Hompeage Martin Schlu
Arles - Stadt an der Grand Rhône
Text und  Fotos:  Martin Schlu   
Stand: 20. Mai  2026 

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Place de RépubliqueLäden und Gassen - Place du forum - Römisches Theater und römische Arena -

Arles liegt kurz unterhalb der der Rhône-Teilung zwischen der petite Rhône (nach Osten) und der grand Rhône (nach Westen) , wurde vor über  2500 von den Griechen gegründet und war schon zu römischer Zeit eine wichtige Stadt. Weil es bis zum Mittelmeer nur 25 km sind, liegt Arles weit genug im Hinterland um vor den Seewinden geschützt zu sein und gleichzeitig ist sie etwas wärmer als die Küstenstädte. Die Römer erkannten die günstige Lage zwischen Meer und  Hinterland und investierten in ein Theater und eine große Arena, die heute noch stehen und genutzt weden - „panem et circenses“ (Brot und Spiele) waren schon vor zweitausend Jahre Standortvorteile für kluge Köpfe und aufstrebende Städte.

Platz hatte man genug, wenn man außerhalb der Innenstadt leben wollte. Da der größte Teil der Camargue zur Region Arles gehört, ist die Region flächenmäßig mehr als siebnmal so groß wie Paris, hat aber mal gerade 50.000 Einwohner. Das alte Arles, die römische Innenstadt, dagegen, ist recht überschaubar. Parkt man am zentralen Parkhaus neben der Gendamerie (parc di centre, 8 Rue Émile Fassin), hat man die Innenstadt zwischen Parkhaus, Theater, Arena und Rhone in einer guten Stunde durch. Mit Bummeln und Essen kommt man auf vier Stunden und dann reicht es auch.

Flohmarkt am Jardin D' été
Flohmarkt
am Jardin D' été

Als wir aus dem Parkhaus kommen, findet auf dem Boulevard des Lices am Jardin D' été ein Flohmarkt statt, bei dem man sogar Möbel aus den 1930er Jahren kaufen könnte. Es ist belebt, aber nicht unbedingt voll und gemessen an dem Trubel in Les Saintes-Maries-de-la-mer oder gestern in Aigues-Mortes kann man hier noch richtig laufen, ohne umgerannt zu werden. Man hätte Zeit um zu stöbern, aber es müßte ja alles ins Auto und so bleibt es beim Gucken. Viele Händler nehmen übrigens Kreditkrten - das spricht für Profis.

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Place de République
Am Ende des Flohmarktes biegen wir rechts ab und kommen auf den Place de République. Das Hotel de ville ist nicht das Stadthotel, sondern das Rathaus und das ist bei aller Größe ein Schattenspender für Hunderte Menschen, die sich dort aufhalten um sich etwas abzukühlen. Direkt nebenan liegt die Église Sainte-Anne, eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die seit ihrem Umbau 1630 immer wieder restauriert und verändert wurde.

Kirche der heiigen Anna / Église Sainte-Anne neben dem Rathaus
Kirche der heiigen Anna /
Église Sainte-Anne neben dem Rathaus

Drinnen ist es deutlich kühler. Wir bleiben ein paar Minuten, bis eine Touristengruppe kommt. Rote Hemden, Baseball-Käppis und lange Selfie-Sticks versauen die Perpekitve auf das Kircheninnere und ein Mann stellt sich so dämlich in Positur, daß man kein Bild machen kann. Nach zehn Minuten geht die Gruppe weiter und ich kann ein paar Fotos ohne ihn machen.

Einer der Seitenaltäre ist der Reliquienaltar. Es sieht ein bißchen aus wie auf dem Flohmarkt, doch die Preziosen sind Schädelknochen (einfach, versilbert, vergoldet), Haare, Knochenfragmente, Kleidungsreste und Gegenstände, die alle mit Zetteln beschriftet sind. Da im Mittelalter der Reliquienhandel florierte (ohne Echtheitszertifikat und Provenienzforschung) lief viel auf Treu und noch mehr auf Glauben und so liegt hier wahrscheinlich auch ein Schädel der zwölfjährigen Anna - wer weiß das schon so genau?

Heiliges Schädeldach aus St. Anna, Arles
Heiliges Schädeldach aus St. Anna, Arles


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Läden und Gassen
Draußen hat sich die Reisegruppe verflüchtigt und wir gehen durch fast leere Gassen. Es fällt auf, daß es in Arles viele Fachgeschäfte und wenig Souvenirläden gibt. Wir finden Hemdenläden, Geschäfte mit provenzialischem Geschirr, ein Stoffgeschäft, einen Klamottenladen nur mit weißer Ware und vieles mehr. Die Kinder sind alle in der Schule (ein paar Klassen haben wir später noch mit ihren Lehrern gesehen) und außer uns gibt es nur ein paar andere Babyboomer-Touristen aus den üblichen Ländern und Menschen, die einkaufen.

Oben: Fast leere Gassen in  Arles am Vormittag
Oben: Oben: Fast leere Gassen in  Arles am Vormittag

Unten: Es gibt schöne Läden wie den Hemdenladen in der Rue de l'Hôtel de Ville
Es gibt schöne Läden wie den Hemdenladen in der Rue de l'Hôtel de Ville
Oben: Es gibt schöne Läden wie den Hemdenladen in der Rue de l'Hôtel de Ville


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Place du Forum

Unten: Das Place du forum, mehrere Cafés an der römischen Säule

Das Place du forum um halb zwölf
Der Place du forum um halb zwölf

Am Place du forum steht ein Café, das Vincent van Gogh gemalt hat. Ein paar Tische sind frei und vor den Tischen findet Malunterricht statt. Wir setzen uns hin, trinken Tee und Café und schauen zu. Die Malschüler sollen ein Stilleben malen, einen Blumenstrauß in einer Vase. Eine Frau hat das Objekt mit dem Handy fotografiert, sich das Gerät über die Staffelei montiert und kann nun ganz entspannt das Bild umsetzen.

Am Café von van Gogh findet Malunterricht statt.
Oben: das Cafe, das van Gogh gemalt hat. Zum van-Gogh-Gemälde auf das Bild klcken

Unten: Malunterrcht, da, wo van Gogh das Cafe gemalt hat
Malunterrcht, da, wo van Gogh das Cafe gemalt hat

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Römisches Theater und römische Arena
Nach dieser Pause biegen wir in die Rue des Arènes ein und meine Frau erzählt, daß sie in den 1970er Jahren mit dem Auto zur Arena gefahren ist, dort parkte und dann wußte, wie sie das Auto wiederfand. Das ist heute natürlich nicht mehr möglich, weil die Innenstadt durch versenkbare Poller verkehrberuhigt wurde. Nur wenige Menschen haben den Schlüssel für die Poller, die ungefähr jede Zufahrt versperren, aber damals gab es aber auch kein Parkhaus. Die Gasse zum römischen Theater und zur Arena ist eng und steil. Als ein doch Auto vorbei will, drücken wir uns in den Hauseingang und dann paßt es gerade.

Die Rue des Arénes zum Theater
Oben: Die
Rue des Arènes zum Theater

Unten Das römische Theater von  Arles
Das römische Theater von  Arles


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Das Theater wird genutzt. Mehrere Schulklassen üben auf der Bühne Tänze und Choreographien, andere Klassen sitzen auf den oberen Rängen im Schatten und schauen zu. Für die Kinder auf der Bühne ist es heiß, weil die Sonne jetzt doch schon für Hitze sorgt und noch später zeigt das Thermometer 30 Grad.

Die
Arena liegt dem Theater fast gegenüber, etwa fünfzig Meter. Heute würde man so etwas ein Kulturzentrum nennen, vergleichbar etwa der Schalke-Arena mit daneben liegendem Schauspielhaus oder einer Oper. Weil es mittlerweile gut warm ist, verkneifen wir uns eine Besichtiguung der Arena. Wir kennen diverse Arenen aus Italien (Taormina, Verona), Zypern (Chorion) und Griechenland und irgendwie sind die alle gleich. Alle sind groß, und schwer zu laufen, denn nach zweitausend Jahren ist kein Boden mehr gerade. Der Erkenntnisgewinn ist dann nicht mehr so doll.

Die Arena von Arles von außen - 140 Meter im Durchmesser ist im Prinzip ein rundes Fußballfeld.
Die Arena von Arles von außen - 140 Meter im Durchmesser ist im Prinzip ein rundes Fußballfeld.


Etwa eine Stunde ist herum. Ein paar Postkarten werden für Kinder, Enkel und Freund/inn/e/n gekauft und wir finden ein Restaurant an der Arena (La cuisine de Billy). Das Essen ist gut und bezahlbar, doch ich kriege am Ende einen Schreck, als ein Einheimischer mit seinem Kleinwagen bei Rechtsabbiegen den Blumenkübel am Eingang touchiert - drei Meter von mir entfernt. Es knallt, das Speisekartenschild fällt um und der erste Blumenkübel steht einen Meter weiter rechts. Der Kellner diskutiert mit dem Fahrer, der biegt seinen verbogenen Außenspiegel wieder gerade, beide räumen den Blumenkübel wieder an die alte Stelle, der Mann steigt ein und fährt weg.

In Deutschland wäre dies unvorstellbar!

Auf dem Rückweg zur Garage ist die Stadt immer noch nicht voll und obwohl es halb drei ist, sind immer noch Tische frei. Arles scheint nur in der Hochsaison überlaufen zu sein und der Mai ist definitiv eine gute Reisezeit für diese Stadt.


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