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Baiersbronn - viel Schwarzwald, wenig Menschen
Text und Fotos: Martin Schlu    Stand: 22. September 2026


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Der Schwarzwald

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Vorgeschichte -  Das kalte Herz - Wilhelm Hauff -
Die Kleinstadt Baiersbronn hat zwar nur gut 15.000 Einwohner, doch die verteilen sich auf eine recht große Fläche von fast 190 qkm (80 Ew./qkm). Das liegt daran, daß der Ort zum größten Teil aus Wald besteht und deswegen haben die traditionellen Holzberufe hier seit Jahrhunderten eine Heimat. Holzhauer fällten hier die Stämme, die über die Murg, die Würm, die Nagold oder den Neckar und ihre Mündung in den Rhein bis nach Köln und Rotterdam geflößt wurde. In Holland war das Schwarzwaldholz für den Schiffbau sehr begehrt und wurde entsprechend hoch bezahlt.

In der Nähe der Holzfällerflächen errichteten Köhler ihre Meiler und stellten Holzkohle und Pottasche (verbranntes Holz) her
, wofür die Erzgruben und Glashütten ständig Verwendung hatten. Man muß es sich so vorstellen. Wenn ein Waldstück abgeholzt war, zogen Holzfäller, Köhler und Glasmacher mit und wohnten die nächsten Wochen dn Monate in diesem Waldstück, bis alles von vorne losging. Man brauchte nur einen Weg zur nächsten Straße und die Nähe der Murg, Würm, Nagold oder eines anderen Flusses, der bei Hochwasser die Stämme transportieren konnte. Die wenigen Straßen, die es damals gab, sind natürlich heute ausgebaut wie die B 294, doch sie führen immer noch auf kilometerlangen Pässen durch den Wald.

Die B 294 führt lange über die Schwarzwaldhöhen und durch die Täler

Wilhelm Hauff, ein im 19. Jahrhundert hier lebender Schriftsteller, schreibt über die Schwarzwaldbewohner:

Wer durch Schwaben reist, der sollte nie vergessen, auch ein wenig in den Schwarzwald hineinzuschauen; nicht der Bäume wegen, obgleich man nicht überall solch unermeßliche Menge herrlich aufgeschossener Tannen findet, sondern wegen der Leute, die sich von den andern Menschen ringsumher merkwürdig unterscheiden. Sie sind größer als gewöhnliche Menschen, breitschultrig, von starken Gliedern, und es ist, als ob der stärkende Duft, der morgens durch die Tannen strömt, ihnen von Jugend auf einen freieren Atem, ein klareres Auge und einen festeren, wenn auch rauheren Mut als den Bewohnern der Stromtäler und Ebenen gegeben hätte....

Auf der andern Seite des Waldes wohnt ein Teil desselben Stammes; aber ihre Arbeiten haben ihnen andere Sitten und Gewohnheiten gegeben als den Glasmachern. Sie handeln mit ihrem Wald; sie fällen und behauen ihre Tannen, flößen sie durch die Nagold in den Neckar und von dem obern Neckar den Rhein hinab, bis weit hinein nach Holland, und am Meer kennt man die Schwarzwälder und ihre langen Flöße; sie halten an jeder Stadt, die am Strom liegt, an und erwarten stolz, ob man ihnen Balken und Bretter abkaufen werde; ihre stärksten und längsten Balken aber verhandeln sie um schweres Geld an die Mynheers, welche Schiffe daraus bauen.

Diese Menschen nun sind an ein rauhes, wanderndes Leben gewöhnt. Ihre Freude ist, auf ihrem Holz die Ströme hinabzufahren, ihr Leid, am Ufer wieder heraufzuwandeln. Darum ist auch ihr Prachtanzug so verschieden von dem der Glasmänner im andern Teil des Schwarzwaldes. Sie tragen Wämser von dunkler Leinwand, einen handbreiten grünen Hosenträger über die breite Brust, Beinkleider von schwarzem Leder, aus deren Tasche ein Zollstab von Messing wie ein Ehrenzeichen hervorschaut; ihr Stolz und ihre Freude aber sind ihre Stiefeln, die größten wahrscheinlich, welche auf irgendeinem Teil der Erde Mode sind; denn sie können zwei Spannen weit über das Knie hinaufgezogen werden, und die »Flözer« können damit in drei Schuh tiefem Wasser umherwandeln, ohne sich die Füße naß zu machen.

Wilhelm Hauff: Das kalte Herz, zit. nach https://projekt-gutenberg.org/authors/wilhelm-hauff/books/wilhelm-hauffs-maerchen/chapter/21/

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Das kalte Herz
Nun gab es zwei Gruppen von Handwerkern, die ihren Lebensunterhalt im Wald verdienten. Ganz oben in der Hierarchie standen die Flößer, die Glasmacher, die Uhrmacher und Juweliere (heute noch in Pforzheim), unten in der sozialen Ordnung waren die Holzfäller und die Köhler. Als Holzfäller brauchte man nur Kraft und ein bißchen Erfahrung, als Köhler war man immer alleine und von Ruß und Asche überzogen, denn man durfte den Meiler höchstens mal ein paar Minuten alleine lassen. Daher gibt es in Hauffs Märchen „Das kalte Herz“ eben den Protagonisten Kohlen-Munk Peter, der isoliert und verachtet einem ungeliebten Beruf nachgeht, den er von seinem Vater übernehmen mußte - der Köhlerei.

Ein Kohlenmeiler im Schwarzwald
Ein Kohlenmeiler im Schwarzwald  (Foto:Shotshop_ftv-o7y

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Das Hauffs Märchen Museum in Baiersbronn

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