbeit

Ein Spezialität der piazza waren die Taubenfutterverkäufer, auch wenn das Füttern seit ein paar
Jahren verboten ist. Mutmaßte Manfred Schmidt schon in den 60er Jahren,
der Taubenfutterverkäufer würde "abends mit seiner Yacht in seinen Palazzo fahren" (1)
, konnte man das bis zum Verbot 2022 eigentlich nur bestätigen. Mir erzählte 2006 ein
Gondolieri, sein Bruder habe die andere Gondel der Familie mit der
Lizenz für EUR 40.000.- verkauft und sich dafür eine Lizenz zum
Taubenfutterverkäufer gesichert. Unwahrscheinlich? Möglich!
(1) im Kapitel "Venedig" aus: "Mit Frau Meier in die Wüste“, ISBN-13-978-3499109072

Taubenfutterverkäufer
auf der Piazza di San Marco, Das Tütchen
enthällt 20 g Maiskörner, damit wird ein
Kilopreis von EUR 50.- erzielt. Demzufolge reicht es vielleicht nicht für
Yacht und Palazzo, aber für eine solide Existenz.
Coca Cola warb in den 1960er Jahren mit
im Schriftzug ausgestreuten Taubenfutter.
Seit 2022 ist das Taubenfüttern aber verboten und die Polizei kassiert
ca. € 200.-, wenn man erwischt wird, was nicht alle abhält, es trotzdem
zu tun.
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Gondola und Gondolieri Piazzale San Marco - Die Basilika - Der Campanile - Der Glockenturm - Rialtobrücke
- Am höchsten im Status der venezianischen Tourismusarbeiter stehen die
Gondolieri, die ungekrönten Könige der Stadt. Für eine gute dreiviertel
Stunde Fahrt und Führung durch die Kanalwelt waren im Sommer (2022) ca.
EUR 180.- üblich, manchmal mehr, nur im Winter weniger. Dafür bekommt
man Plätze und Häuser zu sehen, die man später niemals wiederfindet,
sooft man es auch versucht. Wenn man nicht mit „Gondola, Gondola?"
angesprochen werden will, darf man bei einem geringelten Pulli mit
Strohhut auf keinen Fall stehenbleiben, oder gar die Gondel anschauen.
Hat einen der Gondolieri erst einmal beim Wickel, fährt man auch. Zu
zweit ist es gemütlich, mit vier Leuten bezahlbar, ab sechs Mitfahrern
kippelig. Es passiert aber nie etwas. Wer sich mehr für die Gondel
interessiert, besucht die Gondelwerkstatt an der Zattere oder fragt am
St. Moise die Gondolieri über ihren Beruf aus, wenn sie ihre Tour
fertig haben und Pause machen. Es ist eine fast reine
Männergesellschaft, doch eine Frau schippert auch über die Kanäle - die
Gondoliera.
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- Rialtobrücke (Ponte di rialto) Piazzale San Marco - Die Basilika - Der Campanile - Der Glockenturm - Gondeln
Für die meisten Touristen ist die Rialtobrücke der Inbegriff von Venedig. Tatsächlich war es bis 1854 die einzige Verbindung über den canal grande,
die im 12. Jahrhundert zum ersten Mal gebaut werden mußte, weil das
Überqueren des Canale mit Booten zu beschwerlich war und zu lange
dauerte. Vorher hatte es hölzerne Vogängerbrücken gegebenm die jeweils
ein paarJahrzehnte gehalten hatten und nach einem Einsturz 1444 mit
vielen Toten wurde beschkossen, eine Brücke aus Stein zu errichten. Man
wollte eine hohe Brücke .damit die Prachtgondel des Dogen drunter
paßte, und keinen Mittelpfeiler, der den Schiffverkehr behindert hätte.
1501 wurde
der Beschluß gefaßt und nach neunzig Jahren, am 20 März 1591 wurde die
von Antonio da Ponte geplante Brücke eingeweiht. Dagegen war der
Berliner Flughafen BER ein Ausbund an schneller Planung und
Durchführung. -
- WDR-Zeitzeichen über die Einweihung der Rialtobrücke

Die Rialtobrücke zu Corona-Zeiten
Antonio
da Ponte hatte auch die Ladenzeile geplant, damit hochgestellte
Venezianer schnell anlegen und kaufen konnten. Weil diese Läden auch
damals schon nur hochpreisige Geschäfte sein konnten, siedelten sich
die Schmuck- und Goldverkäufer an der Brücke an und das ist im Prinzip
auch heute so. Ob man in den Kolonaden bei San Marco einkauft oder auf
der Rialtobrücke, macht preislich keinen Unterschied. Die Taschendiebe
freut es auch.

Jahrhunderte altes Erfolgskonzept: Läden auf der Brücke.
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