![]() |
||
| zurück zur Camargue Les Saintes-Maries- de-la-Mer Arles Aigues-Mortes Saline Le Grau-du-Roi |
Aigues-Mortes
ist ein über 2000 Jahre alter Ort, dessen Name man mit „Tote Sümpfe“
oder „Totes Wasser“ übersetzen kann, weil er mitten in einem Sumpfgebiet
lag. Im Mittelalter wurde dieser Ort eine reiche Handelsstadt, weil er
damals an einer Lagune lag und der einzige Zugang, eine Straße auf
einem neu gebauten Damm zur Festung, kontrolliert werden konnte. Von der Festung aus führte ein kontrollierter Zugang zu den Kanälen zum Mittelmeer. Das ganze umliegende Gebiet war bis 1240 spanisch und gehörte zum Königreich Áragon und weil Frankreich Interesse an der Camargue hatte, kaufte Ludwig IX. das Gebiet in diesem Jahr und bekam damit einen direkten Handelszugang in Südfrankreich.
![]() Der alte Zugang zu damaligen Lagune Nach dem Verkauf 1240 ließ Ludwig eine quadratische Befestigungsanlage mit einer Seitenlänge von ca. 1.600 Metern bauen, die Platz genug für eine Stadt bot. Finanziert wurde diese Bastion (Bastide) ab 1248 mit Steuermitteln. Sie ist etwa so alt wie der Kölner Dom, wurde aber früher fertig und sorgte bereits während des Baus für Handelssicherheit. ![]() Die Bastion vom Südwesten - vom linken Turm zum ganz rechten Turm sind es ca. 1.600 Meter Áragon und Frankeich führten zwischendurch Krieg (1284/85) und da stockte der weitere Ausbau kurz. Außerdem verlandete die Lagune allmählich und der direkte Seehandel wurde dadurch eingeschränkt. Als die Provence 1481 französisch wurde, stieg die Bedeutung von Marseille als Hafenstadt und Aigues-Mortes spielte keine Rolle mehr. Zu diesem Zeitpunkt hatte man sich schon auf den Binnenhandel, Weinbau und Salzgewinnung (Salinen) konzentriert und war immer noch recht wohlhabend. Als die Festung 1500 fertig war, wurde sie eigentlich nicht mehr gebraucht, weil es keinen Fernhandel mehr gab. Wenige Jahre später wurde die Stadt protestantisch (hugenottisch), was den spanischen König und Wiener Kaiser Karl V. sehr ärgerte (bis 1622 blieb die Stadt protestantisch, dann sorgte Ludwig XIII. für den katholischen Wechsel) 1538 trafen sich Kaiser Karl V. (HRR) und der französische König Franz I. in dieser Festung und beschlossen eine Allianz gegen England. ![]() Die Innenstadt zwischen den Stadtmauern Bis heute wird innerhalb der Mauern rege gehandelt. Allerdings hat sich das Sortiment etwas verändert, denn rosa Flamingos, Keramik aus der Provence, Souveniers und Kitsch sind eher auf die täglich Tausende Touristen abgestimmt, die in Busflotten ab elf Uhr über die Stadt hereinbrechen und in Hunderten Cafés Kulturpause suchen. ![]() Die Kirche innerhalb der Stadtmauern Von dieser Kirche gingen durch Ludwig IX. der Sechste Kreuzzug (1248–1254) und Siebte Kreuzzug (1270) aus 1250 konnte Ludwig zwar Jerusalem erobern, erlitt aber Rückschläge und kam ohne großen Erfolg 1254 wieder in Paris an. Den nächsten Kreuzug überlebte er nicht, weil er bei der Belagerung von Tunis 1270 starb. In der Kirche steht am linken Seitenaltar aber eine Statue von ihm. ![]() Louis in der Kirche, aber welcher? Außerhalb der Kirche liegt der Markt mit vielen Cafés, einem Denkmal für den heiigen Lovis und einer Halle, in der Kunstausstellungen stattfnden. Trotz der Ausdehnung waren wir in einer knappen Stunde mit der Stadt durch. ![]() Der Markt von Aigues-Mortes zurück in die Camargue - weiter zur Saline - weiter nach Nîmes (Provence) - nach oben |
|