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Der Schwarzwald hat seinen Namen von den Römern. Sie gaben ihm den Namen „silva nigra“ und legten damit den Grundstein der Namensgebung. Im Englischen ist es der „black forest“, im Fanzösischen der „forêt noire“. Seinen Namen hat er von den Lichtverhältnissen - die Tannen stehen dicht und wachsen hoch, so daß es unten dunkel ist. Ohne Licht wächst unten nichts Gescheites, nur Moose und Flechten und weil die auf Bergen von Tannennadeln wachsen, gibt der Boden bei jedem Schritt etwas nach - fast wie im Moor. ![]() Der Schwarzwald - oben Licht, unten dunkel, grün, weich und fluffig. Der Schwarzwald hat auch eine gewisse Größe - der Nordschwarzwald geht von Pforzheim bis etwa Freudenstadt, der mittlere Schwarzwald von dort bis etwa Balingen und der Südschwarzwald von dort bis nach Freiburg und der Schweizer Grenze. Insgesamt ist das Gebiet etwa 150 km lang und ca. 40 km breit, umfaßt also ca. 6.000 qkm und die höchsten Stellen liegen etwa 1.500 m hoch. Nun gibt es im Schwarzwald durchaus Moore, Hochmoore und Grinde, eine spezielle Weide, die nur hier oben existiert. Dies sind baumfreie Flächen auf Erdschichten über dem roten Sandstein, der es hier überall liegt. Sie entstanden, weil die Menschen ihr Vieh dort weiden ließen, irgendwann alle Jungbäume abgefressen waren und nur noch saures Gras dort wuchs. Heute steht alles unter Naturschutz, Ziegen und Schafe halten das Gras so kurz, daß es stabil die Erdkrume festhält und die Natur erobert sich allmählich die kahlen Felskappen zurück. ![]() Unter der Erdkrume liegt meistens Sandstein. nach oben Armut und Arbeit Der Schwarzwald war Jahrhunderte lang eine arme und unzugängliche Gegend. Landwirtschaft erschien fast unmöglich, die Wege zu den größeren Orten waren umständlich und gefährlich und so gab es hier fast nur Berufe um das Holz. Man wohnte im Wald, arbeitete mit Holz und verwendete man diesen Baustoff für alles, was man dann nicht kaufen mußte. Das Schwarzwaldhaus ist in den Fundamenten und dem Keller gemauert, alles Andere, Decken, Wände, Verkleidungen und Dachziegel sind aus Holz. Die Möbel wurden selbst gefertigt, wenn es zum Arbeiten draußen zu kalt war oder wenn man im Sommer lange Licht hatte. Draußen ging es mit dem Holz weiter, denn auch die meisten Brücken waren aus Holz - Ställe, Scheunen und Hütten sowieso. ![]() Holzlager am Sägewerk an der Straße nach Baiersbronn Entsprechend gab es die Berufe um das Holz: Ein „Holzhauer“ fällte die Bäume im Wald, ein „Köhler“ stellte aus den kleinen Stämmen Holzkohle her und außerdem brauchte man Flößer, Fuhrunternehmer, Sägewerke, Zimmerleute, Schreiner und viele andere Berufe, die ihren Eingang in die Märchenwelt fanden, weil sie die damalige Lebenswirklichkeit darstellten. Handwerker mußte jeder sowieso sein, weil ja alles selbst gemacht werden mußte. Ein Zentrum der Flößerei war Calw, weil man die Holzstämme dort von der Nagold, in die Enz und in den Neckar bis nach Stuttgart flößen konnte. Dort konnte man die Flöße erheblich vergrößern und über den Neckar und den Rhein bis nach Holland verschiffen. Dort wurden aus den größten und wertvollsten Schwarzwaldtannen die Masten für die holländischen Schiffe. Enstprechend gut bezahlt wurden die Flößer. Sie und die Holzhändler bildeten die soziale Spitze im Schwarzwald, Köhler waren dagegen ganz unten. ![]() Den ehemaliegn Reichtum der Stadt Calw kann man heute noch am Marktplatz erkennen: Rechts das Rathaus, links die Bürgerhäuser. Mehr von Calw Die Glasmacher lagen sozial zwischen den Flößern und den Köhlern. Meist waren es einzelne Männer, die sich dort ansiedelten, wo es reichlich Holz, Wasser und Kalk gab. Pottasche und Holzkohle kauften sie von den Köhlern, Quarzsand mahlten sie aus dem regionalen Buntsandstein und Kalk fanden sie im Boden. Bis die Glasherstellung in größeren Glashütten von vielen Arbeitern organisiert durchhgeführt werden konnte, war es ein weiter Weg und eine ziemliche Quälerei, wei man im Glashüttenmuseum in Baiersbronn-Buhlbach. ![]() Eines der Gebäude des Buhlbacher Glashüttenmuseums Dort kann man die Geschichte dieser Glashütte nachvollziehen, die 1758 gegründet wirde, die Sektflasche erfand, die größte Glashütte im Schwarzwald war und bis 1907 bestand. Man sieht aber auch die Schattenseiten dieser Arbeitswirklichkeit, in der kaum jemand das siebzigste Lebensjahr gesund erreichte. Parallelen zur Armut im Schwarzwald gab es beispielsweise auch in der Eifel und dem Hunsrück. Man suche am besten nach dem Film Heimat von Edgar Reitz oder lese etwas über das Eifeler Mausefallenmuseum. nach oben Märchenstoffe „Hänsel und Gretel“ lassen sich im Schwarzwald verorten, ebenso das „Rotkäppchen“, denn wenn man alleine durch den dunklen Wald mußte, lag die Bedrohung nicht nur bei Räubern, sondern auch bei Raubtieren. Der württembergische Dichter Wilhelm Hauff erdachte neue Märchen und mit der Schwarzwaldsage „Das kalte Herz“ setzte er dem Schwarzwald ein Denkmal. Da ist der Protagonist ein Köhler, der seiner Armut entkommen will. In Baiersbronn gibt es ein Museum, das sich Wilhelm Hauff widmet und speziell auf das „kalte Herz“ eingeht. Einige Figuren hat Hauff in seiner Familie kennengelernt, z.B. die Figur des reichen Holzhändlers „Holländer-Michel“ Der hatte einen größeren Waldbesitz, war reich und seine Tochter war mit dem Schwarzenberger Pfarrer verheiratet, der ein Cousin Hauffs war. Ganz sicher hatte der Wldbesitzer zu den holländischen Kaufleuten Kontakte und vermutlich haben Hauff und sein Cousin viel über die Gegend gesprochen. Näheres dazu findet man im Hauffs Märchen-Museum in Baiersbronn. Hauffs Märchen-Museum, Alte Reichenbacher Straße 1, 72270 Baiersbronn https://www.schwarzwaldplus.de/poi/hauff-maerchenmuseum Film: Das kalte Herz (DEFA, Paul Verhoeven, DDR 1950) auf youtube Hier sieht man die Kohlemmeiler, die Paßstraßen, die Flößerei und viele Dinge, die es heute nicht mehr gibt. nach oben Waldzustand Der Schwarzwald kam erneut ins Gerede, als in den 1980er Jahren der Begriff „Waldsterben“ populär wurde, weil durch die Luftversäuerung auch der Boden für die Tannen zu sauer wurde und sie quadratkilometerweise wegstarben. Erst wurde Kalk in den Wald gekippt, dann wurden andere Arten gepflanzt und irgendwann war der Schwarzwald wieder dunkel. Die Luft hatte sich auch verbessert, aber die neuen Arten hatten die Wende schneller bewirkt als die Verschärfung der Umweltnormen. Mittlerweile sterben die Bäume eher aufgrund der Trockenheit und des Borkenkäfers und es ist abzusehen, daß aus dem Schwarzwald nach Jahrhunderten Tannenwald ein Mischwald werden wird. ![]() Tote Bäume gibt es auch wieder im Schwarzwald nach oben Tour durch den Nordschwarzwald - durch den Südschwarzwald Der Moderator Gerd Leienbach des früheren Sender SWF3 schuf in den 1990er Jahren den „Schwarzwaldelch“ als Maskottchen für den Sender. Das war damals als Gag gedacht, doch 2025 wurde im Kinzigtal wirklich ein Elch gesichtet - woher er auch immer kam. Die größten Tiere, die hier herumlaufen, sind im Normalfall Rehe oder Hirsche - vielleicht auch mal ein Wolf und so kann man im Schwarzwald unbesorgt wandern. Wer den nördlichen Schwarzwald auf Rädern erleben will, kann die Schwarzwaldhochsstraße (B 500) fahren - sie geht bis auf knapp elfhundert Meter hoch. Unsere Fewo lag in Freudenstadt und da man die Alternativroute nach Baden-Baden gesperrt hatte, war diese Straße die einzige Verbindung, doch sie dauert einfach, weil man die LKWs oft nicht überholen kann. Ein Stundenschnitt von vierzig Kilometern ist auf dieser Strecke normal. Wer eine Rast machen will, kommt am Mummelsee nicht vorbei. Den sieht man allerdings nur, wenn man auf dem Hotelparkplatz hält und am Hotel vorbei geht. Die Aussicht auf das Wasser ist aber mit einem bayrischen See nicht zu vergleichen, denn der Mummelsee ist ein Überbleibsel der Hochmoorlandschaft und nur etwa zwei Fußballfelder groß. Man könnte im Sommer zwar Tretboot fahren, aber weit kommt man nicht, dann ist das Ufer schon da und anlegen kann man nur am Steg des Hotels. ![]() Der Mummelsee ist recht klein, etwa zwei Fußballfeder in der Ausdehnung. Er paßt gerade aufs Bild. Die einzige Gastwirtschaft ist im einzigen Hotel auf etlichen Kilometer Umkreis. An einem normalen Donnerstag Ende September haben wir dort gehalten, weil wir essen wollten und fanden erst keinen keinen Parkplatz. Weil wir nicht auf die Idee gekommen sind, daß es soviele Rentner gibt, die busladungsweise dort einfallen, hatten wir nicht vorgebucht. Nachdem wir außerhab des Hotelparkplatzes ein Plätzchen gefunden hatten wollten wir ins warme Restaurant, denn wir hatten keine warme Jacke dabei und bei 1000 Metern Höhe waren es draußen 14° Grad. Möglich war aber nur ein kleiner Tisch auf der Terasse, wo wir schnatternderweise nach längerer Wartezeit ein warmes Gericht von kalten Tellern mit kaltem Besteck gegessen haben (Kaffee/Tee und Kuchen haben wir später in der beheizten Wohnung getrunken). Danach kamen wir vom Restaurant in ein völlig überfülltes Souvenirgeschäft, dessen Personal zwischen Fleischkäsebrötchen schmieren, Kuckucksuhrenberatung und Kassieren hin und her titschten. Wir wollten uns gar nicht vorstellen, was hier erst im Hochsommer los ist, wenn noch die Gäste dazu kommen, die jetzt arbeiten müssen und machten, da wir wegkamen. Als wir abfuhren, kamen gerade drei Busladungen mit neuen Gästen an. ![]() Das Hotel am Mummelsee - sieht fast aus wie ein Schwarzwaldhaus, ist aber für Tausende Gäste pro Tag ausgelegt nach oben Eine gute Alternative zum Gucken ist auch die B 296, die hinter Calw kilometerlang durch riesige Waldgebiete führt und weil dieser Wald ein Nutzwald ist, gibt es zwar ab und zu Waldwege für die Harvester und Holzlaster, aber da sollte man nicht mit einem normalen PKW hineinfahren - schon gar nicht bei feuchtem Boden. Man kann ausgiebig Schwarzwald gucken, aber nicht anhalten, um ein Bild zu machen. Es gibt in den Höhenlagen auch viele Windräder zur Stromerzeugung und am Wochenende fällt die schiere Masse an Motorrädern auf, deren Fahrer/innen sich in den vielen Kurven austoben. ![]() Windräder an den Höhenkämmern kennt man auch aus der Eifel und vom Hunsrück. Einen ganz speziellen Abschnitt gibt es auf der B500, einen „Kilometer der Stille“ für die Verunglückten. Es werden auch Unfallzahlen genannt, aber eindringlicher ist der Umstand, daß alle paar Kilometer ein Kreuz mit oder ohne Blumen steht, wo sich jemand totgefahren hat. Für Motorradfahrer ist es eine Traumstrecke, für Fahrzeuge mit Anhänger eher ein Alptraum. nach oben Tour durch den Südschwarzwald - zum Nordschwarzwald Im Südenschwarzwald, zwischen Feldberg und um Freiburg, ist die schönste Strecke die Münstertalstraße um den Belchen und am Schauinsland, vorbei an der malerischen Kirche Sankt Trudbert und über die Höhen (ca. 1.100 Meter) mit tiefen Ausblicken ins Tal. ![]() Oben: Die Paßstraße am Münstertal nach oben Feldberg Der Feldberg ist der krönende Abschluß einer Schwarzwaldtour, weil er mit seinen knapp 1.500 Metern der höchste Berg Württembergs und damit etwas Besonderes ist. Natürlich ist er massentouristisch erschlossen und das mehrstöckige Parkhaus gibt einen ersten Vorgeschmack darauf, was bei Schnee oder bei klarer Sicht möglich ist. Wanderer nehmen eine Route hin und fahren mit der Seilbahn zurück und nur wenige machen alles zu Fuß. Oben gibt es Bänke zum Ausruhen und Schauen, unten schlägt das Herz der Gastronomie. Beim letzten Besuch waren wir in einem dem Hotel angeschlossenen Ristorante mit vielen bambini der italienischen Inhaber. Es war ausgesprochen familienfreundlich, es schmeckte gut und es war bezahlbar. ![]() Unten: Ein Muß ist der Besuch des Feldbergs, von wo man aus -zig Kilometer weit sehen kann, wenn es klare Sicht gibt. nach oben |
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