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Straßburg
oder Strasbourg ist die Hauptstadt des Elsaß und hat seit dem
Mittelalter eine Geschichte, die von Deutschen und Franzosen immer
wieder verändert wurde. Das wichtigste Gebäude ist seit Jahrhunderten natürlich das Münster,
das dort steht, wo ein abgebranntes Münster aus dem 11. Jahrhundert
gestanden hatte, das wiederum einen Bau aus karolingischer Zeit (9.
Jahrhundert) ersetzt hatte - gebetet wurde hier sozusagen schon immer.
Das Münster - Münsterplatz - Bähnle Bei der Fertigstellung des einen Turms (1647) war das Münster die höchste Kirche der Welt (142 m). Gut 230 Jahre später löste 1878 die Hamburger Nikolai-Kirche das Straßburger Münser als höchtse Kirche der Welt ab (147 m), 1880 war die Kathedrale von Rouen mit 151 Metern die höchste Kirche, ab 1884 war es der Kölner Dom (157 m) und ab 1890 das Ulmer Münster (161m) Dann war über 135 Jahre alles entschieden, bis die Sagrada Familia seit Februar 2026 mit 172,5 m den Schlußpunkt für Kirchen setzte. Auf jeden Fall kriegt man immer nur einen Teil des Bauwerks aufs Bild. ![]() Oben:Das Straßburger Münster kann man nicht fotografieren - jedenfalls nicht vom Boden aus. Unte: Das Münster mit dem einen Turm ![]() Nach oben Das Münster hat - ähnlich wie der Kölner Dom - natürlich jede Menge zu bieten und anders als in Köln kommt man auch noch umsonst rein - außer zwischen halb eins und halb zwei, wenn das Personal Mittagspause macht. Kaum war ich im Münster, kam eine bestimmte und deutliche Ansage, man solle doch bitte den Bau verlassen, weil er geschlossen würde. Ich habe ein paar Minuten gewartet und bin dann zurückgegangen um das Bild zu machen. Zwei Stunden später war ich wieder an der gleichen Stelle und die Kirche war voller Menschen. ![]() Das Gebäude kurz nach halb eins, als die Besucher herausgebeten wurden Jeder europäische Dom hat etwas Besonderes: In Köln ist es der Dreikönigschrein und das Richter-Bild, in Antwerpen die Piéta von Micheangelo und das Rubens-Bild - hier ist es die astronomische Uhr. Sie ist nicht so alt wie die Uhren in Danzig (Hans Dürringer, 1470) oder Rostock (ebenfalls Dürringer, 1472), sondern wurde erst 1564 vollendet, doch sie hat mehr zum Gucken. Wie in Rostock geht das Spektakel am Mittag los und man sieht hier Menschen in jeder Altersstufe am Tod vorbeiziehen - als Figur oder real. Eine weitere Attraktion ist die Fensterrosette. Mit vierzehn Metern Durchmesser ist sie eine der größten gotischen Rosetten und eine der ältesten. Geschaffen wurde sie am Ende des 13. Jahrhunderts von Erwin von Steinbach. Wie in Chartre oder Notre-Dame (Paris) dominiert der Licheinfall bei untergehender Sonne (Westwerk) den Innenraum und macht den Kirchenraum zu einem Erlebnis. ![]() Die Rosette des Westwerks ist auch schon ziemlich außergewöhnlich - dreizehn Meter im Durchmesser sind schon außergewöhnlch Nach oben Münsterplatz / Place de cathédral Das Haus rechts mit der dunklen Holzverkleidung (Maison Kammerzell) ist ein bißchen älter (1427) als das Münster (1439) und wurde ebenfalls ein paar Mal umgebaut. Es ist nicht das älteste Haus am Platz, gilt aber als schönstes. Als Hotel kann ich es nicht berteilen, weil es eine andere Peisklasse ist, als die, die man sonst bezahlen kann, doch als Restaurant sieht es trés chic aus. ![]() Auf dem Platz vor dem Münster tobt das Leben und die Gastronomie verdient das Geld für den Winter. Wenn man eine gewisse Wartezeit in Kauf nehmen kann, weil das Münster sowieso geschlossen ist, zahlt man hier recht anständig, doch weil immer so viel los ist, kam das Essen erst, als es schon lauwarm abgekühlt war - offensichtlich hatte man zuviel zu tun. Das schönste Haus ist nicht immer das beste Restaurant. Maison Kammerzell, 16, Place de Cathédrale, 67000 Strasbourg, Tél: +33 388 324 214 Am Münsterplatz wird - anders als in Bonn - kein Mensch normale Läden erwarten, denn hier gibt es nur die Auswahl zwischen Flammkuchenrestaurants und Souvenirläden. Geht man aber drei- bis vierhundert Meter weiter weg Richtung Univesität und verläßt die Altstadtinsel, wird es wieder normal. Wo die Student/inn/en essen, ist es bezahlbar und es ist gemütlicher. Nach oben ![]() Die Freßmeile zwischen Münster und südwestlicher Ill - etwas billiger als am direkt am Münster ist es schon. Nach oben Bähnle Wenn man will, kann man mit dem Bähnle (Le train touristique) eine knappe Dreiviertelstunde über die Altstadtinsel fahren (p.P € 9,50) und sieht dabei viel deutsche Geschichte der Kaiserzeit. Das Fotographieren ist dabei eine Herausforderung, weil man entweder den Hut der Frau nebenan oder den Zauselbart nach vorne im Blick hat. Mit dem Handy ist man schnell und meistens unscharf, mit dem Tele ist man langsamer, kann aber bessere Bilder machen. Ich habe beides benutzt. Man sieht die stillen Viertel entlang der Insel, die Univiertel, kommt an alten kaiserlichen Bauten vorbei (ab 1871) und fährt immer wieder über die Brücken, de die Insel mit dem Rest der Altstadt verbinden. Irgendwann kommt man auch am Tomi Ungerer-Museum vorbei. Das gibt es das nächste Mal. ![]() Eine der vielen Brücken über die Ill, die die Insel mit dem Rest der Altstadt verbunden. Nach oben |
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