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Le-Grau-du-Roi war
in den 1970er Jahren ein Geheimtip für die Südfrankreich-Urlauber, denn
da gab es einsame Strände, wo man mit der Ente, dem R4 oder dem Bully
an den Strand fahren und dort zu zweit gefahrlos in Schlafsäcken
übernachten konnte. Nun gab es damals auch nur um die vier Milliarden
Menschen, während es heute (Mai 2026) mehr als doppelt so viele sind.
Die anderen vier Milliarden wollen natürlich auch irgendwie Urlaub
machen und wenn ein Ort damit wirbt, den größten Freizeithafen Europas
zu haben, läßt dies gewisse Rückschlüsse auf die Klientel zu und auch
auf die Zahl der zu versorgenden Touristen.
Jedenfalls ist die Vergangenheit dahin. Kommt man über die D979 von Aigues-Mortes in den Ort, findet man sich irgendwann auf der mit Palmen bewachsenen Hauptstraße, der Avenue Fréderic Mistral, die der Karte nach am Meer entlangführt. Voller Vorfreude sucht man einen Parkplatz oder eine Haltemöglichkeit, weil das Meer ja so nahe ist (Plage de Mouette) und wenn man nicht unbedingt baden will, wäre ein café / thée jetzt genau richtig. ![]() Hauptstraße in Le Grau di Roi - fast wie in Nizza, nur kleiner. Die Massen von Fußgängern und die zahllosen Parkplätze suchenden Autofahrer/innen zeigen auch, daß man gleich da ist - aber dann führt die Straße vom Meer weg, hin zu Ferienwohungen, die man vielleicht von Benidorm (Spanien) oder Blankenberge (Belgien) kennt. Bettenburgen, in denen auf fünfzig qm bis zu sechs Personen untergebracht werden, abseits jeder Einkaufsmöglichkeit. Auf der Autoseite gibt es Parkplätze in der Sonne. Die wenigen Parkplätze unter ausladenden Pinien sind leider privée. Vielleicht werden sie ja einzeln vermietet... ![]() Ferienwohnungen direkt am Strand mit Meerblick -Sicherheitszaun mit Kamerüberwachung inclusive Massen von Urlaubsuchenden sind natürlich eine der Folgen der Bevölkerungsexplosion seit 1950, aber es gibt hier soviel Strandkilometer,da muß man nicht diesen Ort verschandeln. Die Dänen kriegen das mit ihren tausenden Strandkilometern ganz gut hin, die Holländer auch, aber der halbwegs klar denkende Pariser fährt vielleicht lieber nach Belgien als hierhin. Am Strand in der Sonne ist hier auf jeden Fall heißer als im kalten Norden (Willkommen bei den Sch'tis). ![]() Urlaubsuchende mit Kindern finden in der Nähe des Seeaquariums nicht nur schattige Parkplätze, sondern auch ein Aquarium mit echten Fischen. Haben sie Kinder, könnten sie auch den Vegnügungspark am Meer besuchen, mit einer Achterbahn, einem Schwimmbad mit Spaßrutsche und so müssen die Kinder erst gar nicht ins Meer. Daß der Strand - anders als in Nizza - hier sehr flach ist und vor allem aus feinem Sand besteht, ist ein Pluspunkt - aber das findet man als Nordländer an der Nord- und Ostsee sowieso. Was solle ein Mecklenburger auch in Südfrankreich an diesem Strand? Er würde sich ärgern. ![]() Wenn man sich den Strand ohne Bebauung vorstellt, kriegt man ein Gefühl für fünfzig Jahre Unterschied. Touristen mit ein bißchen mehr Geld als dem notorisch pekuniär klammen plebs, können ganz exclusiv eine Fewo buchen, bei der die Yacht direkt an der Terasse ankern kann. Eingekauft wird dann per Boot - vielleicht nicht bei Lidl oder Aldi, aber sicher stilecht beim Schiffausrüster. Ich habe zwar auch einen Motorbootführeschein (mal vor fünfzig Jahren gemacht) , aber ich kann mir nicht vorstellen, von Bonn aus hierhin zu schippern um dann abends von einer Fewo immer noch auf das Boot zu schauen. Dafür sind die Parzellen mit Gittern abgesichert, Security läuft herum und verbreitet bei den einen Angst, bei den anderen Sicherheit? ![]() Wir haben genug gesehen. An diesen Ort müssen wir nicht noch einmal und wenn eine Million über uns hereinbrechen sollte, werden wir sie nicht in eine Fewo mit Anlegesteg für die Yacht anlegen, sondern in zahllose Übernachtungen in guten Hotels verballern. Das Verlassen von Le Grau di Roi symbolisiert das Abhaken dieses Ortes. ![]() Einmal reicht - auf Nimmerwiedersehen! zurück in die Camargue - nach oben |
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