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Die
Camargue ist im Prinzip das Mündungsdelta der Rhône
zwischen ihren beiden Hauptarmen Petite Rhône und der Grand Rhône. Je nach Auslegung besteht sie aus dem Rhônedelta (nämlich nur das Gebiet im Dreick Arles,
westlichster und östlichster Arm der Rhône) oder sie umfaßt noch weitere Gebiete der Provence über die Rhônearme hinaus, dann wäre das Rhônedelte eben Bestandteil der Camargue. Sicher ist, daß die Linie von Arles mit den Armen der Rhône bis zu Les Saintes-Maries-de-la-Mer
auf jeden Fall zur Camargue gehört.
Die Landschaft ist eine Mischung aus sumpfigem Schwemmland, Sandböden, feuchten Wiesen und trockenen Äckern - je nachdem, wie weit das Wasser der Rhône entfernt ist. Die Natur bestimmt das Gebiet und sie bestimmt die Landwirtschaft (Rinderzucht, Pferdezucht, Wein-, Gemüse- und Reisanbau). Die paar Städte, die es gibt, fallen nicht ins Gewicht, eine Küstenstraße wie an der Côte d' Azur gibt es nicht.
Marcelle Vérité: „Im Land der schwarzen Stiere“ , dt. Übersetzung von Rolf Ulrici, Franz-Schneider-Verlag, München 1961, nur noch antiquarisch zu bekommen. Es lohnt sich! ![]() Schwarze Stiere gibt es in der Camargue genug - meistens aber auf einer Weide
Einige Jahrzehnte später erinnerte sich meine Frau, wie sie mit ihrem damalige Freund um 1973 per Interrail nach Les Saintes-Maries-de-la-Mer
fuhr, am Strand zeltete und überhaupt unberührte Natur erfahren konnte und mußte, weil das Geld knapp war. Rosa
Flamingos, weiße Pferde und schwarze Stiere gab es an jeder Ecke. Also
hatte sie vor etlichen Monaten eine Unterkunft gebucht und nach den
Autobahnen bis Marseille fuhren wir -zig Kilometer über die Landstraßen,
immer auf den früheren Sehnsuchtsort zu.
Da standen sie auf einmal neben der Straße, nur durch das Wasser getrennt: weiße Pferde aus der Camargue: ![]() Weiße Pferde gibt es hier häufig - meistens stehen sie hinter einem unauffälligen Elektrozaun. (Foto: Susanne Coburger-Schlu) Les Saintes-Maries-de-la-Mer ist jedenfalls der Ort, um den sich hier alles dreht und fünfzig Jahre später hat sich hier auch viel verändert. Egal, wo die Wohnung liegt - man muß hier sehr viel fahren, wenn man etwas sehen will. Viele Details sieht man im Vorbeifahren oder Vorbeigehen, die zu etwas passen, von dem man schon gehört hat. Wir hatten eine Willkommensflasche Sandwein, Wein, der auf den Sandböden angebaut wird, aber die dazugehörigen Pflanzen haben wir erst Tage später gesehen und konnten sie dann einordnen: ![]() Sandwein an der Straße D 507 nach Aigues-Mortes. Der Wein wächst auf dem Sandboden. Rosa
Flamingos haben wir am letzten Tag gesehen. Die Ferienwohnung liegt neben dem Vogelpark,
der von -zigtausenden Vögeln bewohnt und besucht wird, so daß wir uns
immer gewundert haben, warum wir am Wasser so wenige Mücken hatten. Am
diesem Tag wollten wir nicht mehr irgendwohin fahren und liefen eine
Stunde durch den Park um Vögel zu beobachten und zu fotografieren. Weil
das Gelände so weitläufig ist, fallen ein paar Hundert Besucher nicht
mehr auf, denn sie verteilen sich auf sechzig Hektar, also etwa siebzig
Fußballfelder und weil der Park in der Wildnis der Camargue angelegt
wurde,
sieht eine Gruppe Flamingos aus wie in freier Wildbahn. Anders als im
Zoo können sie auch fliegen, kommen aber wieder zurück. Hier gibt es ja
immer zu fressen.
![]() Eine Gruppe Flamingos im flachen Wasser Parc ornithologique, (an der D570, Route d'Arles, Pont de Gau) 13460 Saintes-Maries-de-la-Mer, Eintritt: € 8,50 Fewo: Logis Hôtel le Nid Pont de Gau (an der D570, Route d'Arles), 13460 Saintes-Maries-de-la-Mer, nicht billig, aber gut und ein guter Ausgagspunkt für die gesamte Camargue weiter nach Saintes-Maries-de-la-Mer - nach oben |
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